NUR BESTWERTE

Der Jahn befindet sich auf dem Höhenflug. Nicht erst seit dieser Saison, sondern schon seit geraumer Zeit. Unter Bochums Ex-Trainer Heiko Herrlich gelang der Durchmarsch von der Regional- in die Zweite Liga, ehe er sich im Sommer 2017 in Richtung Leverkusen verabschiedete. Seitdem Achim Beierlorzer als Cheftrainer die Verantwortung übernommen hat, reiht sich beim Jahn ein Rekord an den nächsten: beste Saisonplatzierung ever (2017/18, 5. Platz), aktuell wieder nur Bestwerte. Das hervorragende Ergebnis in der vergangenen Spielzeit wurde allerdings vom anderen starken Aufsteiger, Holstein Kiel (am Ende Dritter), übertroffen und somit ein wenig übertüncht. Unter Beierlorzer holte der Jahn 1,4 Punkte im Schnitt und knüpft derzeit nahtlos an die erfolgreichste Saison der Vereinsgeschichte an.

Platz 5 zu bestätigen oder zu toppen ist eine Herausforderung, das ja. Aber es ist keine, vor der sie sich in Regensburg drücken. Allerdings bleiben die Töne aus der Oberpfalz moderat, Kampfansagen an die Konkurrenz gab es nicht. Stattdessen Einordnung in den Kontext. „Wir haben mit dem Klassenerhalt etwas Historisches geschafft“, sagte Beierlorzer vor dieser Saison mit Blick in den Rückspiegel. Schließlich waren die Aufenthalte der Regensburger in Liga zwo zuvor auf je ein Jahr beschränkt gewesen.

Wohl deshalb stapeln sie rund um den Regensburger Dom gerne ein wenig tiefer, die Zielstellung für diese Saison lautet Klassenerhalt. Der könnte aber, wenn es so weitergeht wie bisher, schon recht zügig eingetütet werden. Momentan befindet sich der Jahn auf dem Höhenflug, besser stand man zum jetzigen Zeitpunkt der Saison noch nie da. 15 Punkte auf der Habenseite, genauso viele wie der VfL, Platz 9 in der Tabelle. Seit fünf Spielen ist Regensburg ungeschlagen, die letzte Niederlage datiert von Mitte September, einem 0:2 daheim gegen Dynamo Dresden. Es folgten drei Siege, darunter das schon jetzt legendäre 5:0 beim HSV, sowie zuletzt zwei Unentschieden. Sowohl in Fürth als auch gegen Darmstadt hieß es 1:1. In beiden Partien sorgte Top-Goalgetter Marco Grüttner für den Punktgewinn, Regensburgs Kapitän steht somit bei sechs Saisontoren.

Bereits jetzt feilen sie beim Jahn an der Zukunft. Die Verträge mit Trainer Achim Beierlorzer sowie den Leistungsträgern Alexander Nandzik, Albion Vrenezi, Sargis Adamyan (alle bis 2022) sowie Marc Lais und Sebastian Stolze (beide bis 2021), Jann George und natürlich Marco Grüttner (beide bis 2020) wurden verlängert. Der Kader wurde nach den Abgängen der Topspieler Marvin Knoll (zum FC St. Pauli) und Benedikt Gimber (war von Hoffenheim ausgeliehen, jetzt: FC Ingolstadt) sinnvoll in Qualität und Breite verstärkt. Vom Absteiger 1.FC Kaiserslautern kam Marcel Correia an die Donau, aus Sandhausen der Angreifer Julian-Maurice Derstroff. Dazu die Leihen von Asger Sörensen (RB Salzburg), der in sein zweites Jahn-Jahr geht, Jonas Föhrenbach (SC Freiburg) und Bayern-Talent Adrian Fein. Am vergangenen Wochenende standen Correia, Sörensen und Fein in der Startelf, Föhrenbach wurde in neun von zehn Spielen eingesetzt.

Die VfL-Bilanz gegen Regensburg ist überschaubar, auch und gerade wegen der recht kurzlebigen Zweitligazugehörigkeit des Jahn bislang. Fünf Spiele stehen zu Buche, vier in der Liga, eins im DFB-Pokal. Zwei Siege, beide in Regensburg errungen (je 1:0), und zwei Niederlagen (darunter das 1:2 im Pokal anno 2003) sorgen für ausgeglichene Verhältnisse. Das jüngste Aufeinandertreffen endete 1:1, am 34. Spieltag traf man in der vergangenen Saison im Vonovia Ruhrstadion aufeinander. Marco Grüttner (wer sonst?) hatte den SSV in Führung gebracht, Johannes Wurtz kurz vor Schluss ausgeglichen. Einen Heimsieg des VfL über Regensburg haben die Bochumer Zuschauer also noch nicht erleben dürfen. Das wäre aus unserer Sicht ein neuer Bestwert.

 

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