Robin Dutt (Cheftrainer VfL Bochum 1848): Schlechter hätte es für uns heute mit dem schnellen Rückstand nicht beginnen können. Die Mannschaft hat sich danach aber gleich wieder gewehrt, es war dann in der ersten Halbzeit ein offener Schlagabtausch. Ich fand, dass die Offensivbemühungen des SCP ein Stück weit druckvoller und gefährlicher waren. Trotz allem hatten wir einen Lattentreffer, gute Schusschancen von Anthony Losilla und Robbie Kruse. Auf der anderen Seite hatten wir Glück, als Paderborn an die Unterkante der Latte geschossen hat. Paderborn hat im Laufe der Saison eine richtige Offensiv-Wucht entwickelt. Mit einem 0:1 zur Halbzeit hätten wir leben können, dann passiert dieser Fehlpass. Das war natürlich ein Nackenschlag, aber Fehler passieren nunmal. In der Pause haben wir uns gesagt, dass jetzt der Charakter gefragt ist. Wir wollten für uns als Mannschaft selber und für die Fans auf den Rängen ein Zeichen setzen, dass wir uns dagegenstemmen. In der aktuellen Verfassung der Paderborner kann man natürlich auch ganz schnell weitere Gegentreffer kassieren, besonders wenn man einem 0:2 hinterherläuft. Wir haben dann aber den Charaktertest im Mentalitätsbereich bestanden, sie hat wirklich versucht Druck zu machen und die Konter, die der SCP gefahren hat, zu unterbinden. Das Offensivspiel war aber nicht gut zu Ende gefahren, wir waren zu fahrig, die Flanken kamen nicht punktgenau, bei den Abschlusschancen war immer wieder ein Fuß dazwischen. Wir haben zwar noch das 2:1 gemacht, am Ende fehlte aber auch das Glück, um das 2:2 nachzulegen. Es war eine verdiente Niederlage, bei der es wirklich genug zu kritisieren gibt. Wir wollen nichts schönreden, aber zumindest die Mentalität stimmte nach der Halbzeit.

Steffen Baumgart (Cheftrainer SC Paderborn 07): Wir haben ein sehr, sehr intensives Spiel gesehen. Wir freuen uns über den Sieg, der hart erkämpft war. Am Ende hätte es mit dem ein oder anderen Ball auch Unentschieden ausgehen können. Beide Mannschaften haben versucht nach vorne zu spielen. Wir hatten einige Möglichkeiten im Konter, wo wir es aber einfach nicht gut gemacht haben. Insgesamt haben die Jungs aber auch gegen den Ball sehr gut gearbeitet, da muss ich ein Riesen-Kompliment aussprechen. Für mich ist es untypisch, aber ich muss auch ein Extralob loswerden: Vor Sebastian Vasiliadis kann ich heute nur den Hut ziehen. Er hat nicht nur unglaublich viele Kilometer abgespult, sondern hat die Mannschaft auch immer wieder angetrieben. Ich freue mich sehr über den Sieg, weiß aber auch, dass wir die ein oder andere Situation besser ausspielen müssen. So blieb es bis zum Ende spannend, sodass wir uns auch nicht hätten beschweren dürfen, wenn ein Ball noch reingegangen wäre und wir hier nicht mit drei Punkten nach Hause fahren.

Anthony Losilla (VfL Bochum 1848): Wir wussten, dass Paderborn mit Tempo spielt. Das Tor nach nicht mal einer Minute tat natürlich weh. Trotzdem haben wir aus meiner Sicht gut reagiert, obwohl es gegen den Wind nicht einfach war. So hatten wir auch unsere Chancen, doch das Spiel wollte heute nicht in unsere Richtung gehen. Dann kassieren wir unglücklich das zweite Tor kurz vor der Pause, das kann immer mal passieren. Das tut uns heute richtig weh. Wenn du mit zwei Toren hinten bist, versuchst du nach vorn zu spielen. Dann ist es normal, dass der Gegner mit seinen schnellen Spielern zu Kontern kommt, das ist ihr Spiel. Aber wie gesagt, wir hatten unsere Chancen, aber sie nicht reingemacht. Wir wollen weiter von Spiel zu Spiel gucken und müssen sehen, dass wir nach der zweiten Niederlage reagieren und darauf liegt jetzt unser Fokus.

Manuel Riemann (VfL Bochum 1848): Das war extrem bitter. Ich glaube, wir haben über 90 Minuten ein gutes Spiel gemacht. Auch das schnelle Gegentor hat uns in keiner Weise aus der Bahn geworfen. Dass bei dem Spiel auf beiden Seiten Fehler passieren, war klar. Ich finde aber, wir haben deren Sturm gut vom Tor weggehalten haben. Paderborn hatte sicher seine Möglichkeiten, wir aber auch. Im Endeffekt waren wir einfach nicht effektiv genug. Wir werden jetzt aber nicht sagen, die Saison ist für uns beendet und wir spielen nicht mehr. Wir werden natürlich wieder aufstehen und versuchen, es nächste Woche besser zu machen. Wir können ja auch nichts Anderes machen. Im Moment ist es etwas schade, dass bei uns jeder Fehler brutal bestraft wird. Wenn ich sehe, wie der Ball beim 0:2 reingeht, ist das schon bitter. Auch unabhängig vom zu kurzen Pass vorher. Der will den Ball über mich lupfen, trifft mich an der Schulter und von seinem Schienbein kommt er genau in seinen Lauf. Bei uns geht der Kopfball dann an die Latte und nicht rein. In der zweiten Halbzeit haben wir ein Riesenspiel gemacht und hätten einen Punkt mehr als verdient gehabt.

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