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Die Vorzeichen vor dieser Begegnung waren ganz anders als erwartet:
Eigentlich hätte jeder das absolute Spitzenspiel dieser Zweitligasaison
erwartet. Aktuell traf unser VfL aber als Spitzenreiter auf den
13. der Tabelle. Seit zehn Spielen warten die Löwen auf einen
Sieg. Unsere Elf startete fulminant in die Rückrunde, musste
sich aber aus den letzten drei Spielen mit nur zwei Punkten begnügen.
Personalien
Walter
Schachner veränderte seine Mannschaft nur auf einer Position
- für Steffen Hofmann, der über Aduktorenprobleme klagte,
rückte Daniel Baier in die Startelf. In den Kader nahm der
Österreicher Fabian Johnson aus der U23-Nachwuchsmannschaft
der Sechziger auf.
Unser Cheftrainer Marcel Koller musste sein Team gezwungenermaßen
umstellen, denn neben Pavel Drsek und Martin Meichelbeck, die
ihre Verletzungen noch nicht auskuriert hatten, fiel auch Thomas
Zdebel gelbgesperrt aus. Philipp Bönig startete daher hinten
links und Heiko Butscher spielte neben dem heutigen Kapitän
Marcel Maltritz in der Innenverteidigung. Für Zdebel rückte
Daniel Imhof ins defensive Mittelfeld. Imhofs Position im rechten
Mittelfeld übernahm Thomas Rathgeber, der damit zu seinem
ersten Einsatz von Beginn an kam. Sturmpartner von Tommy Bechmann
war von Beginn an Edu, der sich über gute Trainingsleistungen
einen Platz in der Startelf erkämpft hatte.
Spielverlauf 1. Halbzeit
Der TSV 1860 München versuchte in den ersten Minuten Druck
auf unser Tor auszuüben. Die neuformierte Abwehr vor Peter
Skov-Jensen stand aber sicher und ließ kaum gefährliche
Situationen aufkommen. Demgegenüber stieß unser Team
schon in der fünften Minute erstmals über die rechte
Seite schnell in den Strafraum von Löwen-Schlussmann Timo
Ochs. Edu hatte sich schön durchgesetzt, wurde aber vom Linienrichter
wegen eines vermeintlichen Stürmerfouls zurück gepfiffen.
Eine weitere gefährliche Situation leitete Zwetschge Misimovic
in der 11. Minute ein, als er einen Freistoß schnell ausführte,
der finale Pass den schön durchgestarteten Edu aber nur knapp
nicht erreichte. Nur eine Minute später setzte Tommy Bechmann
bei einem Rückpass nach und zwang Ochs zu einem unkontrollierten
Rettungsschuss, der im Seitenaus landete.
Erst
in der 15. Minute war es Matthias Lehmann, der sich etwa vom Mittelkreis
auf den Weg machte, von unserem Team nicht ausreichend gestört
wurde und etwa 17 Meter vor dem Tor abzog. Peter Skov-Jensen wehrte
den Schuss des Kapitäns der Löwen allerdings sicher
zu Ecke ab. In der 20. Minute kam unser Team zu ersten gefährlichen
Standardsituation: Etwa 20 Meter halbrechts zog Dennis Grote direkt
aufs Tor, verfehlte den Kasten aber um etwa einen Meter. Das Spiel
war Mitte der ersten Halbzeit recht zerfahren. Die Heimelf wirkte
unsicher und unser Team wollte in erster Linie die Kontrolle des
Geschehens. Immer wieder setzte Misimovic schöne öffnende
Pässe, die Rathgeber oder Grote über die Außen
zu nutzen versuchten. Bis Mitte der ersten Halbzeit sprang aber
noch nichts zählbares heraus. Dann drang in der 28. Minute
Tommy Bechmann nach feinem Pass von unserer Nummer 16 in den Sechszehner
der Löwen ein, sein Schuss ging aber links am Gehäuse
vorbei.
In der Folge plätscherte die Partie vor sich hin, nur unterbrochen
von einigen Stockfehlern oder Nickligkeiten. Zwingende Situationen
waren Mangelware, auch weil unsere Deckung gut stand und kaum
Platz für Angriffe der Löwen bot. Unser Team tat sich
allerdings ebenfalls etwas schwer. Zwar stimmten die Laufwege
und auch der Einsatz unserer Spieler war gut, es fehlte aber die
Präzision beim finalen Pass. Echte Torchancen waren daher
Mangelware. Gegen Ende der Halbzeit machte sich auch das schwere
Geläuf immer mehr bemerkbar. Einige Bälle versprangen
und die wenigen grünen Stellen passten sich farblich dem
erdfarbenen Untergrund an.
Die Zuschauer beider Seiten waren mit den gezeigten Leistungen
in den ersten 45 Minuten natürlich nicht zufrieden. Zu wenig
konstruktives Spiel der Hausherrn, die sehr tief standen und eigentlich
nur auf Konter lauerten, wurde geboten. Von unserer Elf sahen
die etwa 3.000 mitgereisten VfL-Fans leider noch keinen erfolgreich
abgeschlossenen Angriff.
Spielverlauf 2. Halbzeit
Unverändert gingen beide Mannschaften in die zweite Spielhälfte.
Die Löwen hatten offensichtlich eine neue Marschroute erhalten,
denn sie versuchten nun, das Spiel zu machen. Torchancen sprangen
dabei aber erst einmal nicht heraus. Gefährlich wurden die
Löwen nur durch Standardsituation, von denen sie bis zu 65.
Minute einige bekamen.
Zwischendurch
tauchte aber auch unser Team mal wieder gefährlich vor dem
Tor der Sechziger auf. Tommy Bechmann setzte sich gegen drei Münchner
durch, verzog seinen Schuss aber knapp. Kurz darauf war es Thomas
Rathgeber, der Timo Ochs mit einem fulminanten Weitschuss zu einer
Glanzparade zwang. Das Spiel nahm an Fahrt auf, was aber in erster
Linie daran lag, dass beide Mannschaften das Mittefeld preisgaben.
In der 69. Minute wurde unser Team dann endlich für das
geduldige Spiel belohnt: Über die linke Seite bauten Zwetschge
Misimovic und Dennis Grote das Spiel auf, Grote ließ Lamotte
aussteigen und drang in den Strafraum ein. Scharf passte unser
Youngster in den Fünfer und am zweiten Pfosten stand Heiko
Butscher, der zur verdienten Führung traf. Butscher krönte
mit diesem Tor seine gute Leistung in der Innenverteidigung und
erzielte nebenbei sein erstes Tor als Profifußballer.
Nun setzte Schachner alles auf eine Karte und wechselte mit Krontiris
für Lanzaat einen Stürmer für einen Verteidiger
ein. Trotzdem war es unser Team, das sich weitere Chancen erarbeitete.
Nun war Platz zum Kontern, den unsere Spieler immer besser nutzen.
Zwar versuchten die Münchner gegen Ende der Partie den Ausgleich
zu erzwingen, ihre Aktionen waren aber zu überhastet und
letztlich völlig harmlos.
Fazit
In
einem sicher nicht hochklassigen Spiel entführte unser VfL
die Punkte aus der blau beleuchteten Allianz Arena. Unser Team
hatte die Partie zu jeder Zeit im Griff und ließ die Löwen
nur selten gefährlich vor das Tor von Peter Skov-Jensen kommen.
Die neu formierte Mannschaft stand hinten sicher und schaltete
schnell sowie immer wieder klug zwischen Defensiv- und Offensivspiel
um. Die Außenpositionen, mit Dennis Grote und Thomas Rathgeber
sehr jung besetzt, trugen einige schöne Spielzüge nach
vorne und waren ein ums andere Mal gefährlich. Der Sieg geht
letzten Endes völlig in Ordnung, da unser Team sich im Gegensatz
zu den harmlosen Löwen einige Chancen erarbeitete. In einer
von der Taktik bestimmten Partie, in der sich keine Mannschaft
eine Blöße geben wollte, nutzte Heiko Butscher die
sich ihm bietende Chance, um die wichtigen drei Punkte an die
Castroper Straße zu holen. Am Sonntag, dem 19. März
2006, trifft die Mannschaft von Marcel Koller nun im Ruhrstadion
auf den Aufsteiger Eintracht Braunschweig.
Fotos: Firo Sportphoto
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