Eine komplizierte Saison. Das trifft quasi auf jeden Verein in der 2. Bundesliga zu. Auf unseren kommenden Gegner aber ganz besonders. Hannover 96 galt bei vielen Experten vor der Saison, neben dem HSV, als klarer Aufstiegsfavorit. Viel Erfahrung, viel Talent. Doch im Saisonendspurt findet sich 96 im grauen Mittelfeld fernab von Gut und Böse wieder. Unser BLICK AUF den kommenden Gegner:

DER TRAINER
Genau 50 Pflichtspiele sind es nun, die Kenan Kocak als Cheftrainer für Hannover 96 absolviert hat. Im November 2019 übernahm er das Amt des freigestellten Mirko Slomkas in der niedersächsischen Landeshauptstadt. Aktuell steht der 40-Jährige bei den 96ern aber unter Druck. Seit sieben Spielen warten die Hannoveraner nun schon auf einen Sieg. Besonders schmerzten die zurückliegenden Pleiten gegen den Tabellenletzten aus Würzburg (1:2) und den 1. FC Heidenheim (1:3). „Es ist sehr bitter für uns, nach dem Spielverlauf heute mit leeren Händen dazustehen“, monierte Kocak am vergangenen Wochenende.

DUELLE
Wenn der VfL Bochum 1848 und Hannover 96 aufeinandertreffen kann man mit Blick auf die bisherigen Duelle von einer ziemlich ausgeglichenen Angelegenheit ausgehen. In 45 Pflichtspielen trennten sich die beiden Teams elf Mal Remis, 16 Mal gingen die Bochumer als Sieger vom Feld und 18 Mal gelang dies den 96ern. Auch in den 13 Partien in der 2. Bundesliga sieht es ähnlich aus. Fünf Siege fuhren die Hannoveraner ein, je viermal siegte der VfL oder die Begegnung endete ohne einen Sieger. Einzig im DFB-Pokal hat 96 eindeutig die Nase vorn – in drei Pokalduellen zogen immer die Niedersachsen weiter, einmal brauchten sie nach vorherigem Unentschieden allerdings ein Wiederholungsspiel, wie es in den 70er Jahren noch üblich war. Interessant: In den 13 Zweitligaduellen gewann noch nicht einmal der Gast – so auch im Hinspiel, als Valmir Sulejmani und Marvin Ducksch netzten.

ZWISCHENBILANZ
Zum 125-jährigen Jubiläum von Hannover 96 sollte am Ende der Saison eigentlich die Rückkehr in die Bundesliga stehen – so zumindest formulierten die Bosse es ziemlich offensiv vor der Spielzeit. Nach 28 Spieltagen (Hannover hat erst 27 Spiele absolviert) steht aber ziemlich sicher fest, dass das in dieser Saison nichts wird. Rang elf und 14 Zähler Rückstand auf Rang drei zeugen davon, dass 96 seinen eigenen Ansprüchen hinterherhinkt. Gerade in den vergangenen Wochen verspielte das Team von Kenan Kocak die letzten Chancen. Nach Spieltag 20 und einem Derbysieg bei Eintracht Braunschweig stand noch Rang sechs zu Buche, sieben Zähler Rückstand schienen bei 14 verbleibenden Partien aufholbar. Doch seither warten die Niedersachsen auf einen Sieg, sieben Spiele dauert die Durststrecke mittlerweile schon an. Besonders die jüngsten Niederlagen gegen Würzburg und Heidenheim schmerzten. Symbolhaft für die wechselhafte Saison kann das Spiel gegen den Hamburger SV von Anfang April herangezogen werden. Nach schwachen 50 Minuten inklusive 0:3-rückstand rafften sich die 96er auf und holten noch ein 3:3 im Nordduell. Sie können es, rufen es aber nicht konstant ab. Das hat der VfL bei der 0:2-Niederlage im Hinspiel auch schon zu spüren bekommen.

 

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