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VfL stürmt an die Bundesliga-Tabellenspitze
"Wir sind wieder da!" - Zum vierten Mal kehrte der
VfL zur Saison 2002/03 in die 1. Bundesliga zurück. Nie sollte
das Team dabei jedoch auf Anhieb so auftrumpfen wie im Sommer
2002. Nach drei Auftaktsiegen und einem Unentschieden gegen Borussia
Dortmund stand der VfL nach vier Spieltagen sensationell auf dem
ersten Tabellenplatz, ein Novum in der 28-jährigen Bundesligageschichte
des Teams.
Ganz Fußball-Deutschland rieb sich verwundert die
Augen, beim VfL blieb man jedoch auf dem Teppich: "Das ist nur
eine Momentaufnahme, die mich dennoch mit Stolz erfüllt", erklärte
Trainer Peter Neururer, den die Boulevardpresse eilig zu "Peter,
dem Größten" erhoben hatte.
Tatsächlich waren die von Neururer getätigten Neuverpflichtungen
auf Anhieb eingeschlagen. In der Abwehr brachte der kamerunische
Nationalspieler Raymond Kalla neue Stabilität, im Mittelfeld erkämpften
sich die Rückkehrer Thordur Gudjonsson und Filip Tapalovic gleich
einen Stammplatz. Das Wichtigste jedoch: Alle Spieler kamen ablösefrei
an die Castroper Straße, der VfL war zu Saisonbeginn der einzige
Bundesligist ohne Transferausgaben.
Dennoch machten sich im Saisonverlauf die fehlenden
personellen Alternativen im Kader bemerkbar: Nachdem Peter Neururer
zwischenzeitlich gleich eine halbe Mannschaft aufgrund von Verletzungen
nicht zur Verfügung stand, setzte es eine Negativserie von acht
Spielen ohne Sieg. Der VfL rutschte in der Tabelle ab und bedrohlich
nah an die Abstiegsränge, doch erneut zeigte das Team Moral.
Ausgerechnet am Ostersonntag feierte Bochum mit
einem 3:1-Sieg gegen den VfB Stuttgart "Wiederauferstehung". Auch
in den verbleibenden Saisonspielen überzeugte das Team, gewann
drei der letzten fünf Spiele und katapultierte sich mit dem Schlussspurt
noch auf Platz neun der Abschlusstabelle.
Einen weiteren Grund zur Freude gab es dank Thomas
Christiansen. Der Spanier sicherte sich mit seinem 21. Saisontreffer
am letzten Spieltag beim TSV 1860 München die Bundesliga-Torjägerkanone
und wurde damit erster Toptorjäger des VfL seit Stefan Kuntz in
der Saison 1985/86. Überhaupt erzielte der VfL mit 55 Treffern
so viel Tore wie selten; nur Meister Bayern München war in der
Spielzeit noch torhungriger als der VfL.
Zu einer weiteren zentralen Stütze des Bochumer
Spiels entwickelte sich Mittelfeldspieler Slawo Freier. Dabei
überzeugte das Bochumer Eigengewächs auch Teamchef Rudi Völler
so sehr, dass er Freier seit Mitte 2002 regelmäßig in die deutsche
Nationalmannschaft berief. Damit hat der VfL nach Jupp Tenhagen
und Dariusz Wosz seinen dritten Nationalspieler hervorgebracht.
Henry Wahlig
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