Die Saison 2019/20 neigt sich dem Ende zu, der VfL Bochum 1848 hat am kommenden Sonntag sein letztes Heimspiel. Vor der Partie gegen die SpVgg Greuther werden alle Spieler der Lizenzmannschaft verabschiedet, deren Verträge zum 30.06.2020 auslaufen.

Dies muss allerdings kein endgültiger Abschied sein, wie VfL-Geschäftsführer Sport, Sebastian Schindzielorz, andeutet: „Durch den Ausbruch der Corona-Pandemie und die damit bekannten Folgen für den Profi-Fußball sind viele gewohnte Abläufe ins Wanken geraten. Die finanziellen Folgen sind immer noch nicht konkret absehbar. Die Ungewissheit auf dem Transfermarkt, sowohl wie er sich entwickelt als auch die generellen Fristen, hat uns zudem dazu bewogen, zunächst alle Spieler, deren Verträge in diesem Sommer auslaufen, zu verabschieden. Ein weiteres Engagement an der Castroper Straße ist dadurch aber nicht endgültig ausgeschlossen, mit dem einen oder anderen Spieler werden wir uns sicher darüber unterhalten, ob er sich seine weitere Zukunft im VfL-Trikot vorstellen kann. Es ist äußerst schade, dass wir diese Verabschiedung ohne unsere Fans vornehmen müssen, die dem Ganzen einen würdigen Rahmen verliehen hätten. Insbesondere bei langjährigen und verdienten Spielern, wie zum Beispiel Patrick Fabian.“

20 Jahre lang trug Patrick Fabian das Trikot des VfL, insgesamt 13 davon als Spieler der Profimannschaft. Sein Debüt gab er 2009 gegen den FC Schalke 04, sein erstes Spiel über 90 Minuten absolvierte er gegen den FC Bayern München. Vier Kreuzbandrisse hat „Patti“ überstanden, sich immer wieder zurückgekämpft. Er war Kapitän, Antreiber und ein sicherer Rückhalt – nun beendet er nach 155 Pflichtspielen für den VfL seine aktive Profikarriere. „Wir werden seine Verabschiedung sicher noch einmal gebührend feiern können, wenn keine Covid-19-Gefährdung mehr vorliegt und Fans im Stadion wieder zugelassen sind“, verrät Schindzielorz. Fabian bleibt dem Verein als Assistent der Geschäftsführung/Sport erhalten.

Nach sechs Jahren verabschiedet sich der VfL von Stefano Celozzi. 2014 wechselte der Defensivakteur vom Europa-League-Teilnehmer Eintracht Frankfurt an die Castroper Straße. 138 Pflichtspiele hat er in den vergangenen sechs Jahren für die Blau-Weißen bestritten. In den Saisons 2017/18 und 2018/19 führte er den VfL als Kapitän an.

Im Sommer 2017 kam Danilo Soares vom Bundesligaklub TSG 1899 Hoffenheim nach Bochum. Der Brasilianer wurde beim VfL gleich zum Stammspieler und überzeugte auf der Linksverteidigerposition stets zu überzeigen. 88 Einsätze konnte er für die Blau-Weißen verzeichnen. In der laufenden Saison gelang ihm gegen den 1. FC Nürnberg seine Torpremiere für den VfL.

Simon Lorenz kam zu Beginn des Jahres 2018 ebenfalls von der TSG 1899 Hoffenheim zum VfL. In seinem ersten halben Jahr kam der Verteidiger noch nicht zum Zug. In der darauffolgenden Saison 2018/19 wurde Lorenz zum TSV 1860 München ausgeliehen und sammelte dort Spielpraxis. Er wurde zum Stammspieler und kam in nahezu allen Spielen in der 3. Liga zum Einsatz. Zur laufenden Saison kehrte er nach Bochum zurück und kam hier auf 17 Pflichtspieleinsätze, in denen er ein Tor erzielte.

Auch von seinen drei Leihspielern muss sich der VfL verabschieden.

Jordi Osei-Tutu hat sich in 20 Pflichtspielen in die Herzen der Fans gespielt und insbesondere mit seiner Schnelligkeit für Begeisterung gesorgt. Zudem gelangen dem jungen Engländer vier Tore und zwei Vorlagen.

Drei Tore uns eine Vorlage steuerte Manuel Wintzheimer in dieser Saison bei. Die Leihgabe vom Hamburger SV kam in insgesamt 21 Pflichtspielen für den VfL zum Einsatz.

Vasileios Lampropoulos erwies sich insbesondere im Saisonendspurt als gewaltiger Rückhalt in der Innenverteidigung. Erst im Winter kam der Grieche vom spanischen Zweitligisten Deportivo La Coruna anne Castroper. Lediglich zwei Gegentore ließ er hier in bislang acht Partien zu.

Verabschieden wird sich der VfL unter anderem von drei Spielern, die aus dem Talentwerk in die Lizenzspielermannschaft kamen: Ulrich Bapoh, Jan Wellers sowie Maxwell Gyamfi.

Ulrich Bapoh ist ein Bochumer Eigengewächs. Seit 2009 trug der Offensivakteur das Trikot der Blau-Weißen und durchlief sämtliche Jugendteams. Im Jahr 2017 wurde der Vizekapitän der U19 mit der Werner-Altegoer-Medaille ausgezeichnet. Darüber hinaus kam Bapoh auf fünf Spiele für die deutsche U18-Nationalmannschaft sowie ein Spiel für die U19. In der Saison 2018/19 wagte er den Schritt ins Ausland und wechselte für ein Jahr auf Leihbasis zum niederländischen Zweitligisten FC Twente Enschede. Dort erzielte er in zwölf Spielen drei Tore. Zurück beim VfL lief er in fünf Pflichtspielen für die Bochumer auf. Dabei erzielte er ein Tor und bereitete zwei weitere vor. Im Oktober erlitt der Angreifer im Testspiel gegen den KFC Uerdingen 05 einen Kreuzbandriss.

Jan Wellers wechselte im Sommer 2017 von der Jugend des FC Schalke 04 ins Bochumer Talentwerk. Der defensive Mittelfeldakteur führte die U19 des VfL in der Saison 2018/19 in der A-Junioren Bundesliga als Kapitän an und feierte darüber hinaus mit der Mannschaft den Sieg des Westfalenpokals gegen den TSC Eintracht Dortmund. In der nun ablaufenden Saison stand Wellers zweimal im Profi-Kader, kam jedoch nicht zum Einsatz.  

Auch Maxwell Gyamfi feierte mit der U19 des VfL 2019 den Sieg des Westfalenpokals. Im Sommer 2017 wechselte der Innenverteidiger aus der Jugend des Hombrucher SV ins Bochumer Talentwerk. Für die U19 des VfL absolvierte er 32 Spiele. In der aktuellen Saison stand er fünfmal im Kader der Lizenzspielermannschaft, wurde jedoch nicht eingewechselt.  

Der VfL Bochum 1848 bedankt sich bei allen Spielern für ihren Einsatz und wünscht ihnen für den weiteren Karriereweg alles Gute.

 

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