Thomas Reis (Cheftrainer VfL Bochum 1848): Wir sind natürlich unheimlich glücklich, dass wir das Spiel für uns entscheiden konnten. Im Vorfeld war es klar, was für eine Konstellation hier auf uns wartet. Dresden stand mit Sicherheit noch etwas mehr unter Druck, beide mussten heute gewinnen. Wir sind gut in die Partie gekommen, sind ruhig geblieben und haben den Gegner beherrscht, ohne selbst zwingend zu werden. Unsere Positionierung hätte noch besser sein können, aber wir haben keine großen Chancen des Gegners zugelassen. In der zweiten Halbzeit wollten wir noch aktiver sein und den Gegner nach hinten drücken. Wir gehen dann in Führung, in der Folge war ich mit ein, zwei Entscheidungen des Schiedsrichters nicht einverstanden. Es war nicht ausschlaggebend, aber in einem so hitzigen Spiel hatten wir dadurch keinen Vorteil. Nach dem Gegentor war ein paar Minuten Unruhe drin bei uns, da haben wir uns aber wieder rausgekämpft. Mit der letzten Aktion machen wir das entscheidende Tor, das passt dann irgendwie zu so einem Spiel. Es war aber kein unverdienter Sieg. Die Jungs haben gezeigt, dass wir den Kampf angenommen haben und heute mit dem Lucky Punch den Sieg holen konnten.

Markus Kauczinski (Cheftrainer SG Dynamo Dresden): Die Enttäuschung sitzt natürlich tief bei mir und meiner Mannschaft. Es war ein zerfahrenes Spiel mit abwechselnden Phasen auf beiden Seiten. Man hat den Teams den Abstiegskampf angemerkt, es waren immer wieder leichte Abspielfehler auf beiden Seiten dabei. Wir geraten dann in Rückstand, haben danach unsere beste Phase und treffen zum Ausgleich. Auch danach hatten wir mehr Aktionen nach vorne, ohne aber zwingend zu werden. Oft fehlte der letzte Pass und das letzte Durchsetzungsvermögen. Aus meiner Sicht war es über die gesamte Zeit ein ausgeglichenes Spiel. In der letzten Aktion fehlt die Ordnung, wir kriegen die Flanke und den Treffer und so verlieren wir hier zuhause. Ein Punkt wäre verdient gewesen. Du musst so clever sein, das über die Zeit zu bringen. Das müssen wir uns vorwerfen lassen, dass wir es nicht geschafft haben.

Anthony Losilla (Kapitän VfL Bochum 1848): Das war ein ganz besonderes Spiel, in dem lange nichts passiert ist. Trotzdem war es spannend. Keine Mannschaft wollte einen Fehler machen, aber wir wussten, dass die Zeit für uns läuft. Man hat gemerkt, dass der Gegner nervöser wurde. So haben wir das 1:0 gemacht, leider kassieren wir aber wieder nach einem Standard das Gegentor. Wir haben nicht aufgegeben und weiter an uns geglaubt. Der Lucky Punch kam genau zum richtigen Moment, das tut uns heute sehr gut. Wir wissen, dass wir nicht auf die anderen Mannschaften schauen dürfen. Wir müssen uns auf uns fokussieren. Heute konnten wir einen ganz wichtigen Schritt für die Mannschaft und den Verein machen. Jetzt müssen wir auch am Sonntag zuhause punkten.

Vitaly Janelt (VfL Bochum 1848): Vielleicht war das der schönste Moment meiner jungen Karriere. In dieser Situation, in der wir gerade stecken, in letzter Sekunde und nach dem ärgerlichen 1:1-Ausgleich das Tor zu machen ist einfach geil. Mit meiner Zeit in der Jugend eingerechnet war es wohl mein erstes Kopfballtor. Heute war es ein Spiel mit Leidenschaft, Kampf und Wille. Wir haben nicht viele Torchancen gesehen, aber so ein Spiel entscheidet sich über den Kampf. Wer da am Ende die besseren Nerven und mehr Kraft hat gewinnt. Wir standen defensiv stabil und haben wenig zugelassen. Zum Glück konnten wir den Lucky Punch setzen. Es ging schnell beim Tor. Ich habe nur gesehen, dass Danny den Ball hat, da dachte ich einfach so: Wenn nicht jetzt, wann dann? Einfach durchlaufen. Dass ich den Ball so treffe, dass er da in den Winkel reingeht, ist natürlich geil. Mitnehmen! Jetzt wollen wir gegen Sandhausen nachlegen.

Silvère Ganvoula (VfL Bochum 1848): Ich war etwas überrascht, dass ich nicht von Beginn an gespielt habe. Aber ich respektiere natürlich die Entscheidung des Trainers. Als ich eingewechselt wurde, wollte ich zeigen, dass ich es besser machen kann als zuletzt. Zum Glück habe ich ja auch mein Tor gemacht. Deshalb bin ich sehr glücklich, nicht nur für mich, sondern vor allem für die Mannschaft. Ich will jetzt weiter treffen, das ist wichtig für uns und mein Selbstvertrauen. Dafür werde ich Spiel für Spiel weiter hart arbeiten.

Danny Blum (VfL Bochum 1848): Es war ein ganz schwieriges Spiel. Man hat gesehen, dass es hier um ganz viel ging. Wir mussten ruhig bleiben, geduldig bleiben, nicht hektisch werden. Respekt an die Mannschaft, dass wir es in diesem Stadion so geschafft haben. Wir sind nicht nervös geworden und haben zur richtigen Zeit die Tore gemacht. Wir sind am Ende extrem glücklich, dass wir hier mit drei Punkten nach Hause fahren können. Es hat ein paar Spiele gedauert, bis ich für mich persönlich mit den zwei Vorlagen endlich wieder Erfolgserlebnisse sammeln konnte. Ich bin froh, dass Silvère sofort da war. Und dass Vitaly das Ding am Ende so da oben ins Kreuz reinköpft ist natürlich eine Sensation. Er schießt nicht allzu viele Tore, umso wichtiger war es heute. Wir mussten hier dreckig spielen, viele Zweikämpfe bestreiten und dagegenhalten. Das cleverere Team hat gewonnen, wir sind über 90 Minuten klar im Kopf geblieben und deshalb sind wir heute der verdiente Sieger.

Sebastian Schindzielorz (Geschäftsführer Sport VfL Bochum 1848): Die Erleichterung ist sehr groß. Als erstes möchte ich mich bei den Bochumer Fans bedanken, die uns hierher begleitet haben. Bei der Stimmung hier tut jeder Fan, der uns im Stadion unterstützt, einfach gut. Wir haben einen guten Auftritt hingelegt und haben verdient gewonnen, auch wenn es natürlich mit einem Tor in letzter Sekunde immer etwas glücklich ist. Die Leistung war aber sehr reif und stabil, der Sieg ist aus meiner Sicht verdient. Ich habe nach dem Ausgleich schon daran geglaubt, dass wir noch gewinnen können. Wir haben das Spiel bestimmt, standen defensiv bis auf die Standards gut. In der Offensive hatten wir auch zum Schluss noch Geschwindigkeit und Power, die Tore wurden ja auch schön herausgespielt. Danny Blum und Silvère Ganvoula sind bei uns intern nie in die Kritik geraten. Es ist innerhalb einer langen Saison normal, dass man mal kein Tor macht. Beide haben aber hart gearbeitet und heute einen großen Teil dazu beigetragen, dass wir drei Punkte mitnehmen. Auch Saulo Decarli und Maxim Leitsch haben ihre zuletzt starke Form bestätigt. Besonders für Saulo freut es mich, er hat es nach seinem Fehler in der letzten Woche hervorragend gemacht. Respekt dafür, das zeigt, was er für ein Vollprofi ist.

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