Der VfL Bochum 1848 nutzte die Länderspielpause für einen Testkick gegen den Bundesligisten Borussia Mönchengladbach, dem man schon im Finale des H-Hotels Cup begegnet war. Im Uplandstadion zu Willingen dominierten die Fohlen Durchgang eins und führten folgerichtig durch Strobl und Raffael mit 2:0. In den zweiten 45 Minuten zeigte sich der VfL ebenbürtig und verkürzte durch Hinterseer. Cheftrainer Robin Dutt gab gleich neun Jungs aus der U19 die Chance, sich zu zeigen.

VfL-Cheftrainer Robin Dutt hatte aufgrund von Blessuren, Verletzungen und Länderspielreisen nur einen ausgedünnten Profikader an Bord. In Manuel Riemann, Florian Kraft, Jan Gyamerah, Timo Perthel, Danilo Soares, Thomas Eisfeld, Jannik Bandowski, Miloš Pantović, Tom Baack sowie den Nationalspielern Silvère Ganvoula, Robbie Kruse und Baris Ekincier fehlten gleich zwölf Mann, auch der frisch verpflichtete Chung Yong Lee war noch nicht mit am Start. Eine Reihe an Nachwuchsspielern aus der U19 füllte derweil den Kader auf und durfte Profiluft schnuppern. Neben ihnen nahmen Robert Tesche und Anthony Losilla auf der Bank Platz. Mit Tim Hoogland, Tom Weilandt, Lukas Hinterseer, Stefano Celozzi und Maxim Leitsch standen fünf Spieler von Beginn an auf dem Rasen, die auch in Paderborn anfingen. Felix Dornebusch, Sebastian Maier, Patrick Fabian, Vitaly Janelt, Görkem Saglam und Sidney Sam komplettierten die erste Elf.

Die Anfangsphase im Sauerland gehörte klar den Fohlen, die das erste Ausrufezeichen setzten. Alassane Pléa zog ab, Dornebusch im VfL-Kasten lenkte den Knaller mit den Fingerspitzen an den Pfosten (4.). Dann gingen die Mannen von Trainer Dieter Hecking aber mit 1:0 in Front. Dornebusch ließ einen strammen Schuss von Jonas Hofmann, der aus Flankenposition frech abzog, prallen, Tobias Strobl stocherte das Leder vor dem nachfassenden Keeper irgendwie rein (5.). Im Gegenzug kamen die Bochumer zum ersten Abschluss, doch Hinterseers Direktabnahme auf Flanke von Leitsch segelte drüber. Es sollte für einige Zeit der einzige VfL-Vorstoß bleiben, während die Gladbacher Chance um Chance erspielten. 

Hofmann vergab freistehend, Pléa ebenfalls gleich dreimal, unter anderem scheiterte er ein weiteres Mal am Pfosten, und auch Torben Müsel traf aus aussichtsreicher Position nicht. Nach einer guten halben Stunde war dann Raffael im Zentrum der Aufmerksamkeit, als er zunächst einen Freistoß aus gut 25 Metern an die Latte beförderte (32.), um gleich im nächsten Anlauf sehenswert freigespielt locker zum 2:0 zu vollenden (33.). Bis zur Pause konnten dann auch die Blau-Weißen ein paar Akzente setzen. Sidney Sam brachte Tobias Sippel aus zentraler Position noch nicht in Bedrängnis (39.), für seinen Schlenzer wenig später musste sich der Borussen-Schlussmann jedoch strecken (42.). 

Im zweiten Abschnitt blieb Leitsch draußen, U19-Linksverteidiger Moritz Römling ersetzte ihn positionsgetreu. Diesmal gelang dem VfL der Blitzstart. Maier enteilte auf rechts und sah am langen Pfosten Sam, der in die Mitte querlegte, wo Hinterseer das Spielgerät nur über die Linie drücken musste (50.). Die Dutt-Elf gestaltete die Partie nun ausgeglichener und nach einer guten Stunde brachte der Coach weiteren Nachwuchs: Armel Bella Kotchap, schon im Trainingslager der Profis zugegen, ersetzte Tim Hoogland in der Innenverteidigung, Okan Yilmaz kam für Weilandt und Ömer Uzun stürmte anstelle von Torschütze Hinterseer. Auch die Borussia wechselte fleißig durch. Unter anderem spielte nun Jonas Pfalz, der Dornebusch zu seiner ersten und einzigen Tat des zweiten Spielabschnitts zwang (67.).

Der Spielfluss war auf beiden Seiten unterbrochen, weitere Wechsel sorgten dahingehend nicht für Besserung. Philipp Aboagye, Michael Martin und Keeper Paul Grave durften für die finalen 20 Minuten rein, Dornebusch, Celozzi und Maier hatten verfrühten Feierabend. Martin verzog auch gleich mal knapp (72.). Kurz darauf betraten mit Furkan Sagman (für Sam) und Jan Wellers (für Saglam) auch die letzten U19-Akteure das Spielfeld (75.). Für die Schlussviertelstunde agierte Bochum also mit neun A-Junioren, die ihre Sache ziemlich ordentlich machten und das Geschehen kontrollierten, ohne dabei zu großen Torgelegenheiten zu kommen. Schönes Comeback auf Seiten des Gegners: Mamadou Doucouré konnte nach zweijähriger Verletzungspause etwas Spielpraxis sammeln. Die Partie plätscherte letztlich dem Schlusspfiff entgegen. So endete der Test mit einer 1:2-Niederlage und einigen interessanten Erkenntnissen für Chefcoach Dutt.

VfL: Dornebusch (70. Grave) – Celozzi (70. Aboagye), Fabian, Hoogland (62. Bella Kotchap), Leitsch (46. Römling) – Saglam (75. Wellers), Janelt – Weilandt (62. Yilmaz), Maier (70. Martin), Sam (75. Sagman) – Hinterseer (62. Uzun)

Tore: 0:1 Strobl (5.), 0:2 Raffael (33.), 1:2 Hinterseer (50.)

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