Robin Dutt  (Cheftrainer VfL Bochum 1848): Wir haben lange ein ordentliches Spiel gemacht, in dem wir den Gegner im Griff hatten und nicht viel zugelassen haben. Gerade in der Phase vor dem ersten Gegentor haben wir uns zwei, drei gute Chancen herausgespielt, die haben wir aber nicht verwandelt. Sandhausen hat es dann aber sehr gut gemacht, so wie man es im Abstiegskampf auch machen muss: Sie haben die Räume eng gemacht, Bälle erobert und gut umgeschaltet. Eine Standardsituation hat dann zum 0:1 geführt, danach wurde es ein anderes Spiel, sodass wir auch weniger Druck nach vorne entfachen konnten. Bei dem zweiten Gegentreffer gab es dann ein Missverständnis zwischen dem Torhüter und dem Innenverteidiger, sodass der Gegner nachlegen konnte. Die Rote Karte gab es natürlich völlig unnötigerweise. Dann geht es in der Zweiten Liga schnell, dass du solch ein Spiel mit 0:3 verlierst. Aufgrund der zweiten Halbzeit haben wir auch völlig verdient verloren.

Uwe Koschinat (Cheftrainer SV Sandhausen 1916): Mein Kollege hat es gerade angesprochen, man muss es aber noch einmal deutlich hervorheben: Tatsache ist, dass sich das Spiel irgendwann – auch schon vor dem 1:0 – verändert hat. Es war plötzlich mehr Krawall auf dem Platz, dafür weniger der fußballerischen Linie. Ich glaube, das hat uns enorm in die Karten gespielt. Auch nach einem Sieg muss man bei der Wahrheit bleiben: Wir sind lange Zeit extrem viel hinterhergelaufen, haben bei eigenem Ballbesitz keine Passsicherheit gehabt und haben viele leichte Fehler gemacht. Diese haben sich potenziert, wenn Bochum uns scharf angelaufen hat. Wir haben außerdem den Fehler gemacht, dass wir den Ball sehr häufig ganz schnell wieder abgegeben haben, wenn wir ihn gewonnen hatten. Da wir das Gegenpressing des Gegners nicht gut beantwortet haben, kamen Chancen des Gegners zustande. Wenn wir hier 0:1 in Rückstand geraten, wird es sicherlich ein ganz schwieriges Spiel. Im Verlauf der zweiten Halbzeit gab es aber einige Schlüsselszenen, in denen die Zweikämpfe dreckiger wurden und der Gegner nur noch einfachere Lösungen gefunden hat. In dieser Phase sind wir in Führung gegangen, danach war es ein typisches Sandhausen-Spiel. Stellvertretend dafür steht Tim Knipping, der sich toll zurückgekämpft hat und sicher mitentscheidend für den Sieg war, da er nicht nur das Tor erzielt, sondern auch in der Defensive viele Kopfballduelle gewonnen hat. Mit Dennis Diekmeier haben wir außerdem einen Mentalitätsspieler hinzugewonnen, der auch in schwierigen Phasen dem Rest der Mannschaft Halt gibt und zeigt, wie gespielt werden muss. So haben wir uns in dieses Spiel hereingearbeitet. Am Ende fühlt sich das 3:0 deutlich leichter an, als es über 60 Minuten war. Natürlich sind wir sehr erleichtert, weil wir die Augen nicht davor verschließen, dass das Schneckenrennen im Tabellenkeller Fahrt aufnimmt und andere Mannschaften auch punkten. Wir waren in der Pflicht nachzuziehen, das hat das Team aus meiner Sicht bravourös gemeistert.

Anthony Losilla (VfL Bochum 1848): Beim ersten Gegentor werde ich von hinten geschubst, sodass ich nicht zum Kopfball gehen kann. Danach haben wir nicht gut genug auf den Rückstand reagiert. Wir machen die Dinger vorne einfach nicht rein, dann kann das Spiel immer kippen. Heute ist es genau so passiert, nach dem Gegentreffer kam nichts von uns. Jetzt müssen wir das schnell gemeinsam analysieren. Auch wenn die erste Halbzeit eng war, haben wir eigentlich gut gespielt, haben aber gute Möglichkeiten nicht verwertet. Der Kopf geht hoch, der Blick geht auf das nächste Spiel.

Tom Weilandt (VfL Bochum 1848): Ich denke, wir haben eine ordentliche erste Halbzeit gespielt. Zum Schluss haben wir allerdings völlig den Faden verloren. Das ist sehr bitter jetzt. Auch, dass wir nach einem Standard das erste Gegentor bekommen, gerade in einer Phase, in der wir eigentlich näher dran waren am 1:0. Der Gegner spielt dann eklig und auf Zeit, das haben wir dann leider nicht mehr drehen können.

Patrick Fabian (VfL Bochum 1848): Hier zu verlieren ist nicht unser Anspruch, das ist ganz klar. Das Zustandekommen ist am Ende sehr frustrierend für uns. Aber jetzt ist es so, am Ende steht hier eine deutliche 0:3-Niederlage auf dem Papier, das müssen wir erst einmal schlucken. Wir hatten Möglichkeiten, vorne Tore zu erzielen. Die Tore, die wir hinten kassieren, waren natürlich absolut vermeidbar. So steht man am Ende als Verlierer hier. Der Standard und natürlich auch das 0:2 dürfen so natürlich nicht passieren. Beim zweiten Gegentreffer wurde mir das Signal gegeben, dass ich Zeit habe, soviel hatte ich dann aber scheinbar doch nicht. Es geht aber nicht darum, wer einen Fehler gemacht hat. In so einem Spiel werden diese halt sofort bestraft.

Manuel Riemann (VfL Bochum 1848): Es ist relativ einfach zu erklären: Bei einem eigentlich ungefährlichen Standard entscheide ich mich falsch, der Gegner kommt an den Ball und kann ihn irgendwie Richtung Tor bringen. Da ich nicht richtig stehe, geht der Ball dann rein. Es ist schade, dass so Fehler derzeit immer sofort bestraft werden, aber das ist in der zweiten Liga so. Nach der Sandhäuser Führung haben wir versucht alles nach vorne zu werfen. Beim zweiten Gegentor gilt Patrick Fabian kein Vorwurf, ich habe ihm von hinten zugerufen, dass er Zeit hat. Ich habe es so eingeschätzt, dass der Gegenspieler nicht so schnell dorthin kommt. Patti bleibt dann ganz weg, ich hatte eher damit gerechnet, dass er den Ball zu mir zurück köpft. So liegt man dann eben 0:2 hinten. Es ist ärgerlich, aber wir können es nicht mehr ändern. Wir reden jede Woche über das Gleiche. Heute haben wir ein Spiel verloren, jetzt gilt es, die Fehler wieder zu analysieren und uns gut auf den nächsten Gegner vorzubereiten. Es wird alles aufgearbeitet, dann geht es nächste Woche weiter.

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