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Martin Kree: Die linke Klebe war sein Markenzeichen
(mspw)
Die „Linke Klebe“ war sein Markenzeichen Er hat die Champions
League gewonnen, ist zweimal Deutscher Meister (mit Borussia Dortmund)
und einmal DFBPokalsieger (mit Leverkusen) geworden, aber auch
dem VfL Bochum hat Martin Kree eine ganze Menge zu verdanken:
Der Verein hat ihm die Chance gegeben, überhaupt Fußball- Profi
zu werden. „Somit ist die emotionale Bindung zum VfL natürlich
sehr stark“, sagt er heute über den Verein, dem er immer noch
die Treue hält und für dessen Traditionsmannschaft ab und zu spielt.
„Ich weiß nicht, wie lange es diese Mannschaften noch gibt. Aber
es macht durchaus Sinn, die Tradition zu pflegen.“ Im Kreise der
ehemaligen VfL-Spieler fühlt er sich „ein bisschen in der Zeit
zurückversetzt“.
Sein Markenzeichen waren die Weitschüsse aus der zweiten Reihe.
Er hatte schon damals den härtesten Schuss in der Bundesliga.
Eine Messung der Schuss-Geschwindigkeit des Fernsehsenders RTL
in der Saison 85/86 hat dies nachgewiesen: Martin Kree mit dem
härtesten Schuss, die damalige Mannschaft des VfL den höchsten
Durchschnittswert und der Trainer, Jupp Tenhagen, lag ebenfalls
vorn im Trainervergleich. Einen Vergleich mit dem heute für Real
Madrid spielenden Brasilianer Roberto Carlos will Martin Kree
nicht zulassen: „Er spielt im linken Mittelfeld, ich war Manndecker.
Ob sein Schuss heute härter ist als meiner damals ist schwer zu
sagen.“
In der Tat dürfte die „linke Klebe“ von Martin Kree bei vielen
Torhütern schon vor dem Anpfiff für manchen Schweißausbruch gesorgt
haben. „Die Weitschüsse waren Teil meiner Aufgabe in Bochum“,
sagt Martin Kree, der insgesamt 28 Tore für den VfL erzielte -
und was für welche. „Einmal“, erinnert er sich, „habe ich spektakulär
getroffen und um nur fünf Stimmen bei der Wahl zum Tor des Monats
verloren.“ Es war in einem Spiel gegen Nürnberg, da versenkte
er den Ball aus 30 Metern unter der Latte. Martin Kree schmunzelt
leicht und fügt hinzu: „Hätte ich das vorher gewusst, hätte ich
sechs Postkarten mit meinem Namen abgeschickt.“ Nicht ganz so
spektakulär, dafür um so bedeutsamer war sein Tor im Pokal-Habfinale
1988 gegen den Hamburger SV. Martin Kree zog ab und Jupp Koitka
hatte das Nachsehen – 1:0. Andrej Iwan löste mit einem weiteren
Treffer den großen Jubel rund ums Ruhrstadion aus.
Martin
Kree erinnert sich: „Die Fans stürmten auf den Platz, wir wurden
auf Händen vom Platz getragen. Das war der erste richtige Höhepunkt
in meiner Fußball-Karriere.“ Dass der VfL schließlich ganz knapp
den Einzug in den europäischen Wettbewerb verpasste, empfindet
er heute noch immer als überaus bitter. „Durch die Einnahmen aus
dem Europapokal hätte sich der VfL ganz anders entwickeln können.“
Und so musste auch Martin Kree ein Jahr später verkauft werden
– an Bayer Leverkusen. „Es war zum finanziellen Wohle des Vereins.“
Heute betreibt er mit seinem Schwiegervater im sauerländischen
Hemer ein Logistik-Unternehmen. Der 38-Jährige hat den Platz auf
dem Rasen mit dem Schreibtisch getauscht. Nach zwei Berufsjahren
im Bereich Sportmarketing hat er sich nun ganz vom Fußball verabschiedet.
Die Umstellung war nicht ganz einfach. „Es war ein großer Schritt.
Als Fußballer wurde jeder Tag vom Verein durchgeplant. Plötzlich
stand ich auf eigenen Füßen und musste mich selbst organisieren.
Auch bin ich jetzt nicht mehr so oft an der frischen Natur, sondern
sitze meistens im Büro. In der Anfangszeit musste ich sogar aufpassen,
dass ich nicht einschlafe. Mein Körper wollte sich bewegen.“
Da kommt es schon mal vor, dass sich Martin Kree den Gabelstapler
schnappt und ein paar Paletten herumfährt. Denn er weiß: „In einer
eigenen Firma habe ich jetzt viel mehr Verantwortung gegenüber
den Mitarbeitern als früher.“ Hilfreich ist in seinem neuen Lebensabschnitt
jene Einstellung, die er beim VfL Bochum kennengelernt hat. „So
sehr, wie sich damals die Spieler mit dem VfL identifiziert haben,
das gibt es heute nicht mehr so oft.“
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