Thomas Reis (Cheftrainer VfL Bochum 1848): Glückwunsch an meinen Kollegen Dirk Schuster zum Sieg. Glückwunsch aber auch zum Jubiläum von Martin Männel. Wir sind heute eigentlich sehr gut ins Spiel gekommen. Man hatte das Gefühl, dass man hier auch gut und gerne mit 2:0 in Führung liegen kann. Danach haben wir uns aber so ein bisschen auf das Spiel von Aue eingelassen. Sie haben sich immer wieder gut befreit, auf den zweiten Ball gespielt. Wir waren nicht mehr in der Lage, schnell umzuschalten. Da war ich gerade mit meinen Offensivspielern nicht zufrieden. Wir haben es einfach versäumt, weiter Fußball zu spielen. Nach dem Seitenwechsel war es offener. Aue hatte dennoch eine Doppelchance, da hält uns Manu im Spiel. Wir sind ganz gut in die Tiefe gekommen, haben aber oft die falsche Entscheidung getroffen. Dennoch sind es, aufgrund der Chancen in der zweiten Halbzeit, verlorene Punkte. Es ist, wie es ist. Die Niederlage heute tut weh.

Dirk Schuster (Cheftrainer Erzgebirge Aue): Danke für die Glückwünsche. Ich habe das Spiel ähnlich gesehen wie Thomas. Es war ein intensives Niveau. Das Spiel hat für Bochum besser begonnen, wir hatten da einige Probleme. Wir haben es nach zehn Minuten taktisch besser hinbekommen. So konnten wir zum Beispiel Danilo Soares, den vielleicht besten Linksverteidiger der Liga, aus dem Spiel nehmen. Das hat sich ausgezahlt. Wir hatten einen guten Zugriff, waren präsent, was die zweiten Bälle betraf. Wir hätten nach der Führung auch noch erhöhen können. Aber auch der VfL hatte seine Chancen. Deswegen denke ich, dass es ein glücklicher Sieg für uns war. Ich kann die Enttäuschung von Thomas verstehen, nach so einem Spiel mit leeren Händen dazustehen. Ich freue mich einfach, dass die Mannschaft mit sehr viel Kampfkraft dieses Ergebnis über die Bühne gebracht hat.

Anthony Losilla (VfL Bochum 1848): In der ersten Halbzeit haben wir richtig gut angefangen. Aue hat nur auf unsere Fehler gewartet, wir hatten dann zu viele Ballverluste. Nach Kontern hat der Gegner es gut gemacht. Das Tor nach einem Standard hat uns natürlich weh getan. Wir wussten, dass es hier schwierig wird, wenn man in Rückstand gerät. Wir haben in der zweiten Halbzeit alles versucht, leider hat es aber nicht geklappt. Der letzte Pass hat gefehlt, in vielen Situationen haben wir einfach in der Offensive nicht die richtige Entscheidung getroffen. So haben wir heute kein Tor erzielen können. So ist das leider manchmal. Jetzt müssen wir schnell nach vorne schauen. Wir haben in dieser Saison schon oft gezeigt, dass wir eine gute Mentalität haben. Wir dürfen jetzt nicht alles zu negativ sehen. Stattdessen wollen wir direkt wieder aufstehen und in der nächsten Woche drei Punkte holen.

Danny Blum (VfL Bochum 1848): Ich glaube, dass wir den Fehler gemacht haben, uns auf das Spiel von Aue einzulassen. Wir haben uns auf einen offenen Schlagabtausch eingelassen. Das ist eigentlich unverständlich, denn wir hatten klare Abläufe, wie wir gegen sie spielen wollen. Wir hätten es eigentlich nicht nötig, uns auf dieses Muster einzulassen. Wir spielen bisher in dieser Saison einen sauberen Fußball, das haben wir in der ersten Halbzeit vermissen lassen. Das hat Aue natürlich in die Karten gespielt und war auch heute der Schlüssel für den Gegner. Man sieht, dass sich für uns Räume ergeben, wenn wir andribbeln, über die Außen kommen und in die Tiefe spielen. So haben wir auch einige gefährliche Situationen herausgespielt. Am Ende haben wir das aber zu wenig getan. Durch schlampige Pässe haben wir den Gegner eingeladen, so wurde auch die Ecke zum 0:1 hergeschenkt. Die Liga ist sehr eng, jeder kann gegen jeden gewinnen. Die Tabellenführung zu diesem Zeitpunkt spielt keine Rolle, wir müssen uns darauf konzentrieren die Punkte zu holen, um weit vorne mitzuspielen. Das haben wir heute nicht geschafft. Jetzt gilt es den Mund abzuputzen und nächste Woche das besser zu machen, was wir heute haben vermissen lassen.

 

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