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Herr
Köper, mit welchen Eindrücken schauen Sie heute auf das Siegerfoto
ihrer A-Jugend Meisterschaft von vor über 35 Jahren?
Immer noch mit ein wenig Stolz, denn wir waren damals einfach
eine Bombentruppe. Über vier Jahre waren wir quasi nicht zu schlagen.
Es war ein echtes Privileg für mich, in dieser Jugend spielen
zu dürfen, schließlich hatte der VfL damals neben Kickers Offenbach
und Eintracht Frankfurt den Ruf der besten Nachwuchsarbeit in
ganz Deutschland. Wir standen hier vor Schalke, Leverkusen und
Köln – und gegen die Mannschaft von Borussia Dortmund wären wir
damals wahrscheinlich gar nicht erst angetreten…
Was macht für Sie das Geheimnis des „Bochumer Modells“ von
damals aus?
Das sind im Prinzip die gleichen Faktoren, die noch heute gelten.
Hier in Bochum wurde kontinuierlich auf ein festes Ziel hingearbeitet
– und alle zogen mit. Es wurden also nicht wie anderswo andauernd
die Verantwortlichen gewechselt. Darüber hinaus haben uns damals
unsere gemeinsamen Fahrten sehr zusammengeschweißt. Ich habe bis
heute nicht vergessen, wie wir als erste deutsche Jugendmannschaft
nach Russland und nach Israel gefahren sind. Dafür haben wir sogar
Anzüge vom Verein gestellt bekommen.
Dennoch
konnte der VfL danach lange nicht mehr an die Dominanz Ihrer Tage
anknüpfen – erst in der letzten Saison stand wieder eine Bochumer
A-Jugend im Finale um die Deutsche Meisterschaft. Wo liegen für
Sie hier die Ursachen?
Schon damals sind meines Erachtens unsere Erfolge im Land nicht
ausreichend gewürdigt worden. Nach dem Sieg in Saarbrücken kam
Bundestrainer Helmut Schön zu mir und meinte: „Du wirst ein ganz
Großer, wenn Du den VfL verlässt.“ Wenig später hatte ich dann
ein Angebot von Eintracht Frankfurt auf dem Tisch – da hat die
DFB-Lobby schön zusammengehalten. Das gleiche galt für die Jugendnationalmannschaft,
in der du als VfL-Spieler kaum Chancen hattest. Ich bin damals
trotz alledem in Bochum geblieben – und das war bestimmt auch
nicht die schlechteste Entscheidung.
Wie sehen Sie die heutige Jugendarbeit des VfL?
Mit großer Freude! Ich habe mir vor zwei Jahren das A-Jugend-Halbfinale
gegen den VfB Stuttgart angeschaut und in der letzten Saison das
Meisterschafts-Endspiel in Köln – beide Male war ich beeindruckt
von der Qualität der Mannschaft. In dem Jahrgang steckt viel Substanz,
das scheint mir eine ähnliche Truppe zu sein wie wir damals. Dem
VfL kann man es nur wünschen.
Dieses Interview erschien am 27.11.2004 im Stadionmagazin "Mein
VfL"
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