25.04.2007 - 12:00 / SAISON
31. Spieltag: VfL Bochum - FC Schalke 04
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31. Spieltag: Freitag, 27.04.2007, 20.30 Uhr, rewirpowerSTADION, Bochum
1. FC KaiserslauternVfL Bochum
Freitag, 20.30 Uhr: Punkte im Derby

Am Freitag, 20.30 Uhr, kommt es unter Flutlicht zum Derby gegen den aktuellen Tabellenführer aus Gelsenkirchen. Die Schalker führen die Tabelle mit zwei Punkten vor Bremen an und gewannen das Hinspiel mit 2:1. Cheftrainer Marcel Koller will mit unserem Team alles unternehmen, um die Meisterschaft weiter spannend zu halten und weiter Punkte für den Klassenerhalt zu sammeln.

Nimmt man das Medieninteresse als Gradmesser für die Bedeutung der Partie, müsste am Freitag eigentlich das diesjährige Champions League-Finale anstehen. Halb Europa interessiert sich für das Revierderby VfL gegen S04, das für beide Mannschaften tatsächlich so etwas wie ein Endspiel darstellt. Beide Trainer haben im Vorfeld jedenfalls betont, dass sämtliche Spiele bis zum Saisonende Finalcharakter hätten. Unklar ist, welches Team einen Sieg dringender braucht.

Der Druck des Gewinnenmüssens liegt offenbar mehr auf Schalker Seite, die den Atem der Verfolger aus Bremen (in Bielefeld) und Stuttgart (in Mönchengladbach) im Nacken spüren. Natürlich kann ein Ausrutscher im Tabellenkeller ebenso fatale Folgen haben wie an der Spitze, doch im unteren Tableau ist man ein ständiges Auf und Ab inzwischen gewohnt. Die Gelsenkirchener reisen mit drei Siegen im Gepäck nach Bochum, dass die Erfolge ohne Gegentor zustande kamen spricht für eine zuletzt konzentrierte Defensivleistung. Doch der Deckungsverband könnte gesprengt werden.

Wie schon in der letzten Woche gegen Energie Cottbus wird Schalkes Coach Mirko Slomka wohl auf Mladen Krstajic verzichten müssen. Der Serbe zog sich einen Faserriss im rechten Oberschenkel zu, die erste muskuläre Verletzung seiner Karriere. „Deshalb gibt es leider keine Erfahrungswerte, wie der Muskel reagiert“, sagte Schalkes Coach, der für das Freitagspiel im Fall Krstajic kaum Hoffnung hat. Es „käme einem Wunder gleich“, wenn der lange Innenverteidiger auflaufen könnte. An seiner statt wird dann der Uruguayer Dario Rodriguez spielen, der auch in der Hinrunde gegen unseren VfL dabei war. Ob neben ihm Kapitän Marcelo Bordon agiert, ist momentan fraglich. Der Brasilianer klagte über Adduktorenprobleme und setzte am Mittwoch beim Training aus. Es darf aber davon ausgegangen werden, dass die medizinische Abteilung der Schalker alles unternehmen wird, um ihn wieder fit zu bekommen.

Auch die Physiotherapeuten des VfL haben derzeit alle Hände voll zu tun. Joel Epalle trug zusätzlich zu seiner Fußprellung vom Hertha-Spiel aus Frankfurt eine Schulterblessur davon. Pavel Drsek ereilte dasselbe Schicksal wie Bordon, er brach das Training am Mittwoch wegen Muskelproblemen ab. Martin Meichelbeck befindet sich nach seinem Bänderriss ebenso in der Reha wie Tommy Bechmann, dessen Knieprobleme immer noch nicht abgeklungen sind. Auch Filip Trojan hat es am Knie erwischt, ein schmerzhafter Bluterguss zwang ihn dazu, die Trainingsversuche unter der Woche abzubrechen.

Trotz dieser personellen Sorgen wird der VfL den Revier-Rivalen mit breiter Brust empfangen, beflügelt vom Auswärtssieg in Frankfurt. Philipp Bönig wird nach Gelbsperre wieder zurückkehren und seinen Trainer vor die Qual der Wahl stellen. Ob Bönig oder Heiko Butscher gegen die „Knappen“ von Beginn an auflaufen wird, ließ Koller noch offen. Keine Zweifel gibt es hingegen hinsichtlich der Abteilung Offensive, aus der sich Fanis Gekas aufschwingt, nach Stefan Kuntz und Thomas Christiansen der dritte Torschützenkönig des VfL Bochum in der Bundesliga zu werden. 18-mal hinterließ der Grieche bisher seine Visitenkarte im Netz des Gegners, auch schon bei Schalkes Torwart Manuel Neuer.

Dass die Gäste zum jetzigen Zeitpunkt von Platz eins der Tabelle grüßen würden, zeichnete sich beim Hinspiel im November 2006 zwar bereits ab, aber daran glauben wollte – außer den eigenen Anhängern – so recht niemand. Punktgleich mit Werder Bremen schloss S04 die Hinrunde als Zweiter ab, und fast alle tippten auf einen Durchmarsch der Norddeutschen. Stattdessen setzten sich die Schalker ab, unter anderem durch Siege in Bremen und zu Hause gegen Stuttgart. Die letzte Niederlage kassierte man vor fast vier Wochen ausgerechnet bei den Krisen-Bayern. Ansonsten gibt es rund um den Schalker Markt nicht viel zu meckern, das Team führt sowohl die Heim- als auch die Auswärtstabelle an und hat in Kevin Kuranyi den zweitbesten Scorer der Liga (13 Tore, 11 Assists). Mit der Rückkehr von Spielmacher Lincoln, der zwischenzeitlich eine fünfwöchige Sperre absaß, ist man im Offensivspiel zudem variabler und kreativer geworden.

Viele der Rahmenbedingungen erinnern an das Jahr 2001, als der Meisterschaftskandidat aus der Nachbarstadt nach Bochum reiste. Es war ebenfalls der 31. Spieltag, und der Tabellenführer trug Königsblau. Nur der Abstand zum VfL war damals erheblich größer, denn der rangierte auf Platz 18 und war so gut wie abgestiegen. Nach 90 Minuten hieß es 1:1, den Schalkern fehlte am Ende dieser eine Zähler zur Meisterschaft, der blau-weiße Anhang hatte trotz des Abstiegs Grund zu feixen. Und diesmal? „Ich gönne uns einzig und alleine den Klassenerhalt“, hakte Marcel Koller das Thema schnell ab. „Wenn wir bereit sind, konzentriert die Räume zuzustellen und jeder für den anderen kämpft, können wir auch gegen Schalke etwas holen.“

Für unsere Fans, die am Freitag nicht im rewirpowerSTADION sein können, bieten wir wie gewohnt unseren Live-Ticker an, der ab ca. 19.00 Uhr live berichten wird.

Fotos: firo sportphoto