Im Jugendfußball geht es Schlag auf Schlag. Kaum ist eine Saison vorbei, steht bereits die Vorbereitung auf die nächste bevor. Die U16 des VfL Bochum 1848 wurde Vizemeister in der B-Junioren Westfalenliga. Zum Saisonabschluss legten die Jungs von Simon Schuchert eine fulminante Serie von fünf Siegen in Folge hin, darunter ein 6:0-Erfolg über den FC Schalke 04. „Durch konzentrierte Leistungen haben wir eine Aufholjagd gestartet. Am Ende wurden wir dafür mit dem zweiten Platz belohnt“, bilanziert der Coach.

20. März 2022, 18. Spieltag. Die U16 des VfL kam nach einer Niederlage gegen den FC Iserlohn 46/49 nicht über ein 2:2 gegen den SC Preußen Münster hinaus. In der Tabelle bedeutete dies zum damaligen Zeitpunkt Platz vier. Fünf Punkte betrug der Rückstand auf den Tabellenzweiten, die Sportfreunde Siegen. „Wir waren weit abgeschlagen, haben nicht immer so performt, wie wir es uns vorgenommen hatten“, weiß Schuchert. 

Doch spätestens mit dem 6:0-Heimsieg im Revierderby gegen Schalke am 01. Mai startete die Aufholjagd der Blau-Weißen. „Das war der Wendepunkt. In diesem Spiel haben die Jungs gezeigt, wie gut sie sein können. An drei Faktoren ließ sich das festmachen: Intensität, Lautstärke und Aggressivität. Das war ein sehr besonderer Tag, an dem sich die Jungs in einen Rausch gespielt haben“, macht der Übungsleiter die Bedeutung dieser Partie deutlich.

Dass am Ende nicht sogar die Meisterschaft in der B-Junioren Westfalenliga im Bereich des Möglichen lag, war vor allem der Konstanz der Knappenschmiede geschuldet. „Sie wurden verdient Meister“, erkennt Schuchert an. Aber: In den beiden direkten Liga-Duellen gegen Schalke lieferten die Bochumer enorm ab, holten vier Punkte, bei einem Torverhältnis von 7:1. 

Für den U16-Trainer ist die Endplatzierung in der Meisterschaft aber sowieso nicht entscheidend: „Als Jugendtrainer geht es nicht darum, das Ziel auszurufen, Meister oder Vizemeister zu werden. Das Wichtigste ist, dass möglichst viele Jungs den Sprung in die nächste Altersklasse schaffen. Das ist uns gelungen.“ Vier Spieler haben den Verein verlassen, fünf sind neu hinzugekommen.

Die Corona-Pandemie traf den Jugendfußball vor rund zweieinhalb Jahren hart und unerwartet. Die Saison 2020/21 fiel dadurch quasi ins Wasser. Aber auch die vergangene Spielzeit gestaltete sich weiterhin keineswegs als normal. „Es war eine besondere Saison, auch aus Trainerperspektive. Speziell das erste Halbjahr war sehr intensiv für die Jungs, geprägt von der Corona-Pandemie und Verletzungen. Die Folgen waren ihnen anzumerken – nicht sportlich, sondern in puncto Kommunikation, Vertrauen und Spielfreude. Das ist auch völlig nachvollziehbar, es war ein harter Einschnitt für die Jungs. Wir haben versucht, dies bestmöglich aufzufangen, was uns so weit gelungen ist. Dennoch bin ich weit davon entfernt, von einer normalen Saison zu sprechen“, gibt der Coach Einblick in seine Gefühlswelt.

Im Saisonfazit lässt es sich Schuchert natürlich nicht nehmen, den Sportfreunde Siegen zu gratulieren. Der Kooperationsverein des Talentwerks landete auf dem dritten Rang in der B-Junioren Westfalenliga und hat sich so mit dem Aufstieg in die U17-Bundesliga belohnt! Die U16 des VfL war als Vizemeister nicht aufstiegsberechtigt, da die blau-weiße U17 bereits dem Junioren-Oberhaus angehört. „Herzlichen Glückwunsch an die Sportfreunde Siegen. Sie sind verdient aufgestiegen, haben aus ihren Möglichkeiten das Maximum herausgeholt. Für uns als Talentwerk ist es super, wenn Kooperationsvereine wie Siegen auf der höchstmöglichen Ausbildungsstufe agieren können. In Siegen wird sehr gute Arbeit geleistet“, freut sich Schuchert für den Kooperationsverein.

Wie zu Beginn angeklungen, geht es nun nahtlos weiter. Nach den ersten Trainingseinheiten bestreitet die neue U17 des VfL bereits am Wochenende die ersten beiden Testpartien. Bayer 04 Leverkusen und der SV Sandhausen heißen die namhaften Gegner an der Hiltroper Straße. „Es geht nun erst einmal darum, im Rhythmus zu bleiben. Die neuen Jungs sollen die Abläufe verinnerlichen und mit den anderen als Team zusammenwachsen. In der Vorbereitung messen wir uns mit vielen starken Mannschaften. Diese Plattform wollen wir den Jungs bieten“, erklärt der Coach.

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