Die Länderspielpause ist rum und für den VfL Bochum 1848 geht es im Anschluss an diese direkt mit einer Mammut-Aufgabe weiter: Am Sonntag (22. November 2020, 13:30 Uhr) ist die Mannschaft von Cheftrainer Thomas Reis beim Hamburger SV zu Gast. Welche bekannten Gesichter beim aktuellen Tabellenführer zu finden sind, wie der Trainer tickt und wie die bisherige Saison für den ehemaligen Bundesliga-Dino verlaufen ist? Antworten gibt´s in unserem BLICK AUF!

DER TRAINER

Vor der Saison ergab sich für die Fans des Hamburger SV ein gewohntes Bild - mal wieder wurde ein neuer Cheftrainer präsentiert. Nachdem Dieter Hecking in der letzten Zweitliga-Saison auch im zweiten Anlauf nicht den erhofften Wiederaufstieg in die Beletage des deutschen Fußballs geschafft hatte, wurde der erfahrene Mann durch Daniel Thioune ersetzt. Der 46-jährige Fußballlehrer wurde vom Liga-Konkurrenten VfL Osnabrück losgeeist, wo Thioune in den vergangenen Jahren überzeugende Arbeit geleistet hatte. Nun soll er den HSV also durch seine frische und belebende Art in die Bundesliga zurückführen. „Mir ging es nie um Ruhm und Ehre, ich würde mich als Idealist und auch ein Stück weit als Fußballromantiker bezeichnen. Ich bin überzeugt von einer Idee, wie Fußball funktionieren kann“, sagte der Trainer in seinen ersten Tagen in Hamburg. Ein Sympathieträger, der aber auch richtig Dampf machen kann. Die Ergebnisse der ersten Saisonphase sprechen jedenfalls für Thioune.

BEKANNTE GESICHTER

Ein bisschen kommt es einem so vor, als hätte der VfL im Hohen Norden eine Art Zweigstelle eröffnet. Schließlich kicken derzeit gleich fünf Profis mit Bochumer Vergangenheit beim HSV. Wichtigster Mann innerhalb dieses Quintetts dürfte Simon Terodde sein: Den Ex-VfL-Topstürmer zog es im Sommer nach Zwischenstationen in Stuttgart und Köln an die Alster, wo er in sieben Spielen bereits acht Tore erzielen konnte. Terodde ist also auf dem besten Wege, seine vierte Torjägerkanone in Liga zwo zu ergattern. Doch im Hamburger Sturm sind noch mehr ehemalige Blau-Weiße unterwegs: Auch Lukas Hinterseer traf im Bochumer Dress ordentlich, hinzu kommt mit Manuel Wintzheimer - in der letzten Saison per Leihe anne Castroper aktiv - einer der aktuellen Shootingstars des HSV. Auf der rechten Abwehrseite ist nun auch Jan Gyamerah richtig bei den Rothosen angekommen und spielt sich immer mehr in den Fokus. Eine untergeordnete Rolle spielt derweil Torhüter Daniel Heuer Fernandes, der wie Gyamerah beim VfL ausgebildet wurde, nach der Verpflichtung von Sven Ulreich aber seinen Platz im Kasten verloren hat.

HISTORIE

Bundesliga-Dino, das war einmal. Fast 55 Jahre am Stück war der Hamburger SV Teil der ersten deutschen Fußball-Liga, doch mit dem Abstieg im Frühsommer 2018 war dieser Mythos Geschichte. Seit der Gründung im September 1887 entwickelte sich der Klub aus der Hansestadt zu einem der größten Deutschlands. Sechs Mal durften die Hamburger die Meisterschale in die Höhe strecken, drei Mal wurde der DFB-Pokal gewonnen. Der größte Erfolg der Vereinsgeschichte dürfte aber der Sieg im Europapokal der Landesmeister in der Saison 1982/83 gewesen sein. In den letzten beiden Jahren musste das einst so glanzvolle Image des HSV gehörig leiden. Nach dem Abstieg wurde inzwischen bereits zwei Mal der Wiederaufstieg verpasst, zwei vierte Plätze in der 2. Bundesliga waren am Ende zu wenig. In diesem Jahr soll es im dritten Anlauf gelingen, wieder in der ersten Liga mitzumischen.

DUELLE

Gerade zu Bundesliga-Zeiten gehörte das Duell zwischen VfL und dem HSV zu den Klassikern der Liga. 79 Spiele wurden zwischen beiden Klubs schon ausgetragen, dabei hat der Nordklub in Sachen Bilanz die Nase vorn. 23 Mal konnte Bochum einen Sieg einfahren, 21 Mal wurden die Punkte geteilt und 35 Mal gingen die Hamburger als Sieger vom Platz. In der 2. Bundesliga wartet der VfL nach vier Partien gegen den HSV noch auf einen Sieg, je zwei Niederlagen und Remis stehen da derzeit aus Bochumer Sicht zu Buche. Kurios: Am Sonntag jährt sich der letzte Sieg im Hamburger Volksparkstadion auf den Tag genau zum elften Mal. Am 22. November 2009 sorgte Dennis Grote mit seinem Treffer zum 1:0-Sieg für den Dreier in der Hansestadt.

ZWISCHENBILANZ

Nach sieben Spieltagen sieht es für den HSV gut aus in Liga zwo. Das Team von Coach Daniel Thioune belegt derzeit Tabellenplatz eins, hat 17 Punkte auf dem Konto und ist noch ungeschlagen. Die ersten fünf Partien in der 2. Bundesliga wurden allesamt gewonnen, erst an den letzten beiden Spieltagen mussten die Norddeutschen jeweils Federn lassen. Zunächst sorgte ausgerechnet der Stadtrivale FC St. Pauli im Derby für den ersten Punktverlust des HSV, beim 2:2-Remis im Volksparkstadion wurden die Punkte geteilt. Gleiches galt zuletzt bei der Partie in Kiel, als die Hamburger beim 1:1 den Sieg in letzter Sekunde aus der Hand gaben. Nur im DFB-Pokal lief es nicht für den Klub mit der Raute im Logo: Beim Drittligisten SG Dynamo Dresden verlor der HSV deutlich mit 1:4 und musste damit bereits in der ersten Runde die Segel streichen. Nun haben Thioune und Co. umso mehr Zeit, sich auf die Liga und das Ziel Aufstieg zu fokussieren.

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