Robin Dutt (Cheftrainer VfL Bochum 1848): Der FC St. Pauli war in der ersten Halbzeit eine ganze Weile lang die bessere Mannschaft, die besser nach vorne gespielt und mit mehr Druck agiert hat. So hatte St. Pauli auch die beste Chance durch Sami Allagui, die Manuel Riemann aber stark pariert hat. Wir haben dann zum ersten Mal die Grundordnung umgestellt von einem 4-4-2 ins 4-2-3-1, das war eher Schadensbegrenzung, um ohne Gegentor in die Pause zu gehen. Danach wurde es zum Glück schon etwas ruhiger. In der Halbzeit haben wir dann zum zweiten Mal die Grundordnung umgestellt. Wer mich kennt, der weiß, dass ich so etwas ungerne mache und dass so eine Reaktion ein Kompliment an den Gegner ist, der uns im ersten Durchgang vor Aufgaben gestellt hat, die von uns so nicht gelöst werden konnten. Mit dem 4-1-3-2 im zweiten Durchgang haben wir es dann deutlich besser gemacht, wir haben das Zentrum besser dicht bekommen. Die Schlüsselspieler des Gegners hatten weniger Platz, wir haben dafür Anspielstationen bekommen und haben Druck nach vorne gemacht. Auch das Positionsspiel hat dann wieder gestimmt, sodass wir die beste Chance der zweiten Halbzeit hatten, als Silvère Ganvoula frei vorm Tor war und draufgehauen hat. Vielleicht hätte er da schieben müssen. Schlussendlich war es so, dass St. Pauli lange in der ersten Halbzeit besser war, wir haben einen großen Teil der zweiten Halbzeit dominiert. Wir hätten uns auf ein 3:3 einigen sollen, dann hätten alle mehr davon gehabt, aber die Punkteteilung geht so voll in Ordnung.

Jos Luhukay (Cheftrainer FC St. Pauli): Ich denke, dass Robin in seiner Bewertung und Analyse schon richtig liegt. Ich glaube, dass wir eine sehr starke erste Halbzeit gespielt haben, in der wir permanent versucht haben den Gegner unter Druck zu setzen, nach vorne zu verteidigen. Auch im Ballbesitz waren wir immer gefährlich, sodass wir eigentlich hätten in Führung gehen müssen. Dann hätten wir mehr Spielkontrolle gehabt, Bochum hätte mehr in die Offensive investieren müssen. Durch die Umstellungen haben wir im zweiten Durchgang einige Unterzahl-Momente gehabt, ich wollte aber selber nicht umstellen, sondern den Druck aufrecht erhalten. Es gab auch einige Gelegenheiten in Halbzeit zwei, leider ist uns aber kein Tor gelungen. Es ist keine Entschuldigung, aber uns haben heute zwölf Spieler gefehlt, viele davon wären wohl Kandidaten für die Startelf gewesen. Deshalb muss ich sagen, dass meine Mannschaft ein richtig gutes Spiel gemacht hat, was die Spielidee dahinter angeht. Es ist schade, dass sich die Jungs wie schon letzte Woche nicht für den Aufwand belohnt haben. Aber der VfL war in Durchgang zwei auch dran, deshalb war es am Ende auch eine Genugtuung, dass man das Spiel nicht noch verloren hat. Aus dem, was wir derzeit zur Verfügung haben, holt die Mannschaft derzeit das Maximale heraus. Der entscheidende Pass hat am Ende gefehlt, einige Spieler sind vielleicht nicht entschlossen und mutig genug. Das von Robin vorgeschlagene 3:3 wäre auch okay gewesen. Ich wünsche dem VfL für die neue Saison nur das Beste, wir versuchen jetzt, die Saison in Fürth gut zu beschließen.

Jannik Bandowski (VfL Bochum 1848): Ich bin zufrieden. Nach der ersten Halbzeit war es nicht so einfach, wir hatten da kaum Zugriff. Im zweiten Durchgang waren wir besser im Spiel, am Ende bin ich froh über den Punkt. Man hat gemerkt, dass St. Pauli nicht mehr so druckvoll war wie in Durchgang eins, auch weil wir die Bälle besser gehalten haben. Wir hatten zwei, drei Chancen. Wenn wir davon eine machen, dann nehmen wir hier wohl drei Punkte mit, aber ich bin auch mit dem einen zufrieden. Was meine Zukunft angeht habe ich mich noch nicht entschieden. Es werden Gespräche folgen, dann schauen wir mal. Ich bin gelassen, bin froh dass ich gesund bin und Spiele machen kann. Ich will gegen Union noch ein gutes Spiel machen, was danach kommt wird man sehen. Ich freue mich über jede Minute auf dem Platz, es war eine tolle Atmosphäre, auch dank der guten Unterstützung der Bochumer Fans.

Anthony Losilla (VfL Bochum 1848): Wir haben dieses Spiel nicht gut angefangen. In der ersten Halbzeit hatten wir es nicht im Griff, trotzdem stand bei uns die Null. In der Pause haben wir umgestellt, wir haben dann früher angegriffen. Es hat besser geklappt, am Ende ist das 0:0 aber gerecht. Wir hatten wirklich viel Pech in dieser Saison, trotzdem haben wir es geschafft, nicht unten reinzurutschen. Wir tun jetzt gegen Berlin noch alles dafür, um in die erste Tabellenhälfte zu springen. Für uns ist es eine schöne Herausforderung, es zu verhindern, dass Berlin in Bochum aufsteigt. Dafür müssen wir hart arbeiten.

Thomas Eisfeld (VfL Bochum 1848): In der ersten Halbzeit haben wir relativ schwer Zugriff bekommen, St. Pauli hat im Mittelfeld das Zentrum dicht gemacht. Teilweise waren wir in Unterzahl, mit den Umstellungen haben wir aber mehr Zugriff bekommen. Mit etwas Glück hätten wir hier auch das Tor machen und die drei Punkte mitnehmen können. Wir waren kompakt im zweiten Durchgang, leider haben wir aber das Tor nicht gemacht. Am Ende können wir aber zufrieden sein mit dem Punkt. Wir spielen jedes Spiel, um es zu gewinnen, außerdem ist es für jeden Fußballer nicht schön, wenn der Gegner im eigenen Stadion aufsteigt. Für Union ist es eine besondere Nummer. Wir werden alles reinhauen und hoffentlich die drei Punkte in Bochum behalten.

Manuel Riemann (VfL Bochum 1848): Ich glaube, dass das Unentschieden absolut in Ordnung geht. In der ersten Halbzeit war St. Pauli besser, in der zweiten wir. Insgesamt war es heute ein Spiel, in dem man schon etwas gemerkt hat, dass es für beide Teams um nicht mehr so viel geht. Es gab auf beiden Seiten viele Räume, umso erstaunlicher also, dass es heute 0:0 ausgegangen ist. Prinzipiell gönne ich jedem, nach einer solch schwierigen Saison den Aufstieg zu feiern. Am meisten natürlich uns, aber wir haben es nicht geschafft. Ich fände es aber nicht so toll, wenn Berlin in unserem Stadion aufsteigen würde, deshalb wäre es cool, wenn wir das irgendwie verhindern könnten. Letzter Spieltag, das Stadion wird relativ voll sein, das macht doch jedem viel Spaß!

Sebastian Schindzielorz (Geschäftsführer Sport VfL Bochum 1848): Ich denke, dass es ein verdientes Ergebnis war. St. Pauli hat am Anfang mehr vom Spiel gehabt, hatte die besseren Chancen. Wir waren in der zweiten Halbzeit besser. Insgesamt war es ein ordentliches Auswärtsspiel, wir hatten auch noch große Chancen auf den Siegtreffer. Wir sprechen permanent über die personellen Entscheidungen, es gibt auch Tendenzen. Wir sprechen aber auch noch einmal mit den Spielern, bevor es finale Entscheidungen gibt.

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