Thomas Reis (Cheftrainer VfL Bochum 1848): Mit dem 1:1 müssen wir, und können wir auch ganz gut leben. Wir wussten vorher, was uns hier erwartet. In der ersten Halbzeit waren wir nicht so präsent. Wir haben zwar versucht, Fußball zu spielen, doch im Mittelfeld hat ein wenig die Laufbereitschaft gefehlt. Wir wollten tiefe Laufwege, konnten uns über Außen aber nicht richtig durchsetzen. Wir geraten durch einen Standard in Rückstand, obwohl wir wussten, dass die körperliche Präsenz bei Sandhausen sehr hoch ist. Das war sehr ärgerlich, weil auf beiden Seiten wenig Torchancen waren. In der zweiten Halbzeit wollten wir unseren Spielaufbau verändern. Wir haben Sandhausen mehr vor Aufgaben gestellt. Wir haben gefühlt nur in einer Hälfte gespielt. Ich kann der Mannschaft nur ein Kompliment machen, wie sie nach dem Rückstand zurückgekommen ist und das Spiel dominiert hat. Der Ausgleich war deshalb verdient.

Michael Schiele (Cheftrainer SV Sandhausen): Schaut man auf die 90 Minuten, geht der Punkt schon in Ordnung. In der ersten Halbzeit haben wir ein gutes Heimspiel gezeigt: Wir waren aggressiv, haben den Gegner immer wieder hoch angelaufen und haben viele Ballgewinne gehabt. Es war schade, dass wir den ein oder anderen Ball nicht noch vorne gespielt haben oder besser ins Dibbling gekommen sind. Ich denke, dass wir den Gegner gut vom Tor weggehalten haben und sind dann verdient in Führung gegangen. Wir hatten vor der Pause noch eine Chance, da wäre es gut gewesen, 2:0 in Führung zu gehen. In der zweiten Halbzeit haben wir tiefer verteidigt und nur einmal etwas zugelassen. Wir haben dann den Standard, aus dem das Gegentor gefallen ist, nicht gut verteidigt.

Luis Hartwig (VfL Bochum 1848): Am Anfang war ich natürlich ein bisschen nervös. Ich wusste, dass ich beim Stand von 0:1 reinkomme, die Mannschaft und der Trainer auf mich setzen und ich meinen Beitrag leiste. Ich habe alles gegeben und als ich auf dem Platz war, war die Nervosität weg. Dann ist sofort das 1:1 gefallen, das war ein geiles Gefühl. Jetzt muss ich weiter hart trainieren.

Robert Tesche (VfL Bochum 1848): Wir können froh sein, dass wir heute einen Punkt mitgenommen haben. In der ersten Halbzeit haben wir nicht das gezeigt, was wir eigentlich im Stande sind zu leisten. In der zweiten Halbzeit haben wir dann den Schalter umgelegt und aggressiver gespielt, mit mehr Tempo. Ein, zwei Halbchancen hatten wir, aber keine hundertprozentige. Durch einen Standard haben wir dann zum Glück das 1:1 gemacht. Es ist auf jeden Fall ein verdienter Punkt, weil wir versucht haben, alles nach vorne zu werfen.

Thomas Eisfeld (VfL Bochum 1848): Ich glaube, insgesamt können wir nicht zufrieden sein. In der ersten Halbzeit haben wir uns den Schneid abkaufen lassen und sind nicht richtig in die Zweikämpfe gekommen. Wir haben zu viele Fehler mit dem Ball gemacht und hatten keine Tiefe im Spiel. Sandhausen hat es da stark gemacht. In der zweiten Halbzeit waren wir drückend überlegen, trotzdem hatten wir nur eine gute Chance durch Robert Zulj. Insgesamt müssen wir mit dem Punkt leben, denn mehr war nach der ersten Halbzeit wohl nicht drin. Ich würde natürlich gerne länger spielen, das ist logisch. Ich versuche auch mich im Training anzubieten und gebe Vollgas. Wenn ich dann reinkomme und mich durch so einen Assist belohnen kann, ist das natürlich schön für mich. Ich werde dranbleiben, alles weitere wird man dann sehen.

Robert Zulj (VfL Bochum 1848): Es war über 90 Minuten ein harter Kampf auf einem schwer zu bespielenden Platz. Beide Mannschaften hatten viele Zweikämpfe, viele lange Bälle, viele strittige Situationen. Am Ende des Tages muss man sagen, dass wir in der ersten Halbzeit nich gut gespielt haben. Wir hatten zu wenig Tiefgang, zu wenige Situationen in Richtung Strafraum und zu wenige Abschlüsse. In der zweiten Halbzeit wollten wir im spielerischen Bereich das Eins-gegen-eins-Verhalten verändern, uns öfter frei laufen und in die Tiefe spielen. So hat mir das Gesicht unserer Mannschaft besser gefallen. Das angesprochene Verhalten hat auch zu meiner ersten Chance geführt, die der Torwart noch gut hält. Leider hat es da nicht geklappt, Gott sei Dank dann aber ein paar Minuten später. Es war natürlich etwas bezeichnend, dass der Ausgleich dann durch eine Standardsituation gefallen ist. Gegen St. Pauli müssen wir mit der Leidenschaft und der Passqualität wie in Durchgang zwei antreten. Wir müssen sauber weiterspielen und uns weiter verbessern, damit wir wieder an Qualität dazugewinnen. Auswärts in Pauli ist es immer schwer, auch wenn der Gegner tabellarisch nicht gut dasteht. Aber wir müssen dort über 90 Minuten das zeigen, was wir heute in der zweiten Halbzeit abgeliefert haben.

 

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