34. Spieltag

VfL Bochum 1848
1: 1
SSV Jahn RegensburgSSV Jahn Regensburg

So,13.05.201815:30 Uhr2. Bundesliga

„Sie haben ihr Ziel erreicht“

Der SSV Jahn Regensburg ist neben der KSV Holstein Kiel sicherlich die größte Positiv-Überraschung der aktuellen Zweitliga-Saison. Nachdem sich die Oberpfälzer im vergangenen Sommer durch die erfolgreiche Relegation gegen den TSV 1860 München in die Zweite Liga gekämpft hatten, galt der SSV vielerorts als Abstiegskandidat Nummer eins. Doch die Rot-Weißen machten dort weiter, wo sie in der Relegation aufgehört hatten. Mit einer hohen Einsatzbereitschaft, basierend auf absoluter körperlicher Fitness, und einem glücklichen Händchen bei der Trainerwahl hatte der SSV in dieser Spielzeit zu keinem Zeitpunkt ernsthaft etwas mit dem Abstieg zu tun.

Die wichtigste Entscheidung an der Donau für die aktuelle Spielzeit wurde sicherlich am 26. Juni 2017 verkündet. „Der SSV Jahn Regensburg verpflichtet Achim Beierlorzer als neuen Trainer“, titelten die Gazetten. Damit war ein Nachfolger für Aufstiegstrainer Heiko Herrlich gefunden. Der ehemalige Bochumer gab eine Woche nach der erfolgreichen Relegation und dem damit verbundenen Aufstieg der Regensburger seinen Wechsel zu Bayer 04 Leverkusen bekannt. Beierlorzer, der zuvor drei Jahre als Jugend-, Co- und auch Interimstrainer bei RB Leipzig aktiv war, knüpfte nahtlos an Herrlichs Philosophie sowie dessen Erfolg an.

„Der Trainer hat gesagt, wir müssen auf dem Platz elf Krieger sein“, sagte SSV-Keeper Philipp Pentke im vergangenen Sommer, nachdem die Rot-Weißen den TSV 1860 mit 2:0 niedergekämpft und den Durchmarsch aus der vierten in die zweite Liga perfekt gemacht hatten. Die Nummer mit den Kriegern nehmen die Rot-Weißen auch in dieser Spielzeit wortwörtlich. Mit 78 Gelben Karten ist der Jahn unangefochtener Spitzenreiter in der Gelbe Karten-Tabelle. Zum Vergleich: Der VfL hat bis dato „nur“ zarte 59 Kartons kassiert. Doch der hohe Einsatz der Regensburger steht nicht nur für viele Verwarnungen, sondern auch für jede Menge Spektakel. 104 Treffer fielen bislang, wenn der SSV mit von der Partie war. Nur bei Spielen von Kiel (107) und Duisburg (106) waren es mehr. Dass beim Jahn häufig alles oder nichts gespielt wird, verdeutlicht auch, dass man mit nur fünf Unentschieden die wenigsten Remis in der zweiten Liga abgeliefert hat. Besonders achten muss der VfL auf das Offensiv-Quintett der Regensburger. Grüttner (12 Tore), George (7), Mees (6), Nietfeld (5) und Adamyan (5) wissen, wo die Kiste steht. Zudem hat Abwehrboss Knoll als Freistoßspezialist bereits sieben Hütten auf dem Konto.

Zum dritten Mal sind die Oberpfälzer im vergangenen Sommer in die eingleisige 2. Liga aufgestiegen, zum ersten Mal steigen sie nicht sofort wieder ab. "Das Navi würde sagen: Sie haben Ihr Ziel erreicht", freute sich der Regensburger Übungsleiter nach dem 2:1-Erfolg Mitte April in Fürth, der den Klassenerhalt unter Dach und Fach brachte. Der anschließende 3:1-Heimsieg gegen den FC St. Pauli weckte in der Oberpfalz gar Träume der absoluten Sensation: Bei fünf Punkten Rückstand auf Relegationsplatz drei warfen einige Optimisten im Umfeld noch ein Auge auf den Aufstieg in die Bundesliga. Damit wäre der SSV als erster deutscher Klub von der vierten in die erste Liga durchmarschiert. Doch nur zwei Wochen und zwei Niederlagen in Duisburg und gegen Darmstadt später ist dieser Traum geplatzt. Für Kapitän und Toptorjäger Marco Grüttner gab es dennoch keinen Grund zur Traurigkeit: "Wir haben eine überragende Saison gespielt, darauf lasse ich nichts kommen. Wir lassen uns das jetzt nicht kaputt reden."

Das Hinspiel entschied der VfL knapp mit 1:0 für sich. Bei Temperaturen im Minusbereich zeigte sich Robbie Kruse in der siebten Minute ebenfalls eiskalt. Kevin Stöger schickte den Australier mit einem überragenden Außenrist-Pass auf die Reise und Kruse besorgte frei vor Pentke den Treffer des Tages. Zwar drängte der SSV vehement auf den Ausgleich, doch das Bochumer Abwehrbollwerk hielt den Angriffen bis zum Schlusspfiff stand. Es war erst das vierte Aufeinandertreffen mit den Oberpfälzern. Erstmals duellierte man sich 2003 in der 1. Runde des DFB-Pokals. Regensburg, damals Zweitligist, schaltete den Bundesligisten aus Bochum mit 2:1 aus. In der Saison 2012/13 trafen beide dann erstmals in der zweiten Liga aufeinander. Die Bochumer siegten mit 1:0 in Regensburg und mussten sich im Rückspiel an der Castroper Straße mit 0:2 geschlagen geben. Unterm Strich stehen also nach vier Aufeinandertreffen sowohl auf der blau-weißen als auch auf der rot-weißen Seite zwei Siege.

 

Riesenaufwand auch nochmal am letzten Spieltag! Der VfL Bochum 1848 hat sich zum Abschluss der Saison einen Zähler gegen den SSV Jahn Regensburg erkämpft. Vor 20.811 Zuschauern im Vonovia Ruhrstadion hauten beide Teams noch einmal alles raus. Die starken Gäste gingen durch Torjäger Grüttner in Führung (64.). Cheftrainer Robin Dutt ging in der Schlussphase auf volle Offensive. Der eingewechselte Johannes Wurtz hielt beim Schuss von Tim Hoogland den Fuß rein - 1:1 (87.)! Dabei blieb es, der VfL schließt die Spielzeit auf Rang sechs ab!

Zum Ende einer turbulenten Zweitliga-Saison gab es für den VfL Bochum 1848 am Sonntagmittag das Abschlussspiel gegen den SSV Jahn Regensburg. Vor 20.811 Zuschauern an der Castroper Straße musste VfL-Cheftrainer Robin Dutt in seiner Startelf nur eine Umstellung vornehmen: Für den verletzten Jan Gyamerah stand Kapitän Stefano Celozzi wieder auf der rechten Abwehrseite von Beginn an auf dem Platz. Zudem rückte Selim Gündüz für Gyamerah in den Kader. Jahn-Chefcoach Achim Beierlorzer, der den Aufsteiger in seiner ersten Saison beim SSV ins obere Tabellendrittel geführt hatte, schickte drei Neue ins Rennen. Für Sebastian Stolze, Albion Vrenezi (beide Bank) und Andreas Geipl standen Joshua Mees, Jann George und Benedikt Gimber in der Startelf.

Nach einer ausgeglichenen Anfangsphase ging die erste Chance an die Gäste aus Bayern. Knoll führte eine Ecke aus, George brachte die Kugel in die Mitte, wo SSV-Kapitän Grüttner einen Kopfball deutlich über die Querlatte drückte (6.). Drei Minuten später wieder der Jahn, dieses Mal ging es spielerisch über die rechte Seite – doch eine Flanke von George konnte Adamyan in der Mitte nicht verwerten (9.). Die anschließende Ecke klärte Fabian zunächst, doch im Rückraum kam Saller an den Ball und knallte direkt drauf, auch sein Versuch ging über das Tor von Riemann. Nach einer Viertelstunde kam dann auch die Dutt-Elf das erste Mal gefährlich in die Offensive: Zunächst herrschte nach einem Stöger-Freistoß aus dem Halbfeld an den zweiten Pfosten ein Durcheinander, das SSV-Keeper Weis per Faustabwehr auflösen konnte, den zweiten Ball schlug Sam dann zu weit, sodass Tesche verpasste. Einen Rückschlag musste der Jahn nach rund 20 Minuten verkraften: Nach einer Rettungsaktion gegen Hinterseer fasste sich Abwehrchef Knoll an den hinteren Oberschenkel, für den Dauerbrenner ging es nicht mehr weiter, er wurde durch Palionis ersetzt. Die bis dahin größte Möglichkeit hatte Hinterseer dann nach 22 Minuten: Über Umwege gelangte die Kugel nach tollem Ballgewinn von Soares zu Hinterseer, der aus elf Metern sofort abzog. Doch weil im letzten Moment noch ein Jahn-Bein dazwischen war, klatschte der Ball vom Außenpfosten ins Toraus.

Nur vier Minuten darauf war es Losilla, der zunächst einen Gegenspieler aussteigen ließ und dann aus 18 Metern abschloss, doch sein Versuch landete im Fangnetz (26.). In der Folge schlief die Partie in den Offensivreihen zunächst etwas ein, beide Teams hatten Probleme, sich auf dem regendurchtränkten Platz durchzukombinieren. Nach 35 Minuten dann Aufregung: Der für Knoll eingewechselte Palionis mähte Stöger im Mittelfeld von hinten um, sah dafür aber nur die Gelbe Karte – böse Geschichte! Den fälligen Freistoß löffelte Sam in den Strafraum, wo aber schlussendlich ein Gästespieler klären konnte. Nur zwei Minuten später kam dann Losilla im Strafraum an den Ball, drehte sich schnell und schloss ab, doch genau in die Arme von Weis. Jetzt entwickelte sich ein hitziges Spiel mit Rudelbildungen und Gelben Karten auf beiden Seiten, wobei Schiedsrichter Patrick Alt in der ein oder anderen Szene das Fingerspitzengefühl vermissen ließ. Drei Minuten vor der Halbzeit mal wieder ein Freistoß des Jahn, doch der Direktversuch von Nandzik rauschte knapp am linken oberen Toreck vorbei. Mit dem Schlusspfiff dann noch eine gute Chance nach Freistoß für den VfL, doch ein Schlenzer von Stöger vom rechten Strafraumeck wurde kurz vor dem Einschlag per Kopf geklärt, sodass es torlos in die Kabinen ging.

In den zweiten Durchgang starteten beide Teams ohne personelle Wechsel. Die erste Gelegenheit bot sich nach 47 Minuten Sam, dessen Schuss von der Strafraumgrenze nach einer Ecke aber völlig misslang und mehrere Meter am Tor vorbeirauschte. Im direkten Gegenzug dann die Riesenparade von Riemann: Nach einem Konter des Jahn war es zunächst George, der einen abgelegten Ball direkt auf den Kasten knallte, der Abpraller landete dann bei Mees, dessen Schuss Riemann aus der Ecke kratzen konnte. Die zweite Halbzeit war fünf Minuten alt, da hatte Sam den Führungstreffer auf dem Fuß: Stöger hatte den ehemaligen Nationalspieler auf die Reise geschickt, vor dem Regensburger Kasten fehlte ihm dann aber ein Schritt, um den Ball zu erreichen. Nur kurz darauf die nächste gute Möglichkeit: Stöger erkämpfte sich den Ball an der gegnerischen Grundlinie, legte dann auf Losilla auf. Der Franzose behielt die Übersicht und legte auf Hinterseer, dessen Schuss Weis zunächst stark parierte. Doch vorbei war die Szene noch nicht, denn am Ende gelang der Ball noch einmal zu Sam, der am zweiten Pfosten aber knapp verpasste. Der VfL machte jetzt, angetrieben vom lautstarken Publikum, immer weiter Druck und kam in den folgenden Minuten immer wieder in den Strafraum. Doch die Führung erzielten die Gäste in Minute 64: Nach einem Bochumer Freistoß startete der Jahn nach Ballverlust des VfL einen Konter über George und Adamyan, der schlussendlich in der Mitte Grüttner bediente. Der Kapitän musste nur noch den Fuß hinhalten, um Riemann zu überwinden.

Kurz darauf brachte Dutt dann Eisfeld für den vorbelasteten Tesche, um für die Schlussphase noch einmal kreative Akzente setzen zu können. Adamyan war es aber, der in der 69. Minute den nächsten Abschluss hatte, doch sein Versuch ging genau in die Arme des Bochumer Schlussmanns. Eine Viertelstunde vor dem Ende gingen die Blau-Weißen dann voll aufs Ganze und brachten mit Wurtz für Fabian einen weiteren Stürmer, außerdem wurde kurz darauf Sam durch Serra ersetzt. Die beiden Neuen waren es auch, die zehn Minuten vor Schluss den nächsten Versuch starteten, doch eine Hereingabe von Wurtz wurde noch so abgefälscht, dass Torhüter Weis den Ball abfangen konnte. Weil die Bochumer jetzt alles nach vorne warfen, ergaben sich immer wieder Räume für die Gäste. Nutzen konnte das bis fünf Minuten vor Schluss kein Jahn-Akteur, denn auch ein Schuss von Nietfeld aus der Drehung sorgte nicht  für den zweiten Treffer. Dafür gelang dem VfL in den letzten Minuten aber der Ausgleich! Hoogland hatte sich nach Ballgewinn aus der zweiten Reihe ein Herz gefasst und einfach mal abgezogen, vor dem Tor stand dann Wurtz goldrichtig und fälschte den Ball unhaltbar für Weis ab – sein erstes Saisontor! In der Schlussphase warf die Dutt-Elf dann nochmal alles nach vorne und drängte auch noch auf den Siegtreffer. Ein Treffer war den Blau-Weißen aber nicht mehr vergönnt.

Und dennoch kann man stolz auf die vergangenen Wochen sein. Der VfL sicherte sich durch das Remis Rang sechs in der Endabrechnung! Ganz stark. Am 25. Juni startet die nächste Saison – wir freuen uns auf euch!

VfL Bochum 1848 vs. SSV Jahn Regensburg

Robin Dutt (Cheftrainer VfL Bochum 1848): Ich habe ein intensives Spiel gesehen. Regensburg hat es mit dem Pressing sehr gut gemacht. So war wenig Ruhe am Ball. Ich finde es aber gut und auch bemerkenswert, dass beide Mannschaften am Saisonende nicht einfach nur die Murmel laufen lassen, sondern dass sie dieses Spiel bei allen Emotionen noch ausleben. Das haben die Zuschauer auch verdient. Ich persönlich werde mit einem Unentschieden niemals zufrieden sein. Aber dieses Remis war so unglaublich wichtig für alle. Die Körpersprache hat gepasst, die Mannschaft hat nochmal alles reingeworfen. Das war ein wichtiges Zeichen. Uns steht dennoch in der Vorbereitung viel Arbeit bevor. Aber das Signal, dass die Mannschaft unbedingt noch den Ausgleich will, hat mir sehr gefallen. Kompliment aber auch an Regensburg, sie haben eine fantastische Saison gespielt.

Achim Beierlorzer (Cheftrainer SSV Jahn Regensburg): Es war ein interessantes Spiel. Uns war ja klar, dass wir auf einen Gegner mit richtig viel Qualität treffen. Wir haben es aber geschafft, unsere Tugenden auf den Platz zu bringen. Bochum kam in der ersten Hälfte nicht wirklich ins Spiel. Ich habe ein zerfahrenes Spiel vor der Pause gesehen, viele Ballverluste, sehr unkontrolliert. Keine Mannschaft konnte ihr Spiel aufziehen. Es war aber auch klar, dass es so in der zweiten Halbzeit nicht so weitergehen würde. Wir hatten dann die Konterchancen. Bei der ein oder anderen hätte ich mir noch mehr Körner gewünscht, um sie zu nutzen. Uns ist aber auch klar, dass Bochum intensiv um den Ausgleich gekämpft hat. Sie hatten auch die Chancen. Schade ist es, dass das Tor so fällt. Aber letztendlich ist dieses Ergebnis gerecht. Für uns war das Remis wichtig. Wir sind sicher Fünfter, das ist eine Riesensensation.

Stefano Celozzi (Kapitän VfL Bochum 1848): Es war eine lange Saison für uns. Heute haben wir einen recht versöhnlichen Abschluss geschafft. Wir sind jetzt auf Platz sechs – denjenigen, der das vor einigen Wochen so vorausgesagt hätte, hätten wir für verrückt erklärt. Umso schöner ist das heute. Natürlich hat man auf dem Platz gesehen, dass die Mannschaft heute unbedingt nochmal gewinnen wollte. Besonders in den letzten 15 Minuten haben wir noch einmal alles rausgehauen, das war unglaublich. Ich bin sehr stolz auf die Mannschaft, was sie in den letzten Wochen geleistet hat. Ich denke, dass wir verdient und mit viel Willenskraft noch den Punkt eingefahren haben. Das Tor haben wir erzwungen. Vor dem Gegentreffer hatten wir schon Chancen auf das Führungstor, das ist uns nicht gelungen. Am Ende haben wir alles versucht, der Ausgleich war dann verdient.

Kevin Stöger (VfL Bochum 1848): Es gibt bei mir schon einen Verein, mit dem die Gespräche sehr gut gelaufen und weit vorangeschritten sind. Es war wohl leider mein letztes Spiel heute für den VfL, ich hatte hier eine tolle Zeit und habe super Leute kennen gelernt. Deswegen bin ich umso trauriger, dass wir nur 1:1 gespielt haben. Ich glaube, vor ein paar Wochen hätte jeder den sechsten Platz unterschrieben. Natürlich ist es enttäuschend, wenn man zuhause das letzte Spiel nicht gewinnt. Mit einem Sieg wären wir Vierter oder Fünfter geworden, deswegen bin ich enttäuscht. Mein Ziel ist aber die Bundesliga. Ich glaube, dass ich eine gute Saison gespielt habe und bereit bin für den nächsten Schritt. Ich habe viele intensive Gespräche mit der Familie, der Freundin und meinem Berater geführt, wir sind uns alle einig, dass der nächste Schritt drin ist.

Patrick Fabian (VfL Bochum 1848): Am Ende haben wir mit einer imposanten Serie das Ganze noch einmal rumgerissen und hatten zum Glück in den letzten zwei Spielen nichts mehr mit den unteren Rängen zu tun. Man hat gesehen, wie eng es auch heute noch zugegangen ist. Mit Braunschweig hat es noch eine Mannschaft getroffen, die gar nicht damit gerechnet hat. Als man vorher gesagt hat, dass es „einfach“ sei aufzusteigen, muss man dazu sagen, dass es genau so jeden erwischen kann runter zu gehen. Deshalb kann man stolz auf die Leistung der Mannschaft und des gesamten Teams sein, was wir in der Rückrunde geleistet haben. Es ist nicht selbstverständlich. Wir haben gezeigt, dass wir eine Einheit sein können. Wir schließen die Saison als Sechster ab, das ist dann am Ende auch okay. Es war heute ein unruhiges Spiel, das ist auch der Stil von Regensburg. Es war in der ersten Halbzeit nicht besonders ansehnlich und nickelig. In der zweiten Halbzeit hatten wir eigentlich alles im Griff und hätten in Führung gehen können. In der Phase kriegen wir dann durch einen unnötigen Ballverlust im Mittelfeld das 0:1, dann rennen wir hinterher. Die letzten 15 Minuten spiegeln aber wieder, was hier in den letzten Monaten passiert ist. Die Mannschaft hat nicht aufgesteckt und wollte unbedingt noch ein Tor erzielen. Wir haben den Ausgleich dann erzwungen, deshalb passt es am Ende. So sind wir Sechster, das ist von der Platzierung her nicht verkehrt – und wenn man das Ganze sieht, kann man sagen, dass wir mit einem blauen Auge davon gekommen sind. Ich hoffe, dass wir als Gesamtverein daraus lernen und unsere Lehren daraus ziehen, um in der neuen Saison ein anderes Bild abzugeben. Das garantiert natürlich nie irgendeine Platzierung oder einen Erfolg, aber wenn man Ruhe und Stabilität in einem Verein hat, dann ist das eine gute Basis. Es war brutal anstrengend, nicht nur diese Saison, sondern auch das letzte Jahr mit den Verletzungen. Das geht an einem Spieler wie mir, der in schwierigen Situationen voran gehen will, schon nah. Das geht auch an die Substanz, nicht nur körperlich, sondern auch mental. Ich bin ehrlicherweise froh, dass es jetzt erst einmal vorbei ist. Ich freue mich auf sechs Wochen Urlaub, auf Nepal und den Himalaya. Dort kann ich einfach mal abschalten und die Natur genießen.

Sebastian Schindzielorz (Sportvorstand VfL Bochum 1848): Heute überwiegt absolut die Erleichterung. Es war eine extrem turbulente Saison mit fünf Trainern, zwei Sportvorständen und vielen Unruhen. Ich denke, dass wir mit dem Ende sehr zufrieden sein können. Auch mit dem Ende des heutigen Spiels, in dem die Zuschauer und noch einmal gepusht haben und wir glücklicherweise das 1:1 erzielt haben. Natürlich wäre Platz vier schön gewesen, aber mit dem Sechsten sind wir nicht unzufrieden. Was die Fernsehgelder angeht bin ich gerade noch überfragt, da muss ich mir die Tabelle in Ruhe anschauen und rechnen. Das wird jetzt in aller Ruhe gemacht. Wir sind jetzt froh über den Ausgang der Saison, man konnte im Februar nicht damit rechnen, dass wir noch so viele Punkte holen. Die waren aber auch nötig, wenn man gesehen hat, wie lange es unten eng war. Heute überwiegt die Freude über die letzten Monate, jetzt gucken wir was die Zukunft bringt. Ich habe mit Kevin Stöger vor zwei Tagen gesprochen, da sagte er, dass noch nichts entschieden ist. Das bestätigt er ja, indem er sagt, dass noch nichts unterschrieben ist. Wir haben ihn heute noch nicht verabschiedet, aber auch da werden wir sehen wie es sich entwickelt.

 

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