Spieltag zwei nach dem Re-Start der 2. Bundesliga steht an, der VfL Bochum 1848 ist am Sonntag (13:30 Uhr) beim Karlsruher SC zu Gast. Dabei kommt es zum Duell mit einem direkten Konkurrenten, schließlich hat der KSC derzeit nur vier Zähler weniger auf dem Konto und belegt damit den ersten direkten Abstiegsplatz. Umso wichtiger wäre es, nach dem gelungenen Heimspiel gegen Heidenheim den nächsten Sieg einzufahren. Wir stellen den nächsten Gegner etwas genauer vor.

HEIMAT

Knapp über 300.000 Einwohner zählt die Stadt Karlsruhe, die damit nach Stuttgart die zweitgrößte des Bundeslandes Baden-Württemberg ist. Karlsruhe liegt rechtsrheinisch und im Übergangsgebiet zwischen Oberrheinischer Tiefebene, Kraichgau und Nordschwarzwald. Markante Sehenswürdigkeit im Stadtbild ist das Karlsruher Schloss mit Schlosspark und Schlossplatz.

STADION

Nur wenige hundert Meter vom Schlossgarten entfernt liegt das Wildparkstadion, in dem der Karlsruher SC seit 1955 seine Heimspiele bestreitet. Derzeit befindet sich das Stadion in der Umbauphase, sodass die aktuelle Kapazität eingeschränkt ist – wobei dies ja derzeit leider sowieso eine untergeordnete Rolle spielt. Bereits seit Ende 2018 wird die Spielstätte zu einem reinen Fußballstadion umgebaut, der Rohbau der Gegengerade neigt sich laut Vereinsangaben langsam aber sicher dem Ende zu. Die Fertigstellung ist für das Frühjahr 2022 geplant, dann soll das neue Wildparkstadion Platz für 34.302 Zuschauer bieten.

TRADITION

Im vergangenen Herbst feierte der traditionsreiche Klub aus Baden, dessen Vereinsfarben genauso schön sind wie die des VfL, sein 125-jähriges Jubiläum. Lange war der KSC fester Bestandteil der Bundesliga, doch in seiner Historie hat der Klub bereits viele Höhen und Tiefen erlebt. Im Jahre 1909 feierte der KSC, damals noch unter dem Namen Karlsruher FC Phönix, seine erste und bis heute einzige Deutsche Meisterschaft. In den 1950er-Jahren konnten die Badener gleich zweimal den DFB-Pokal gewinnen, später sollte mit dem Einzug in das UEFA-Cup-Halbfinale 1994 ein weiterer Meilenstein der Vereinsgeschichte hinzukommen. In der jüngeren Vergangenheit pendelte der KSC zwischen 2. Bundesliga und 3. Liga hin- und her, in der letzten Saison stieg man als Tabellenzweiter direkt ins Fußball-Unterhaus auf.

TRAINER

Cheftrainer des KSC ist momentan Christian Eichner. Der heute 37-Jährige ist damit als Coach zu seinen Wurzeln zurückgekehrt: Ausgebildet wurde der Ex-Profi im Nachwuchs der Blau-Weißen, ehe er über die Zweite Mannschaft in den Profikader der Karlsruher rückte. Nach weiteren Stationen bei der TSG Hoffenheim, beim 1. FC Köln und beim MSV Duisburg beendete Eichner 2015 seine aktive Karriere, um ein Jahr später wieder zum KSC zurückzukehren – als Co-Trainer der U17-Junioren. Bei den Profis stieg der in Sinsheim geborene ehemalige Verteidiger zunächst ebenfalls als Co-Trainer ein, seit Februar betreut er den Aufsteiger nun als Chefcoach. Dabei hat er die nötige Lizenz noch gar nicht sicher in der Tasche: Derzeit befindet er sich noch in der Ausbildung zum Fußball-Lehrer, den Lehrgang absolviert Eichner zusammen mit VfL-Co-Trainer Heiko Butscher. Sieben Pflichtspiele hat der KSC unter der Leitung des neuen Trainers nun bestritten, nur zweimal konnten die Badener dabei drei Punkte eintüten.

ZWISCHENBILANZ

Zuletzt gelang dies am vergangenen Wochenende, als man den SV Darmstadt 98 im Heimspiel mit 2:0 besiegen konnte. Bis in die Nachspielzeit musste die Eichner-Elf dabei zittern, doch mit dem Schlusspfiff netzte Marvin Wanitzek nach einem Konter ein und besiegelte so den Dreier. Wichtig aus Karlsruher Sicht, schließlich konnten die meisten der Teams, die sich im Abstiegskampf befinden, am vergangenen Spieltag Punkte sammeln. Nun steht der KSC also mit 27 Zählern auf Tabellenplatz 17, nur die SG Dynamo Dresden hat noch drei Punkte weniger auf dem Konto – und hat bekanntlich eine Partie weniger absolviert. Eine bedrohliche Situation, in der sich der Klub demnach befindet. Was hauptsächlich an der schwächelnden Defensive liegt: 46 Gegentreffer mussten bisher hingenommen werden, gemeinsam mit dem 1. FC Nürnberg ist das der schlechteste Wert der Liga. In der Offensive hingegen läuft es meist gar nicht so schlecht, immerhin hat der KSC in 26 Partien 35 Treffer erzielt. Gefährlichster Stürmer ist Philipp Hofmann, der genau wie VfL-Toptorschütze bereits zwölf Saisontore vorweisen kann.

DUELLE

Das Hinspiel anne Castroper dürfte den Fans beider Vereine wohl noch in bester Erinnerung sein, wenn auch nicht in guter aus VfL-Sicht. Ein turbulentes Duell im Vonovia Ruhrstadion fand im Oktober 2019 keinen Sieger, obwohl die Bochumer bis in die Nachspielzeit führten. Bereits in Halbzeit eins fielen fünf Treffer, der VfL ging trotz zweimaligem Rückstand mit einer 3:2-Führung in die Pause. Doch obwohl die Gäste nach einem fragwürdigen Platzverweis in Unterzahl agieren mussten und einen Elfmeter verschossen, konnte die Reis-Elf die Führung nicht über die Zeit retten. In der 91. Minute war es Karlsruhes Anton Fink, der den späten Ausgleich markierte. Insgesamt kann sich die Bilanz aus VfL-Sicht jedoch sehen lassen: 58 Pflichtspiele haben die beiden Traditionsklubs bereits gegeneinander bestritten, mit 21 Siegen haben die Bochumer dabei die Nase vorn. 14 Mal ging der KSC als Sieger aus dem Duell hervor, 23 Partien endeten ohne Sieger. Kurios: Sechs der letzten sieben Aufeinandertreffen gingen Unentschieden aus, den letzten VfL-Sieg gegen den KSC gab es im Mai 2014. Damals siegten die Bochumer im Zweitliga-Heimspiel mit 1:0.

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