10.03.2007 - 17:30 / SAISON
25. Spieltag: VfL Bochum - Borussia Dortmund
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Derby-Sieger! - Der VfL schlägt Dortmund mit 2:0

In einem echten Derby-Fight kämpfte der VfL den BVB nieder und siegte verdient mit 2:0. Gekas brachte die Hausherren nach einem Zauperpass von Misimovic über das halbe Feld in Front (48.) und machte mit seinem 12. Saisontor in der 84. Minute alles klar. Der VfL hat sich mit diesem Sieg nun wieder ein wenig Luft im Abstiegskampf verschafft und für den BVB schwere Zeiten eingeläutet.

Wer hätte vor der Saison gedacht, dass das Heimspiel unseres VfL gegen den Reviernachbarn aus Dortmund für beide Teams im Zeichen des Abstiegskampfes stehen sollte? Der BVB rutschte nach insgesamt fünf Niederlagen in der Rückrunde - voriges Wochenende verlor man zuhause 2:3 gegen Cottbus - in die gefährliche Zone und träumte nicht mehr vom UEFA-Pokal, sondern vom Klassenerhalt. Der VfL befand sich nach der 0:3-Niederlage in Bremen wieder "unterm Strich" und hatte die Möglichkeit, mit einem Sieg die Abstiegsränge zu verlassen und bis auf einen Punkt an die Dortmunder heranzukommen. Rein statistisch sprach einiges für eine Punkteteilung: Drei der letzten vier Spiele im rewirpowerSTADION endeten unentschieden, der letzte Sieg der Borussia datierte aus der Saison 1998/99. Ein Alles-oder-nichts-Spiel für beide Teams - ohne Frage. Wer heute einen Dreier holte, konnte zumindest eine Woche lang ein wenig ruhiger schlafen.

Personal
Beide Trainer wirbelten ihre Anfangsformationen im Vergleich zur Vorwoche gehörig durcheinander. VfL-Coach veränderte sein Team auf insgesamt vier Positionen und präsentierte eine offensive taktische Ausrichtung. Für den bislang etatmäßigen Sechser vor der Abwehr, Christoph Dabrowski, stand erneut Tommy Bechmann in der Startelf, der in Bremen gelbgesperrte Zwetschge Misimovic kehrte auf seine angestammte Position hinter den Spitzen zurück. Zudem spielten Youngster Dennis Grote für Filip Trojan auf der linken Mittelfeldseite und Martin Meichelbeck für Philipp Bönig links in der Viererkette.

Auch BVB-Trainer Jürgen Röber brachte vier neue Spieler. Die zuletzt gesperrten Degen, Dede und Valdez spielten von Anfang an, zudem rückte Amedick für Brzenska ins Team. Alexander Frei, mit elf Treffern bis dato erfolgreichster Borussia-Torschütze, nahm virusgeschwächt zunächst nur auf der Bank Platz.

Spielverlauf 1. Halbzeit
Beide Mannschaften machten von Anfang an klar, welch große Bedeutung dieses Spiel für sie hatte, und gingen mit großem Engagement und viel Leidenschaft zu Werke. Das erste Ausrufezeichen setzte der VfL nach drei Minuten: Zdebel bediente Gekas mit einem 40-Meter-Pass in die Mitte, der Grieche tauchte allein vor BVB-Torwart Weidenfeller auf, konnte den Ball aber nicht an ihm vorbeispitzeln. Die Bochumer waren in der Anfangsphase das Spiel bestimmende Team und hebelten die Abwehr der Gäste mit schnellen, direkten Pässen ein ums andere Mal aus. Es dauerte zehn Minuten, bis der BVB erstmals gefährlich vor dem VfL-Tor auftauchten: Valdez tankte sich auf der rechten Seite in den Strafraum durch und konnte nur dank des beherzten Einsatzes von Keeper Drobny vom Ball getrennt werden.

Die Hausherren dominierten das Geschehen und berannten das Dortmunder Tor, wirklich gefährliche Situationen blieben aber Mangelware, da der BVB geschickt die Räume eng machte. In der 19. Minute hatte Epalle die Führung auf dem Kopf, wurde aber entscheidend von Degen bedrängt. Die Gäste verlegten sich auf Konter und hatten in der 26. Minute fast Erfolg: Degen flankte von rechts auf Amedick, der stieg unbehindert hoch und köpfte nur knapp übers Tor. Glück für den VfL, der wütend antwortete: Erst scheiterte Bechmann mit einem Gewaltschuss aus 16 Metern an Weidenfeller, kurz danach setzte Gekas einen Kopfball knapp neben das BVB-Gehäuse.

Die bis dahin recht rasante und von beiden Mannschaften engagiert geführte Partie verflachte nach einer halben Stunde. Der Aktionsradius konzentrierte sich im Mittelfeld, wo sich die Kontrahenten weitestgehend neutralisierten. Zudem wurde es zusehends ruppiger und giftiger, was zu einer Reihe von Spielunterbrechungen führte. Der erste Aufreger nach einer lange Phase des Stillstands: Dede wuselte sich in der 39. Minute durch die Bochumer Abwehrreihen, bediente Tinga halbrechts im Strafraum, dessen Schussversuch im letzten Moment von Yahia geblockt werden konnte. Auch die letzte nennenswerte Aktion vor der Pause gehörte den Gästen: Smolarek schoss vom rechten Strafraumeck aus, Meichelbeck fälschte den Ball noch ab, Drobny parierte jedoch gewohnt sicher. Ein extrem enges, mit zunehmender Spieldauer immer hitziger geführtes Match ging in die Halbzeit, in dem beide Mannschaften um jeden Zentimeter Rasen fighteten und sich gegenseitig kaum Entfaltungsmöglichkeiten gaben.

Spielverlauf 2. Halbzeit
Die Gäste kehrten wacher aus der Kabine zurück. Zunächst konnte Maltritz nach einer Flanke von Dede gerade noch vor dem einköpfbereiten Smolarek klären, gleich darauf war es wieder der Pole, der knapp an Drobny scheiterte. Im direkten Gegenzug dann aber der große Auftritt von Theofanis Gekas: Misimovic schickte den Griechen mit einem meisterhaften Pass über das halbe Feld, der überrante die ganze BVB-Abwehr und schob den Ball ganz cool an Weidenfeller vorbei ins rechte untere Eck. 1:0 für den VfL in der 48. Minute! Und der spielte daraufhin wie befreit auf. Grote fasste sich ein Herz und zog aus 20 Metern ab - nur knapp drüber! Epalle bediente Gekas von rechts im Strafraum, doch Weidenfeller war einen Schritt schneller. Die Dortmunder wirkten sichtlich geschockt von dem Rückstand und brauchten einige Zeit, um sich wieder zu ordnen. In der 58. Minute hatten die Borussia-Fans den Torschrei schon auf den Lippen: Valdez nutzte eine Konfusion in der VfL-Abwehr und hätte fast den Ball über die Torlinie gestochert.

Das Spiel gewann nun mit jeder Minute an Rasanz und Klasse. Die Gäste machten auf und drängten auf den Ausgleich, die Bochumer setzten blitzschnelle Konter. Die gefährlicheren Szenen hatten in dieser Phase jedoch die Gäste: Erst setzte Kringe den Ball nur knapp drüber, in der 66. Minute platzierte Valdez seinen Kopfball gar an den Pfosten. Der BVB drückte, die Hausherren zogen sich mehr und mehr zurück und tauchten nur noch sporadisch vor dem Dortmunder Tor auf.

BVB-Trainer Röber setzte eine Viertelstunde vor Schluss alles auf eine Karte und brachte für Kringe seinen Schweizer Goalgetter Frei. Marcel Koller reagierte umgehend und verstärkte mit Drsek an Stelle von Grote die Defensive. Die Bochumer fanden wieder besser ins Spiel und kamen durch einen Kopfball vom eingewechselten Junior in der 79. Minute zu einer guten Chance. Doch das Tor machte ein anderer bzw. der immergleiche: Theofanis Gekas! Nach einer Flanke von Misimovic von der der linken Seite stieg der Grieche am höchsten und köpfte ein zum 2:0. Die Partie war gelaufen. Der BVB warf noch einmal alles nach vorne, agierte aber zu kopflos und überhastet. Nach vier Minuten Nachspielzeit war es dann amtlich: Der VfL behielt im Revierderby die Oberhand und sicherte sich drei extrem wichtige Punkte im Kampf um den Klassenerhalt.

Fazit
In einem extrem eng und phasenweise hitzig geführten Revierduell feierte der VfL einen verdienten Sieg. Die Bochumer waren das engagiertere und wachere Team und zeigten vor dem Tor endlich die Entlossenheit, die ihnen zuletzt so oft gefehlt hatte. Während der VfL sich durch die drei Punkte im Tabellenkeller wieder ein wenig Luft verschafft hat, gerät der BVB durch die Niederlage immer weiter in den Abstiegsstrudel.

Fotos: Firo Sportphoto