Erfolgreicher Test in Ostwestfalen: Der VfL errang vor 536 Zuschauern in der Verler Sportclub Arena gegen den amtierenden französischen Vizemeister AS Monaco ein achtbares 2:2. Der Champions-League-Teilnehmer ging zweimal durch Rony Lopes in Front (2., 42.), beide Male kam die Elf von Cheftrainer Robin Dutt zurück. Silvère Ganvoula gelang der erste Treffer im VfL-Dress (40.), Lukas Hinterseer erzielte nach der Pause den Ausgleich (69.)

Der VfL zu Gast in Verl, das schmucke Stadion an der Poststraße, mittlerweile in Sportclub Arena umgewidmet, der Austragungsort. Bei subtropischen Temperaturen trafen die Blau-Weißen auf das größte internationale Kaliber der Vorbereitung, Champions-League-Teilnehmer AS Monaco. Der französische Vizemeister zwar noch ohne seine WM-Fahrer Subasić und Falcao, auch Stefan Jovetić fehlte, obwohl mitgereist. Dafür gab es ein Wiedersehen mit dem Ex-Bundesligastar Diego Benaglio, der Schweizer hütet den Kasten der Monegassen.

Der VfL in Halbzeit eins mit der Abteilung „Jugend forscht“, mit den Youngstern Florian Kraft, Tom Baack, Görkem Saglam, Vitaly Janelt und Baris Ekincier in der Startelf. Außerdem gab Neuzugang Silvère Ganvoula sein Startelfdebüt, an der Seite von Johannes Wurtz. Und auch WM-Fahrer Robbie Kruse durfte erstmals in der noch jungen Spielzeit von Beginn an ran.

Die erste Bewegung war aber rückwärts, Jordi Mboula entwischte über die rechte Seite, Flanke in die Mitte, wo Rony Lopes aus kurzer Distanz zum 0:1 vollendete (2.). Die kalte Dusche an einem heißen Tag. Die Antwort ließ allerdings nicht lange auf sich warten, und sie war mindestens genauso schön vorgetragen wie der Führungstreffer: Jan Gyamerah über rechts, feiner Doppelpass mit Kruse, energisches Eindringen in den Sechzehner und Flanke auf den zweiten Pfosten. Dort rauschte Ganvoula heran, traf den Ball aber nicht richtig, knapp links vorbei (6.).

In der Folge mussten die VfL-Verteidiger sogar zu rustikalen Mitteln greifen, um die quirligen AS-Angreifer in den Griff zu bekommen. Timo Perthel (nach Foul an Mboula) und Patrick Fabian (Tackling gegen Lopes) sahen Gelb. Trotz der Hitze reichlich Bewegung, nur Chancen machten sich rar. Das änderte sich nach einer runden halben Stunde. Zunächst ein Sahnepass von Wurtz, die Seitenverlagerung erreichte Kruse, dessen millimetergenaue Flanke von Ganvoula aufs Tor gewuchtet wurde, Benaglio aber mit Klasseparade (29.). Eine Minute später war es Perthel, der es mit rechts aus rund 18 m versuchte, in die Arme von Benaglio. Und in der 35. Minute marschierte Innenverteidiger Baack aus der eigenen Hälfte los, legte vor dem Strafraum raus zu Wurtz, dessen flache Hereingabe sofort von Ganvoula verwertet wurde – wieder Benaglio, diesmal mit einer starken Fußabwehr.

Im vierten Versuch war der Kongolese dann endlich erfolgreich: Gyamerah mit schönem Pass auf Kruse, der Australier nahm Fahrt auf, flankte wieder in Richtung zweiter Pfosten, wo unsere Nummer 35 sein erstes Tor im VfL-Dress erzielen konnte (40.). Kaum hatten sich die blau-weißen Jubelbilder verflüchtigt, schlug wieder Rony Lopes zu: Freistoß aus rund 22 m, oben rechts schlug es ein, 1:2 (42.). Der Pausenstand.

Ein Komplettwechsel in Halbzeit zwei, der VfL mit elf frischen Leuten und einer leicht veränderten Systematik, mit Sebastian Maier als hängender Spitze hinter Lukas Hinterseer. Jener hatte auch sogleich die erste Topchance des zweiten Durchgangs, eine halbhohe Flanke von Danilo Soares wollte Hinterseer mit dem Fuß verwerten, traf aber frei vor dem Tor den Ball nicht voll (48.). Der VfL blieb am Drücker, Miloš Pantović war gleich an zwei vielversprechenden Szenen beteiligt, jedoch ohne Erfolg (51.). Die Männer aus dem Fürstentum ließen ihr Können auch aufblitzen: Zu kurzer Pass von Tesche auf Maier, den folgenden Ballverlust schoss Mboula aufs Tor, doch Felix Dornebusch tauchte ab und fischte die Kugel (53.). Quasi im Gegenzug die identische Situation auf der Gegenseite, diesmal mit Maier als Schützen, der am neuen AS-Keeper Seydou Sy scheiterte (55.). Auch Dornebusch bekam noch mal was zu tun, einen Freistoß von Lopes holte er aus dem unteren Eck (58.).

Auch Monaco wechselte, brachte u.a. das 20-Millionen-„Schnäppchen“ Willem Geubbels; der 16-Jährige wurde von Ligue-1-Konkurrent Olympique Lyon verpflichtet. Kaum auf dem Platz, durfte der Wuschelkopf Bochums Ausgleich bestaunen. Danilo Soares tankte sich auf links durch, zog in die Mitte, Pass auf Toto Losilla, der in einer fließenden Bewegung auf Hinterseer weiterleitete, der sich kurz drehte und trocken einschoss – 2:2 nach 69 Minuten.

Ebenso vielversprechend das Solo von Maier fünf Minuten später, doch nachdem er vier Monegassen aussteigen ließ, donnerte er die Kugel aus 15 m übers Gehäuse. Drei Minuten danach war es Tom Weilandt, der eine Vorlage von Hinterseer nicht verwandeln konnte, ein langes „fürstliches“ Bein verhinderte den Einschlag.

VfL 1. HZ: Kraft – Gyamerah, Fabian, Baack, Perthel – Saglam, Janelt, Kruse, Ekincier – Wurtz, Ganvoula

VfL 2. HZ: Dornebusch – Celozzi, Hoogland, Leitsch, Soares – Losilla, Tesche, Weilandt, Pantović – Maier – Hinterseer

Monaco: Benaglio (46. Sy) – Toure (79. Pierre-Gabriel)  Glik (65. Raggi), Jemerson, Serrano (79. Barreca) – Judilson, Aholou (73. Faivre), Diop (73. Grandsir) – Mboula (65. Geubbels), Balde (65. Boschilia), Lopes (79. Sylla)

Tore: 0:1 Lopes (2.), 1:1 Ganvoula (40.), 1:2 Lopes (42.), 2:2 Hinterseer (69.)

Gelbe Karten: Perthel, Fabian

Schiedsrichter: Dr. Martin Thomsen

Zuschauer: 536

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