Lange mussten Fans und Mannschaft darauf warten, jetzt ist der erste Heimsieg endlich im Sack! Gegen den 1. FC Nürnberg zeigte sich die Reis-Elf in Durchgang eins in Torlaune, nach 45 Minuten stellten Danilo Soares (9.), Simon Lorenz (40.) und Manuel Wintzheimer (44.) auf 3:0. Es hätten sogar noch mehr Treffer sein können. Nach dem Seitenwechsel kam der FCN vor 16.064 Zuschauern nur noch zum Ehrentreffer (63.).

Keine Woche ist seit dem DFB-Pokalspiel gegen den FC Bayern München vergangen, da heißt es schon wieder: Flutlichtspiel anne Castroper! Zum Abschluss des 12. Spieltags der 2. Bundesliga empfing der VfL Bochum 1848 am Montagabend den 1. FC Nürnberg vor 16.064 Zuschauern im heimischen Vonovia Ruhrstadion. Der starke Fight im Pokal ist zwar abgehakt, dennoch können Thomas Reis und sein Team Mut aus dem tollen Auftritt gegen den Rekordmeister schöpfen. Nur mit dieser Einstellung kann es auch gegen den Glubb, der nach dem Abstieg noch etwas den eigenen Ansprüchen hinterherhinkt, klappen. Also volle Pulle vom Anpfiff weg!

Die Leistung gegen die Bayern schrie nicht unbedingt nach großartigen Änderungen in der Startelf, zu zwei Änderungen war VfL-Chefcoach Reis dennoch gezwungen: Saulo Decarli musste mit Hüftproblemen ebenso aussetzen wie der gelbgesperrte Silvère Ganvoula. Für diese beiden rückten Simon Lorenz und Manuel Wintzheimer in die erste Elf, zudem musste auch Sebastian Maier angeschlagen passen. Ansonsten beließ es unser Trainer beim gleichen Kader, der die Bayern um Haaresbreite aus dem Cup warf.

Nürnbergs Coach Damir Canadi musste auf der Torhüterposition umbauen, da die Torhüterriege um Christian Mathenia, Patric Klandt und Nachwuchstalent Jonas Wendlinger geschlossen ausfiel. Klandt hatte sich erst bei der Niederlage im Pokal beim 1. FC Kaiserslautern die Achillessehne gerissen, Feldspieler Enrico Valentini sprang bekanntlich ein. Da auch noch der vierte (!) Keeper Andreas Lukse passen musste, durfte sich in Bochum der 18-Jährige Benedikt Willert, der am vergangenen Wochenende noch beim 3:3 der Nürnberger Zweitvertretung in der Regionalliga gegen Aschaffenburg den Kasten hütete, versuchen. Zudem tauschte Canadi drei weitere Male: Für den angeschlagenen Valentini, Iuri Medeiros und Oliver Sorg starteten Fabian Nürnberger, Robin Hack und Nikola Dovedan.

3. Der erste Abschluss gehört den Gästen aus Nürnberg, Hanno Behrens Schlenzer stellt jedoch keine Prüfung für Manuel Riemann dar.

6. Da wird’s zum ersten Mal richtig brenzlig im VfL-Strafraum. Den wuchtigen Aufsetzer von Robin Hack lässt Riemann abklatschen, Stefano Celozzi ist gerade so vor den einschussbereiten Michael Frey und Nikola Dovedan zur Stelle und bereinigt das Ganze in allerhöchster Not. Durchatmen.

9.  TOOOR für den VfL – 1:0! Jawoll, so wollen wir das sehen. Robert Tesche wird rigoros, aber fair, vom Ball getrennt, Danilo Soares setzt nach, wurschtelt sich im Duett mit Tesche durch und steht plötzlich frei vor dem FCN-Tor – das lässt sich unser Brasilianer nicht nehmen und schweißt die Kugel rechts unten neben den Pfosten. Geil!

12. Auf der Gegenseite wieder der Glubb gefährlich. Dovedan wird über rechts auf die Reise geschickt und feuert auf die kurze Ecke – Riemann ist zur Stelle und pariert stark.

17. Freistoß auf der linken Seite, Danny Blum führt aus. Der schnittige Ball wird zunächst halbwegs und kerzengerade geklärt, Armel Bella Kotchap setzt zum Fallrückzieher an, setzt die Kugel aber aufs Tordach.

19. Bella Kotchap prügelt das Kunstleder nach vorne, Chung Yong Lee ist auf und davon und wird im Strafraum im Zweikampf mit zwei Nürnbergern von hinten gelegt. Die Pfeife von Schiedsrichter Matthias Jöllenbeck bleibt stumm, auch aus Köln kommt kein Signal. Etwas verwunderlich ist das schon, da gab’s einen Kontakt gegen Lee, für den Unparteiischen aber wohl nicht klar genug. Nürnberg hätte sich über einen Elfer aber zumindest nicht beschweren dürfen.

24. Interessante Eckballvariante von Blum. Mit reichlich Schnitt hämmert er die Kugel an den kurzen Pfosten, wo Simon Zoller reingeflogen kommt. Der verlängert die Kugel, leider kommt auch ein Nürnberger mit der Fußspitze noch dran, sonst hätte es wohl den Einschlag gegeben. Den abgefälschten Ball verpasst zudem Tesche am langen Pfosten nur knapp.

26. Auch der FCN spielt hier natürlich noch mit. Nach einer Ecke steigt Asger Sörensen hoch, wird aber bedrängt und kann den Ball daher nicht richtig drücken. Die Chance verpufft.

30. Nächste dicke Chance für den VfL. Langer Ball von Riemann, der von Lukas Mühl direkt in Lees Lauf verlängert wird. Der Blaue Drache zieht alleine vor dem Kasten ab, doch Debütant Willert taucht ab und wehrt stark zur Ecke ab.

40.  TOOOR für den VfL – 2:0. Der VfL belohnt sich für eine absolut geile Vorstellung – unter gütiger Mithilfe des jungen FCN-Keepers Willert. Blum zwirbelt den Freistoß von links wuchtig vor den Kasten, Willert greift daneben und legt unfreiwillig für Lorenz auf, der gar nicht mehr danebenschießen kann.

42. Der VfL wie an der Schnur gezogen. Diesmal wird Wintzheimer geschickt und kann kurz vor dem Strafraum von Mühl nur per Foul gestoppt werden. Der sieht dafür die Gelbe Karte, war auch nicht der letzte Mann. Den fälligen Freistoß zaubert Blum dann ans Lattenkreuz. Was ein Spiel.

44. TOOOR für den VfL – 3:0. Unfassbar, der VfL spielt sich hier förmlich in einen Rausch. Der wie aufgedreht spielende Blum marschiert nach feinem Chip von Soares über links und findet dann mit einer Sahnehereingabe den völlig blanken Wintzheimer, der die Kugel direkt nimmt und dem fast schon bemitleidenswerten Willert durch die Beine jagt.

Pause anne Castroper! Was für eine Wahnsinnshalbzeit des VfL, der den Franken hier in allen Belangen überlegen war und vollkommen verdient mit 3:0 führt. Vor allem die Endphase war bärenstark. Jetzt nur nicht nachlassen!

46. Canadi reagiert mit einem Doppelwechsel auf die desolate Leistung seiner Mannen. Dovedan und Sebastian Kerk gehen raus, Felix Lohkemper und Medeiros kommen rein. Reis lässt seine Elf unverändert.

47. Der VfL macht weiter, wo er aufgehört hat. Tesche kriegt das Spielgerät in zentraler Position serviert, legt es sich zurecht und visiert die linke Ecke an. Haarscharf rauscht sein Hammer vorbei.

52. Der FCN kommt mal über die linke Seite durch, die gefährliche Hereingabe von Medeiros schnappt sich Riemann.

56. Da klafft mal ein Loch in der VfL-Defensive, Lohkemper findet plötzlich reichlich Platz vor. Doch Riemann stürmt heraus und greift beherzt ein, wodurch Lohkemper nach außen abgetrieben wird. In der Folge kann Blau und Weiß die Situation bereinigen.

59. Eckball Nürnberg, in der Mitte kommt Jäger zum Kopfball. Zwar aus kurzer Distanz, aber nicht platziert genug für Riemann, der den Ball sogar fangen kann.

62. Das ist jetzt ein bisschen wenig von den Blau-Weißen. Diesmal darf Johannes Geis zum Schuss ansetzen – und der wird richtig gefährlich. Doch Riemann fischt die Kugel raus.

63. TOR für Nürnberg – 3:1. Das hatte sich angedeutet. Nach einer Flanke von rechts steigt Sörensen nahezu unbedrängt zum Kopfball hoch und wuchtet es rein. Riemann diesmal ohne Abwehrchance.

67. Erster Spielerwechsel beim VfL. Für Celozzi geht es nicht mehr weiter, Jordi Osei-Tutu ersetzt ihn auf der Rechtsverteidigerposition.

69. Der VfL mal wieder im gegnerischen Strafraum. Zoller bringt die Flanke auf den langen Pfosten, wo Blum mit allem, was er hat, ins Kopfballduell geht, seinen Kopfball aber in Bedrängnis neben den Kasten setzt.

70. Brutalo-Grätsche von Hanno Behrens gegen Lee, für die er vollkommen zurecht verwarnt wird. Und Behrens hätte für ein Trikotziehen eigentlich schon im ersten Durchgang verwarnt werden müssen. Dann wäre er aber wohl nicht mehr so reingegangen.

72. Der Videobeweis muss eine knifflige Abseitsszene auflösen. Medeiros flankt, Frey steht im Abseits und versucht aktiv zum Ball zu gehen. Der verpasst ihn aber und Lohkemper köpft hinter ihm ein. Zunächst geht die Fahne hoch, nach langem Warten bestätigt der Kölner Keller diese Entscheidung richtigerweise – auch wenn es hauchzart war.

76. Es wird immer kurioser. Frey verlängert für den im Abseits stehenden Lohkemper, der an Riemann scheitert und noch einen von Bella Kotchap mitbekommt. Und dann gibt es auf einmal den Einwurf für Nürnberg. Mh?

80. Die letzten zehn Minuten (plus vermutlich üppiger Nachspielzeit) laufen, Nürnberg glaubt hier noch an sich. Der VfL ist mit Verteidigen beschäftigt und findet nicht mehr allzu viel Entlastung.

82. Frische Kraft für den VfL. Wintzheimer, der seinen ersten Treffer im VfL-Dress markierte, macht Platz für Miloš Pantović. Und auch Nürnberg wechselt nochmal, Canadis letzter Joker ist Mikael Ishak. Hack muss vom Feld.

83. Blum mal wieder mit einem seiner brandgefährlichen Freistöße. Diesmal zischt sein Versuch rechts vorbei.

88. Pantović hält gegen Geis den Schlappen drüber und sieht die erste Gelbe Karte des VfL. Vertretbar.

90. Letzter Wechsel von Reis. Lee geht nach starkem Spiel runter, Tom Weilandt kommt zur Sicherung. Mit der ersten Aktion holt er sich dann auch gleich die Gelbe Karte auch.

90. Auch Jäger holt sich noch seinen wohlverdienten Gelben Karton ab. Trotz fünfminütiger Nachspielzeit riecht es hier nach erstem Heimsieg.

Ende! YES! Geschafft! Der erste Heimdreier ist eingefahren und das völlig verdient. Genießen können wir das Ganze aber nur kurz, am Freitagabend geht es schon am Millerntor beim FC St. Pauli weiter (18:30 Uhr).

Zurück