Erneuter Wahnsinn anne Castroper! Auch beim Debüt von Thomas Reis als Trainer des VfL Bochum 1848 gegen die SG Dynamo Dresden geht es im Vonovia Ruhrstadion bis zum Ende wild zu. Erst erstickt der VfL den Gast in Halbzeit eins mit aggressivem Pressing, mit zunehmender Spieldauer können sich die Sachsen aber befreien. Mit der ersten guten Gelegenheit geht Dresden in Abschnitt zwei dann in Führung (47.), nach neuerlicher Druckphase mit wütenden VfL-Angriffen erhöht die SGD sogar auf 2:0 (63.). Doch wie das in den Heimspielen so ist in dieser Saison, startete der VfL zum dritten Mal eine Aufholjagd. Danny Blum (78.) und Anthony Losilla (85.) belohnte die unermüdlichen Bemühungen, die Krönung blieb jedoch trotz weiterer Möglichkeiten aus. So warten die Blau-Weißen zwar weiter auf den ersten Dreier, bleiben aber zuhause weiter unbesiegt und verhindern einen Fehlstart des neuen Coaches.

Neustart für den VfL Bochum 1848, der am 6. Spieltag der 2. Bundesliga erstmals mit Chef Thomas Reis an der Seitenlinie die SG Dynamo Dresden empfing und endlich den ersten Sieg erzwingen wollte. Unser neuer Coach wählte bei seinem Debüt eine Startelf, die im Vergleich zur Partie in Stuttgart auf zwei Positionen verändert wurde: Thomas Eisfeld und Milos Pantovic rückten für Jordi Osei-Tutu und Danny Blum in die erste Elf. Auch Dresdens Cristian Fiel tauschte nach dem 3:3 gegen den FC St. Pauli doppelt: Für den rotgesperrten Zweifachtorschützen Jannis Nikolaou und Kevin Ehlers rücken René Klingenburg und Florian Ballas rein.

2. Erste Annäherung des VfL: Vitaly Janelt kommt nach einem zu kurz geklärten Freistoß an die Kugel und zieht sofort ab – ein gutes Stück übe den Kasten Dynamos

4. Auch Dresden erstmals im Vorwärtsgang. Simon Lorenz mit dem zu kurzen Rückpass auf Alexander Jeremejeff, der Manuel Riemann aus spitzem Winkel flach in die Arme schießt.

10. Zehn Minuten rum und man kann konstatieren: Der VfL hat sich einiges vorgenommen und ist willig, jeden Zentimeter des Vonovia Ruhrstadions umzugraben. Die Zweikämpfe werden mit richtig viel Engagement geführt, das Publikum ist früh da. Klare Chancen lassen aber noch auf sich warten. Doch das ist Feuer drin!

12. Sebastian Maier wird von Anthony Losilla fein in Szene gesetzt und geht zielstrebig Richtung Dresdner Tor. Dann nimmt er rechts Pantovic mit, der sich die Kugel zurechtlegt und draufhält. Leicht abgefälscht rauscht der Ball am langen Pfosten vorbei. Ecke.

13 Doppelkopf Ganvoula. Die Ecke ist auch nicht ohne. Zunächst rutscht sie auf die andere Seite durch, wo Pantovic zur Flanke ansetzt. Silvère Ganvoulas Kopfball wird geblockt und landet erneut bei Pantovic – gleiches Spiel nochmal, diesmal gerät seine Hereingabe etwas zu hoch für Ganvoula, der nur mit den Haarspitzen drankommt.

15. Tor Dynamo, doch das war klares Abseits von Jeremejeff. Dennoch wartet der Schiedsrichterassistent, bis der Ball im Netz ist, ehe er die Fahne hebt. Alles für den Videobeweis, doch das war so klar, dass es den gar nicht gebraucht hätte. Sei’s drum, weiter 0:0.

24. Losilla lässt einen Dresdner im Sechzehner aussteigen und setzte aus spitzem Winkel zum Schuss an. Der bereitet Kevin Broll im SGD-Tor jedoch keine Sorgen.

27. Die Gäste legen eine ganz schön harte Gangart an den Tag. Patrick Ebert ist nach seinem Einsteigen gegen Maier bereits der zweite Schwarz-Gelbe, der völlig verdient mit einer Karte bedacht wird. Zuvor ist bereits Baris Atik, überfällig nach einigen Fouls, verwarnt worden.

28. Schlenzer von Ebert, der jedoch zur überaus dankbaren Flugshow von Riemann wird – kein Problem für unseren Schnapper.

30. Dresden fährt weiter die robuste Klinge. Auch Jannis Müller senst ungestüm in Maier hinein und kriegt völlig zurecht den Gelben Karton. Damit wird der Fluss im Bochumer Spiel aber eingedämmt.

32. Soares fasst sich ein Herz aus 30 Metern, zielt aber einige Meter über Brolls Gehäuse.

33. Flatterball von Atik, den Riemann zur Seite abklatschen lässt. In der Folge kriegt der VfL die Szene aber bereinigt.

40. Jetzt kriegt auch der VfL das erste Ticket. Soares vertändelt erst an der eigenen Eckfahne die Kugel und rauscht dann in Ebert rein. Kann man geben.

44. Nochmal Ganvoula vor der Pause. Im Zweikampf wird er zwar bearbeitet, setzt sich aber vehement durch und kommt zentral zum Schuss. Dabei trifft er die Kugel mit dem linken Fuß aber nicht voll und kann daher keine große Gefahr erzeugen. Die Kugel rollt vorbei.

Pause: Man merkt, der VfL ist gewillt, den ersten Dreier zu holen und mit voller Leidenschaft dabei. Der Gast hält mit Härte dagegen, was den Schwung der Bochumer gegen Ende der ersten 45 Minuten eindämmte. Die richtig klaren Torszenen haben sich die Teams wohl für den zweiten Durchgang aufgehoben.

46. Ohne personelle Wechsel werden die Spielhälften getauscht.

47. Tor für Dresden – 0:1. Ohje, schlimmer hätte der zweite Durchgang nicht starten können. Chris Löwe hat auf der linken Seite zu viel Platz, in der Mitte ist Lorenz nicht nah genug an Jeremejeff dran, der den Fuß reinhält und die Kugel im langen Eck unterbringt. Das wird jetzt eine Aufgabe für die Reis-Elf.

49. Maier will den auf eine Flanke spekulierenden Broll überlisten, sein Schussversuch aufs verwaiste kurze Eck geht aber knapp vorbei.

50. Das Stadion hat den Torschrei auf den Lippen, beinahe der postwendende Ausgleich. Eisfeld legt zurück für Soares, der mit einer gefühlvollen Hereingabe Ganvoula am zweiten Pfosten bedient. Der Kongolese zieht mit vollem Risiko ab und jagt das Leder volley am kurzen Eck vorbei. Das Netz zappelt nur, von hinten. Mist!

54. Der VfL will die Antwort! Janelt haut aus der Distanz drauf, der Ball geht einen halben Meter vorbei. Doch die Wucht ist zurück, Dresden kommt kaum noch hinten raus.

57. Erster Wechsel des Spiels. Fiel bringt den pfeilschnellen Moussa Koné für Sascha Horvath.

58. Und Fiel legt noch einen personellen Wechsle nach: Vorbereiter Löwe geht vom Feld, Brian Hamalainen neu dabei.

61. Auch Reis tauscht erstmals. Maier hat Feierabend, Danny Blum nimmt seinen Platz ein.

63. Tor für Dresden – 0:2. Ist das bitter. Koné ist bei einem Konter durchgebrochen und überwindet den herausstürmenden Riemann gerade so. Das Tor wird überprüft, Koné war bei Jeremejeffs Pass schon ziemlich abseitsverdächtig unterwegs. Doch die Bude zählt. Ohje.

68. Broll lässt sich fast von Ganvoula die Kugel stibitzen, kann die Situation aber doch noch unter Kontrolle bringen.

72. Noch ein Debüt beim VfL: Manuel Wintzheimer bekommt 20 Minuten, um bei der Aufholjagd mitzuhelfen. Eisfeld geht raus. Zwei nominelle Spitzen sind nun drin.

73. Da ist der Neue direkt. Pantovics Flanke landet auf dem Kopf von Wintzheimer, der die Kugel abgefälscht knapp neben den linken Pfosten befördert. Ganvoula stand aber Abseits. Keine Ecke.

78. TOR für den VfL – 1:2. Die Hoffnung lebt! Ganvoula schirmt klasse ab und legt dann rüber zu Blum, der nicht lang fackelt und das Leder unter das Tordach hämmert. Nächste Aufholjagd anne Castroper? Hoffen wir es.

79. Volles Risiko jetzt. Reis bringt Simon Zoller für Gamboa. Fiel reagiert ebenfalls und wechselt Marco Hartmann für Ballas ein.

84. Blum volley aus der zweiten Reihe – vorbei.

85. Dickes Ding für Ganvoula, der energisch in den Strafraum zieht und aus kurzer Distanz draufhält. Broll macht den kurzen Pfosten zu und wehrt zur Ecke ab.

85. TOR für den VfL – 2:2. Und die Ecke schlägt ein! Blum punktgenau auf den Kopf von Käpt’n Losilla, der bilderbuchmäßig einköpft. Geht da noch mehr?! Unsere Radiologen wird’s freuen, bei dem, was der VfL hier wieder veranstaltet. Nichts für schwache Nerven.

90. Puh, haarscharf. Blumlegt sich einen Freistoß zurecht und zirkelt den knapp am Winkel vorbei. Fünf Minuten gibt es oben drauf, Zeit ist also noch.

90+3. Das gibt’s nicht. Erst verpasst Ganvoula um Haaresbreite, dann wird Janelt in aussichtsreicher Position geblockt. Die folgende Ecke köpft Decarli aufs Tor, doch Broll ist da. Puls auf 200, mal wieder…

Feierabend. Der VfL und die SGD trennen sich letztlich gerecht mit 2:2. Wilder Ritt mal wieder.


VfL: Riemann – Gamboa (79. Zoller), Decarli, Lorenz, Soares – Pantovic, Losilla, Maier (61. Blum), Janelt, Eisfeld (72. Wintzheimer) – Ganvoula

Tore: 0:1 Jeremejeff (47.), 0:2 Koné (63.), 1:2 Blum (78.), 2:2 Losilla (85.)

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