Da waren es nur noch sieben: Am 28. Spieltag gastiert der VfL Bochum 1848 beim SC Paderborn 07 und möchte nach den erfolgreichen Partien gegen Düsseldorf und Kiel den nächsten wichtigen Dreier landen. Keine einfache Aufgabe, schließlich wartet mit dem SCP ein Bundesliga-Absteiger auf die Mannschaft von VfL-Chefcoach Thomas Reis. Alle wichtigen Infos rund um den nächsten Gegner der Blau-Weißen liefert unser BLICK AUF.

DER TRAINER

Am Donnerstag-Vormittag wurde es öffentlich gemacht: Steffen Baumgart, seit April 2017 als Cheftrainer beim SC Paderborn unter Vertrag, wird den Verein nach der laufenden Saison auf eigenen Wunsch verlassen. Gerne hätten die Ostwestfalen mit dem kernigen Trainer weitergearbeitet, dieser entschied sich aber, seinen auslaufenden Vertrag nicht zu verlängern und eine neue Herausforderung zu suchen. Durchaus ein harter Schlag für den SCP, der mit Baumgart einen echten Typen verliert. 2015 hatte der gebürtige Rostocker seinen Fußball-Lehrer-Lehrgang gemeinsam mit Thomas Reis erfolgreich absolviert, zwei Jahre später heuerte er in Paderborn an. 159 Pflichtspiele hat Baumgart seitdem als SCP-Coach absolviert, dabei führte der 49-Jährige den Klub aus der 3. Liga mit einem Durchmarsch in die Bundesliga, ehe im letzten Frühsommer der direkte Abstieg ins deutsche Fußball-Unterhaus anstand. Es waren turbulente Jahre für Klub und Trainer, die die Entscheidung gegen eine Vertragsverlängerung sicher nicht einfacher gemacht haben werden. „Ich habe noch nichts Neues und stand bisher auch noch mit keinem anderen Verein in Kontakt“, sagte Baumgart auf der Pressekonferenz vor dem Duell mit dem VfL. Eine Pause möchte der Vollblut-Trainer aber nicht einlegen. Es bleibt spannend, wohin es ihn zur nächsten Spielzeit ziehen wird.

PERSONAL

Wenn der VfL Bochum 1848 in der Paderborner Benteler Arena zu Gast ist, dann wird es nicht nur auf Seiten der Reis-Elf mindestens eine personelle Veränderung in der Startelf geben. Während den Blau-Weißen Spielmacher Robert Zulj aufgrund einer Gelbsperre fehlen wird, muss der SCP auf Innenverteidiger und Kapitän Sebastian Schonlau verzichten - auch er fehlt aufgrund der fünften Gelben Karte. Sein erfahrener Kollege im Defensivverbund, Uwe Hünemeier, fehlt ebenfalls, er laboriert an einer Wadenverletzung. Dass Marcel Correia wie zuletzt bei der 1:2-Niederlage in Nürnberg in der Innenverteidigung auflaufen wird, sollte keine große Überraschung sein. „Arsitote Nkaka und Sebastian Vasiliadis sind zwei Kandidaten, die hinten spielen könnten“, gab Baumgart Einblicke in seine Überlegungen, wie die Personalnot im Defensivbereich aufgefangen werden soll. Beide Akteure sind sonst eher auf der Sechser-Position zu finden. Hinzu kommt, dass Johannes Dörfler auf der rechten Abwehrseite wohl nicht fit genug ist für einen Startelfeinsatz, wie schon in Nürnberg wird er aller Voraussicht nach durch Frederic Ananou ersetzt. Offensivmann Chris Führich, der den VfL aus seiner Zeit in der Jugend kennt, hatte zuletzt mit muskulären Problemen zu kämpfen, könnte gegen die Bochumer aber wieder zur Verfügung stehen.

DUELLE

16 Mal gab es das Duell zwischen VfL und SCP bisher, die Bilanz spricht dabei für die Bochumer: Sieben Mal konnten die Blau-Weißen die drei Punkte einfahren, dagegen stehen fünf Paderborner Siege und vier Remis. Das Hinspiel dürfte den VfL-Fans in bester Erinnerung geblieben sein, denn im Dezember 2020 gab es einen verdienten 3:0-Heimsieg gegen die Ostwestfalen. Dabei reichten sieben fulminante Minuten in Durchgang zwei, um die drei Punkte anne Castroper zu behalten. Robert Zulj hatte per Doppelpack innerhalb von vier Minuten auf 2:0 gestellt, ehe Simon Zoller kurz darauf den dritten Treffer einschweißte. „Wir wollen zeigen, dass wir uns mit Hinblick auf die verdiente Niederlage im Hinspiel verbessert haben“, sagte Baumgart vor dem Duell am Samstag. „Außerdem wollen wir eine Reaktion auf das Spiel in Nürnberg zeigen. Wir spielen ganz klar auf Sieg.“ Der letzte Bochumer Dreier in der Benteler Arena konnte im Juli 2015 gefeiert werden, danach folgten bei Auswärtsspielen in Paderborn eine 0:2-Niederlage im DFB-Pokal sowie ein 2:2-Unentschieden am 4. Spieltag der Zweitliga-Saison 2018/19.

ZWISCHENBILANZ

Zum ersten Mal seit vielen Jahren wird der SC Paderborn in dieser Saison wohl nicht auf- oder absteigen. Sieben Spieltage vor dem Ende der aktuellen Spielzeit belegt der SCP nun Tabellenplatz elf in Liga zwei, hat 35 Punkte auf dem Konto. Beruhigende neun Zähler Vorsprung sind es also auf den unteren Relegationsplatz, nach oben ist der Abstand mit 15 Punkten auf den Drittplatzierten aus Fürth noch größer. Es zeichnet sich also ab, dass nach dem Abstieg aus der Bundesliga in der letzten Spielzeit nun ein Platz im Tabellenmittelfeld herausspringen wird. Neun Siege, acht Remis und schon zehn Niederlagen sowie ein ausgeglichenes Torverhältnis - man hatte sich wohl etwas mehr ausgerechnet zum Saisonbeginn.

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