HEIMAT

Die Landeshauptstadt von Schleswig-Holstein ist mit beinahe 250.000 Einwohnern die nördlichste Großstadt Deutschlands und liegt direkt an der Ostsee. Wer an Kiel denkt, denkt gewöhnlich an Seefahrt, die Kieler Förde mit Marine-Mahnmal sowie Museen oder die mittelalterliche Nikolaikirche. Kiel ist traditionell ein bedeutender Stützpunkt der Deutschen Marine und bekannt für sein jährliches Segelereignis „Kieler Woche“. Neben dem Fußballverein ist die Stadt vor allem für seinen Handballverein THW Kiel bekannt, der deutscher Handball-Rekordmeister ist.

STADION

Das Kieler Holstein-Stadion ist eine der ältesten Spielstätten in Deutschland. Bereits im Jahr 1911 wurde das Stadion eröffnet. Heute bietet es Platz für 15.034 Zuschauer. Damals allerdings war die Spielstätte wesentlich kleiner. Beim ersten Spiel am 15. Oktober 1911 umfasste die Holztribüne Platz für 200 Zuschauer. Im Laufe der Jahre wurde das Holstein-Stadion 15 Mal renoviert oder erweitert, zuletzt im Jahr 2019.

TRADITION

Die Kieler Sportvereinigung Holstein von 1900, kurz Holstein Kiel, ist ein Fußballverein mit viel Tradition. Bis zur Einführung der Bundesliga gehörten die im Volksmund Störche genannten Kieler der höchsten deutschen Spielklasse an. In der Bundesliga spielte Holstein Kiel noch nicht. Für eine Premiere sorgte der Verein im Jahr 1957: Die Oberliga-Nord-Partie gegen Altona 93 war die erste, die im deutschen Fernsehen über die volle Spielzeit übertragen wurde.

TITELSAMMLUNG

Die großen Erfolge feierte Holstein Kiel in den Jahren nach der Gründung. 1912 errang der Verein die Deutsche Meisterschaft. 1910 und 1930 wurde Kiel Vizemeister. Dazu kommen in den Jahren zwischen 1910 und 1932 sechs Norddeutsche Meisterschaften und sieben Norddeutsche Vizemeisterschaften. Im Jahr 1961 feierte Kiel zusätzlich eine Deutsche Amateurmeisterschaft. Der größte Erfolg der jüngeren Vergangenheit war der Aufstieg in die 2. Bundesliga 2017 und das Erreichen der Aufstiegsrelegation 2018.

TRAINER

Der 32-jährige Ole Werner ist seit dem 16. September 2019 Cheftrainer von Holstein Kiel – und damit aktuell der jüngste Profi-Cheftrainer in Deutschland. Er löste Andre Schubert ab, zunächst als Interims-, dann als Cheftrainer. Parallel absolviert Werner die Ausbildung zum Fußballehrer. Der Trainer führte die Störche nach einem schwächeren Saisonstart mit fünf Punkten aus sechs Spielen bis zur Winterpause aus der Abstiegszone bis auf Platz zehn, bis zur Corona-Pause ging es hoch auf Rang sieben. Kiels Kapitän Hauke Wahl hat für seinen Trainer ein besonderes Lob parat: „Er hat einfach einen ganz klaren Plan, wie er Fußball spielen will. Und das liegt uns - übertrieben gesagt - einfach viel mehr, als so ein bisschen planlos über den Platz zu laufen“, beschreibt er die Arbeit seines Coaches.

DUELLE

Sechsmal traf der VfL bis dato in Pflichtspielen auf Holstein Kiel. Das erste Aufeinandertreffen im DFB-Pokal am 6. November 2002 gewann der VfL durch Treffer von Dariusz Wosz und Paul Freier mit 2:0 gegen den damaligen Regionalligisten. In den fünf Aufeinandertreffen in der 2. Bundesliga ist der VfL dagegen noch sieglos. Das Hinspiel im hohen Norden endete in einer 1:2-Niederlage für den VfL. Nachdem Silvère Ganvoula den frühen Rückstand mit einem der kuriosesten Strafstöße der Geschichte ausgleichen konnte (Ersatzspieler Eberwein berührte einen Schuss noch vor dem Verlassen des Spielfelds, um das Spiel für seinen Torwart schnell zu machen), erzielte ausgerechnet Ex-VfLer Janni Serra im zweiten Abschnitt den Siegtreffer. Insgesamt stehen im Unterhaus aus Bochumer Sicht zwei Unentschieden und drei Niederlagen zu Buche. Höchste Zeit also, diese „Serie“ zu durchbrechen.

ZWISCHENBILANZ

Die Störche können sich wohl auf eine recht ruhige Restsaison einstellen, nicht nur wegen der fehlenden Lautstärke auf den Rängen. Bis zur Corona-Unterbrechung rangierte Werners Team auf dem siebten Tabellenplatz, zehn Punkte hinter der Relegation zur Bundesliga und neun vor der Gefahrenzone ab Rang 16. Der Restart brachte ein 2:2 beim SSV Jahn Regensburg, wobei die Kieler dabei eine 2:0-Führung verspielten und erst in der Nachspielzeit den Endstand hinnehmen mussten. Im ersten Heim-Geisterspiel der Kieler Geschichte war Aufstiegsaspirant VfB Stuttgart zu Gast. Die Partie endete mit einem 3:2-Sieg für die Nordlichter, was im unheimlich engen Tabellenmittelfeld derzeit Rang sieben zur Folge hat.

 

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