Pokalfight, erster Heimsieg und unnötige Punktverluste

Im zweiten Teil des Saisonrückblicks erinnern wir uns gemeinsam mit unserem Hauptsponsor TRICORP an Höhepunkte wie das Pokalspiel gegen den FC Bayern München oder den ersten Heimsieg gegen Nürnberg, aber auch an bittere Niederlagen wie zum Beispiel das 1:2 bei Holstein Kiel.

Nach dem ersten Sieg in der Liga beim 1. FC Heidenheim (3:2) wollte der VfL nach der Länderspielpause auch im heimischen Vonovia Ruhrstadion endlich dreifach punkten. Doch auch im fünften Heimspiel gab es keinen Sieg zu bejubeln, dafür bot die Partie den Zuschauern die volle Bandbreite der Emotionen. Zweimal holten die Bochumer einen Rückstand auf, gingen dann sogar durch ein Tor von Cristian Gamboa 3:2 in Führung. Hinzu kam, dass der VfL ab er 17. Minute sogar in Überzahl war. In Halbzeit zwei sollte man meinen, dass die Jungs vonne Castroper das Glück auf ihrer Seite hatte: Manuel Riemann parierte einen Foulelfmeter und verhinderte so den Ausgleich. Doch in der 91. Minute dann der Nackenschlag: Der gerade erst eingewechselte Anton Fink schob die Kugel aus zehn Metern ins lange Eck. Erneut stand der VfL nur mit einem, anstatt drei Punkten da. „Wir haben heute zu wenig gemacht, um die drei Punkte zu holen“, fand Kapitän Anthony Losilla nach der Partie ehrliche Worte.

Ähnlich kurios war es eine Woche später beim Gastspiel in Kiel. Bei den „Störchen“ kam die Mannschaft von Trainer Thomas Reis nicht in die Partie und geriet früh in Rückstand (9.). Ein Elfmeter, den Silvère Ganvoula sicher verwandelte, brachte den VfL dann zurück ins Spiel. Die Entstehungsgeschichte des Strafstoßes war eine für die Geschichtsbücher: Kiels Einwechselspieler Michael Eberwein hatte den Ball vor dem Überqueren der Torauslinie gestoppt. Die Konsequenz: Elfmeter! Und gleich der zweite Strafstoß, wenn auch weniger kurios, sollte noch folgen. Wenige Sekunden vor der Pause parierte Riemann einen Elfmeter von Janni Serra und hielt den VfL so im Spiel. Wenn auch nicht lange, denn in der 52. Minute machte Serra seinen Ausrutscher wieder gut und erzielte den 2:1-Endstand aus Sicht der Kieler.

Das (Fast)Pokal-Wunder

Mit der Niederlage im Rücken stand für den VfL unter der Woche die schwerste Aufgabe der Saison auf dem Programm. In der zweiten Runde des DFB-Pokals war der FC Bayern München zu Gast anne Castroper. Bei Flutlicht sahen die 26.600 Fans im ausverkauften Vonovia Ruhrstadion einen engagierten und forschen Auftritt der Reis-Elf. Fast hätte es für ein Pokalwunder gereicht: Durch ein Eigentor von Alphonso Davies gingen die Blau-Weißen nach 36. Minuten in Führung und konnten diese auch bis in die Schlussphase hinein verteidigen. Genauer gesagt bis zur 83. Minute, als Serge Gnabry für die Gäste ausglich. Danach rissen die Bayern das Spiel komplett an sich und entschieden es auch noch in der regulären Spielzeit für sich: Thomas Müller „müllerte“ den Ball in der letzten Spielminute über die Linie. Nur wenige Minuten zuvor sah Armel Bella Kotchap wegen Handspiels die Rote Karte. „Heute bin ich einfach nur stolz. Auf die Leistung und das, was wir heute hier als Verein auf den Platz gezaubert haben“, sagte Riemann, der darüber hinaus als Spieler der Partie ausgezeichnet wurde. „Das war heute eine gute Reaktion, die brauchen wir aber auch in Zukunft und ich glaube, dass das jeder erkannt hat.“

„Look like a team, Work like a team“

Die gewünschte Reaktion folgte im Heimspiel gegen den 1. FC Nürnberg. „Die Truppe hat gezeigt, dass es gegen Bayern keine Eintagsfliege war“, lobte Cheftrainer Reis seine Mannschaft. Schon in der ersten Halbzeit ließ der VfL keine Zweifel daran, den ersten Heimsieg endlich einzufahren. Danilo Saores (9.), Simon Lorenz (40.) und Manuel Wintzheimer (45.) schraubten das Ergebnis zur Pause auf 3:0. In Durchgang zwei konnten die Gäste nur noch den Anschlusstreffer zum 3:1 erzielen. „Wir haben gekämpft und die drei Punkte geholt, das war sehr wichtig für uns. Die Mentalität aus dem Bayernspiel haben wir genauso gebracht, daraus haben wir gelernt und heute hat es auch mit dem Sieg geklappt“, sagte Torschütze Soares. Kleine Randnotiz zum Sieg: Eindeutig Glück gebracht haben dem VfL dabei die Trikots mit dem veränderten Kampagnenschriftzug von Hauptsponsor Tricorp: Gegen den FCN spielte die Mannschaft mit dem neuen Claim des Hauptsponsors „Look like a team, Work like a team“ auf der Brust.
Trotz des ersten Heimsieges befand sich der VfL in dieser Saisonphase tabellarisch in der gefährlichen Zone. Und auch in den zwei folgenden Spielen beim FC St. Pauli sowie gegen den VfL Osnabrück gelang kein Befreiungsschlag. Beide Partien endeten 1:1, zweimal gaben die Bochumer eine frühe Führung aus der Hand. Gegen den FC Erzgebirge Aue machten es die Blau-Weißen dann besser: Zum ersten Mal in dieser Spielzeit siegte die Reis-Elf ohne ein Gegentor zu kassieren. Kapitän Losilla brachte seine Mannschaft in Front (61.). In der Nachspielzeit setzte Louis Samson mit seinem Eigentor den Schlusspunkt.

Zu Hause eine Macht

Nach dem Sieg gegen Aue konnte der VfL auf satte acht Heimspiele in Serie zurückblicken, in denen immer gepunktet wurde – und es kam noch ein weiteres dazu. Nach einem dürftigen Auftritt bei der SpVgg Greuther Fürth – der VfL unterlag 1:3 – gewann der VfL zum Abschluss der Hinrunde sein Heimspiel gegen Bundesliga-Absteiger Hannover 96. Wintzheimer (14.) und Simon Zoller (28.) stellten vor der Pause schon auf 2:0. Der Anschlusstreffer von Marvin Ducksch (65.) machte es in Durchgang zwei noch einmal spannend, doch der VfL brachte den Sieg über die Zeit und blieb zum neunten Mal in Folge zu Hause ungeschlagen. „Unterm Strich hatten wir das nötige Quäntchen Glück und gehen relativ verdient als Sieger vom Platz“, fasste Riemann zusammen.

Doch wie man im Sport weiß: Jede Serie reißt einmal. Zum Jahresabschluss und gleichzeitig Auftakt der Rückrunde musste sich der VfL dem SSV Jahn Regensburg geschlagen geben. „Wir sind alle enttäuscht. Die Pause müssen wir nutzen, um den Kopf frei zu bekommen“, forderte Wintzheimer nach der Niederlage. Dem pflichtet auch Danny Blum bei: „In der Winterpause kann man einiges korrigieren und aufarbeiten.“ Der VfL musste auf dem 14. Tabellenplatz überwintern, nur der Zähler trennten die Bochumer von einem direkten Abstiegsplatz.

Im dritten Teil des Saisonrückblicks geht es um den harten Abstiegskampf. Wir schauen unter anderem zurück auf die wichtigen Auswärtserfolge in Wiesbaden und Dresden.

 

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