Im vorletzten Test vor dem ersten Pflichtspiel empfing der VfL im niederländischen Vertreter Vitesse Arnheim. Die Schwarz-Gelben stellen anderthalb Wochen vor dem DFB-Pokal-Spiel in Wuppertal einen echten Härtetest dar, schloss Vitesse die Eredivisie-Saison 2020/21 auf dem vierten Rang ab und sicherte sich somit einen Startplatz in der Qualifikation zur neu geschaffenen UEFA Conference League. Nach 90 intensiven Minuten musste sich der VfL erstmals in dieser Vorbereitung geschlagen geben. Takuma Asano (76.) erzielte den zwischenzeitlichen Ausgleich, Riechedly Bazoer (63.) und Lois Openda (80.) netzten für die Niederländer.

So lief das Spiel:

7‘: Knackiger Start hier. Torraumszenen gab’s noch nicht, dafür eine Menge rassiger Zweikämpfe und einige Fouls.

12‘: Gut antizipiert von Ganvoula, der einen Rückpass erläuft. An Houwen im Vitesse-Kasten kommt er aber nicht vorbei. Der Keeper hat geahnt, dass der Kongolese vorbeigehen will.

17‘: Osterhage zeht einen Freistoß nahe der Mittellinie ganz weit auf den langen Pfosten. Dort will Decarli im Stil eines Kung-Fu-Kämpfers einspringen, kommt aber nicht ran.

20‘: Die gleiche Kombi ist erneut im Einsatz. Wieder Freistoß Osterhage, diesmal kommt Decarli am zweiten Pfosten zum Kopfball. Der Winkel ist aber zu spitz für Gefahr.

21‘: Im Gegenzug bricht Openda durch und umkurvt den herausgeeilten Riemann. Doch Decarli ist schon wieder auf dem Posten und grätscht ab. Stark.

25‘: Puh knifflig. Nach einer guten Kombination ist Openda wieder auf dem Weg zum Tor, wird von Lampropoulos bearbeitet und geht zu Boden. Thorben Siewert sieht keinen Grund für einen Elfmeterpfiff.

30‘ Beinahe der erste Treffer – durch Riemann. Der sieht nämlich, dass sein Pendant Houwen etwas weit vor dem Kasten steht und bringt den Freistoß aus rund 60 Metern direkt. Mit Windunterstützung senkt der sich gefährlich, Houwen muss sich strecken, um den noch an die Latte zu lenken.

45‘: Kurz vor der Pause packt Gamboa die Sense gegen Domgjoni aus und holt sich den Gelben Karton. Der folgende Freistoß bringt einen Abschluss von Frederiksen zu Tage, der landet aber genau in Riemanns Armen.

Pause: Nach hektischer Anfangsphase beruhigte sich das Geschehen mit der Zeit ein wenig, intensiv blieb es allerdings von beiden Seiten. Man merkt, dass die ersten Pflichtspiele näher rücken. Torchancen waren derweil eher die Ausnahme. Drei Wechsel gab es in der Pause. Ernst, Bonga und Pantovic sind in den zweiten 45 Minuten für Riemann, Gamboa und Leitsch mit dabei.

53‘: Die erste Torannäherung der zweiten Halbzeit, in der es bisher ruhiger zugeht. Doekhi hält aus der Distanz drauf, einen guten Meter über den Querbalken.

61‘: Kaum ist Zoller drauf, wird’s direkt gefährlich. Vitesse-Keeper Houwen hat er schon umkurvt, die zurückgeeilten Abwehrspieler können aber blocken.

62‘: Auf der anderen Seite wird Ernst gefordert. Tannane zieht ab, Ernst macht sich lang und pariert. Ecke.

63‘: Tor für Vitesse – 0:1. Und die Ecke bringt das Gegentor. Der Ball wird rausgeköpft und wird zur perfekten Vorlage für Ex-Wolfsburger Bazoer, der den Dropkick optimal trifft und durch das Getümmel platziert ins Netz hämmert. Ernst ohne Abwehrchance.

66‘: Wieder wird es nach einem Arnheimer Standard gefährlich. Manhoef kommt am zweiten Pfosten per Kopf ran und lenkt die Kugel noch an den Pfosten. Auch der Abpraller hat Potenzial, geht jedoch deutlich drüber.

72‘: Mal wieder der VfL, der sich über rechts durchkombiniert. Die Flanke will Holtmann querlegen, der Ball landet über Umwege bei Losilla. Der Captain zieht direkt ab und verfehlt die linke untere Ecke nur knapp.

76‘: Tor für den VfL – 1:1. Die Blau-Weißen gleichen aus. Über links kommt das Spielgerät zu Holtmann, dessen flache Hereingabe Zoller noch verpasst, am zweiten Pfosten lauert aber Asano und schiebt locker ein.

80‘: Tor für Vitesse – 1:2. Starke Einzelaktion des auffälligen Openda. Der wackelt Bonga und Decarli aus und schlenzt den Ball dann sehenswert ins lange Ecke. Ernst erneut ohne Chance.

86‘: Nach einem Eckball wird es gleich zweimal richtig brenzlig im Vitesse-Strafraum, die Kugel will aber nicht rein. 

88‘: Eine misslungene Kopfballabwehr legt beinahe Asanos zweiten Treffer auf, doch der Japaner bekommt nicht genügend Wucht hinter seinen Fallrückzieher. 

90‘: Noch eine fette Gelegenheit nach starker Vorarbeit von Holtmann. Seine Hereingabe findet Zoller, der aus zentraler Position am Torwart scheitert. 

Schluss: Der VfL unterliegt Vitesse Arnheim mit 1:2. Weiter geht es am Samstag gegen den FC Utrecht.

Aufstellung: Riemann (46. Ernst) – Gamboa (46. Bonga), Decarli, Lampropoulos (60. Bella Kotchap), Leitsch (46. Pantovic) – Chibsah (60. Tesche), Masovic (60. Losilla), Osterhage (60. Soares) – Novothny (60. Asano), Ganvoula (60. Zoller), Antwi-Adjei (60. Holtmann)

Tore: 0:1 Bazoer (63.), 1:1 Asano (76.), 1:2 Openda (80.)

Stimmen

Markus Gellhaus: "Es war für uns heute auf jeden Fall ein guter Test gegen einen sehr aggressiven Gegner. Das brauchen wir derzeit: Gegner, die uns fordern und gegen die wir alles abrufen müssen. Insgesamt war es ein ordentlicher Auftritt. Natürlich haben wir aber auch einige Dinge gesehen, die wir noch verbessern wollen." 

Anthony Losilla: "Wir hatten heute nicht so viel Kraft, es war eine sehr anstrengende Woche. Dafür sind Testspiele ja auch da, um mehr Fitness zu bekommen. Wir haben am Samstag noch die Generalprobe, da muss es besser werden. Wir werden weiter an uns und der Abstimmung auf dem Feld arbeiten. Ein bisschen Zeit bleibt uns ja noch."

Tjark Ernst: "Natürlich ist es als Torhüter nicht schön, zwei Gegentore zu bekommen. Grundsätzlich bin ich aber mit meiner Leitung zufrieden. Es war ein intensives Spiel. Der Gegner hat viele Zweikämpfe hart geführt. Doch der Test kann uns für die späteren Spiele in der Liga helfen. Die Niederlage ist ärgerlich. Wir werden jetzt weiter arbeiten und wollen es dann am Samstag besser machen, bevor die Pflichtspiele losgehen." 

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