+ Saison 2002/2003 +
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24. Spieltag
Sa., 08.03.2003, 15.30 Uhr
Weserstadion Bremen
SV Werder Bremen VfL Bochum
Spiel: SV Werder Bremen VfL Bochum
Tabellenstand: Platz 6 (34 Punkte, 37:37 Tore) Platz 9 (30 Punkte, 39:39 Tore)
Voraussichtl. Aufstellung: Borel - Verlaat, Baumann, Krstajic, Skripnik - Stalteri, Ernst, Micoud, Lisztes - Charisteas, Ailton ---
Schiedsrichter: Peter Sippel - Georg Schalk, Burkard Hufgard, Manuel Gräfe
Spiel im TV: Live auf Premiere, ab 18 Uhr in einer Zusammenfassung in SAT.1-ran
Hinrunde: VfL Bochum - SV Werder Bremen 1:4
Weserstadion Bremen: 35282 Zuschauer, alle Plätze überdacht, davon 29510 Sitzplätze
Anfahrt: Aus Richtung Hamburg (BAB 1): Ausfahrt Hemelingen; aus Richtung Hannover (BAB 1): Ausfahrt Hemelingen; aus Richtung Osnabrück (BAB 1): Ausfahrt Arsten; aus Richtung Bremerhaven (BAB 27): Ausfahrt Vahr. Weserstadion überall ausgeschildert. Vom Hauptbahnhof und vom Markt mit Linienbussen, Sonderbusse aus allen Stadtteilen.

Links: DB-Fahrplanauskunft, Routenplaner
B.O.Z.-Fanexpress: Abfahrt Bochum: 09:05 Uhr - Ankunft Bremen: 11:13 Uhr
Abfahrt Bremen: 18:45 Uhr - Ankunft Bochum: 20:55 Uhr
Zum Preis von 16 Euro. Mehr Infos auf den Webseiten des B.O.Z. Fan-Express oder telefonische Anmeldung unter 0173-4177021.
Website des Gegners: www.Werder-online.de

Vorbericht: Duell der Serientäter - wer durchbricht zuerst den Kreis?
von Benjamin Heckmann Der Blick auf die Statistik treibt Fans und Verantwortlichen beider Teams Sorgenfalten auf die Stirn - denn die Partie "Sechster gegen Neunter" ist keineswegs ein Spitzenspiel. Hier trifft eine Mannschaft nach fünf Bundesliga-Niederlagen in Folge, gänzlich sieglos im Jahr 2003, auf ein Team, das seit drei Spielen auf einen vollen Erfolg wartet. Und das zudem noch nie in der Bundesliga-Geschichte einen Sieg im Stadion genau dieses Gegners erreichen konnte.

In Bremen gibt es für den VfL selten was zu holen. Sieben Punkte, nur sieben Unentschieden in 26 Spielen im Weserstadion, dazu das vernichtende Torverhältnis von 18:59 - die Reise in die Hansestadt endete nur selten mit einer erfreulichen Rückfahrt. Bremen ist - trifft man im Stadion der Grün-Weißen aufeinander - ein wahrer Angstgegner des VfL. Doch dieses Mal könnte alles anders werden.

Denn die Bremer, in der Hinrunde noch "Bayern-Jäger" und Champions-League-Anwärter, taumeln dem Bundesliga-Mittelmaß in einem schwindelerregenden Tempo entgegen. Kein einziger Sieg aus den sechs Spielen im Jahr 2003, zudem eine Niederlagenserie von fünf Pleiten in Folge. Das zwischenzeitlich hochgesteckte Ziel musste bereits korrigiert werden, die Champions-League rückt in unerreichbare Ferne und die Hanseaten müssen nun gewinnen, wollen sie nicht auch den Anschluss an die UEFA-Cup-Plätze verlieren.

Am Sonntag Morgen nach der herben 0:3-Klatsche in Leverkusen bat Sportdirektor Klaus Allofs die Mannschaft zum Krisengespräch. "Der Trainer und ich haben noch einmal mit Nachdruck alles angesprochen, was in den vergangenen Wochen nicht so gelaufen ist, wie wir uns das vorgestellt haben. Auch einzelne Spieler konnten sich äußern", sagte der Sportdirektor nachher. Man wolle nun gemeinsam über die "einfachen, kleinen Dinge des Fußballs wieder unser Selbstvertrauen zurückholen."

Kaum verbessert hat sich die Lage am Dienstag Abend, als sich Werder Bremen in Unterzahl vom Tabellenletzten Kaiserslautern mit 3:0 auseinandernehmen ließ. Die Niederlage im DFB-Pokal-Halbfinale gegen den 1. FCK schmerzt doppelt, denn nun muss der Einzug in den internationalen Wettbewerb in der Liga realisiert werden. Kaum weniger erschreckend als das Ergbenis war der Auftritt der Bremer, nach dem Markus Daun bemängelte: "Nur fünf, sechs Spieler halten das, was sie vorher laut versprechen. Ich versteh' das nicht - Fußball ist doch unser Beruf, das muss uns doch Spaß machen!" Und vom Saisonziel internationales Geschäft will der von Bayer Leverkusen ausgeliehene Stürmer nichts wissen: "Wir brauchen noch sechs Punkte gegen den Abstieg."

Um endlich den freien Fall aufzuhalten, griff Trainer Thomas Schaaf zu ungewohnten Mitteln: Bereits vor dem ersten Training nach dem Spiel verriet er die Mannschaftsaufstellung gegen Bochum - er vertraut wieder seiner Hinrunden-Elf: "Wir wollen dokumentieren, dass die Probleme, die wir zweifellos in der Rückrunde haben, am Samstag vollkommen unwichtig sind. Wir müssen uns an alles erinnern, was uns in der Hinrunde stark gemacht hat. Wir haben erfolgreichen Fußball mit Leidenschaft, Begeisterung, Freude und Spaß geboten. Das wollen wir mit dieser Mannschaft wieder probieren. Diese Spieler haben schon gezeigt, dass sie es können. Es gibt keine Ausreden. Sie stehen in der Pflicht." Auch Pascal Borel kehrt ins Tor zurück: "Wir haben beide Keeper unter Wettkampfbedingungen gesehen. Jetzt spielt Pascal, der zu dieser Hinrunden-Mannschaft gehörte, mit der wir die erste Saisonhälfte als drittbestes Team der Liga abgeschlossen haben."

Die Werderaner wollen sich also auf ihre alten Stärken besinnen, da kommt der Lieblingsgegner natürlich gerade recht. Besonders Torjäger Ailton - zuletzt häufiger Beobachter von der Ersatzbank aus, statt vorne im Sturmzentrum zu wirken - dürfte sich auf ein Wiedersehen mit dem VfL freuen, denn gegen die Blau-Weißen trifft der Brasilianer besonders gerne und häufig. Und sollte ihm etwas an der Torjägerkanone liegen, wird er besonders auf einen Torerfolg gegen die Bochumer brennen.

Am Samstag trifft er auf Anton Vriesde. Der dürfte als einziger Bochumer gute Erinnerungen an ein Duell mit Ailton haben, denn als der Niederländer noch in Diensten des KFC Uerdingen stand, gelang es ihm, in einem DFB-Pokal-Match gegen Werder den Bremer Stürmer fast vollständig aus dem Spiel zu nehmen und gewann so manches Laufduell gegen den sprintstarken Brasilianer. Mit diesem Auftritt spielte sich Vriesde seinerzeit in das Blickfeld von Trainer Peter Neururer.

Aus dem VfL-Lazarett dürfte lediglich Slawo Freier ins Team zurückkehren, der nach zwei Spielen verletzungsbedingter Zwangspause für Schwung im Bochumer Spiel sorgen könnte. Im Hinspiel war er einziger VfL-Torschütze und spielte sich nicht nur so ins Blickfeld der Bremer Verantwortlichen, die ihr Interesse am Bochumer Nationalspieler gar nicht erst verheimlichen. Am Samstag darf Freier den Hanseaten gerne seine Klasse unter Beweis stellen und im blau-weißen Trikot den Aufsteiger zum ersten Sieg in Bremen treiben. Und dass dem VfL mindestens ein Treffer im Weserstadion gelingt, sagt schon das Gesetz der Serie: Bochum ist weiterhin der einzige Bundesligist, der auswärts in jedem Spiel mindestens ein Tor geschossen hat.


Interview:
von David Nienhaus
Interview mit Paul Stalteri (kanadischer Nationalspieler vom SV Werder Bremen)

Hallo Paul. Ich muss dich natürlich zuerst auf die momentan Situation bei Werder Bremen ansprechen. Nach einer sehr guten Hinrunde, wo sogar über die Champions League gesprochen wurde, jetzt der Absturz ins Bundesliga-Mittelfeld. Warum kann Werder nicht an die gezeigte Leistung der Hinrunde anknüpfen?

Ich weiß es leider auch nicht. Wir sind alle zur Zeit etwas sprachlos, warum wir nicht mehr gewinnen können. Uns fehlt einfach die Sicherheit und das Selbstvertrauen. Wir müssen wieder anfangen, mit Leidenschaft und Herz zu spielen.

Am vergangenen Dienstag wurde die "sichere" Teilnahme am Uefa-Cup durch das Nicht-Erreichen des DFB-Pokal-Finals in Berlin verspielt. Bedeutet das noch eine Rückschlag für das Selbstvertrauen der Mannschaft? Und ist die Saison jetzt noch zu retten?

Wir müssen uns jetzt einfach auf unsere alten Stärken besinnen und gucken, dass wir wieder gewinnen. Egal in welchen Tabellenregionen wir momentan spielen, der Blick geht leider nach unten. Wenn wir unsere Form wieder gefunden haben, dürfen wir uns eventuell auch wieder nach oben orientieren. Aber jetzt liegt erst einmal volle Konzentration auf das Spiel gegen Bochum.

Bei einem Länderspiel Anfang Juni treffen in Wolfsburg Kanada und Deutschland aufeinander. Wo ist der kanadische Fußball anzusiedeln?

Wir haben eine gute Mannschaft, die jung und entwicklungsfähig ist. Das Durchschnittsalter beträgt gerade mal 25 Jahre. Das ist ein hoffnungsvolles Team und wir wollen uns unbedingt für die WM 2006 qualifizieren. In den vergangenen Spielen hatten wir ein kleines Stürmerproblem, denn keiner hat Tore geschossen. Aber wir haben wieder vier, fünf neue Spieler dazu bekommen und vielleicht wird dieses Jahr besser als das Letzte.

Der Trainer der kanadischen Nationalmannschaft, Holger Osieck, ist in Bochum kein Unbekannter. Er war von 1991-92 Trainer in beim VfL. Wie ist dein Verhältnis zu Osieck und was sagst du zu seiner Arbeit in Kanada?

Er ist seit vier Jahre in Kanada und macht einen sehr guten Job. Er ist ja nicht nur für die A-Nationalmannschaft verantwortlich, sondern koordiniert noch andere Teams. Er leistet gute Arbeit und durch ihn ist Kanada auf einem guten Weg. Das Ziel ist die Qualifikation für die WM. Er bring durch seine Mentalität Leidenschaft in unseren Sport und arbeitet ganz anders als frühere Trainer.

Owen Hagreaves, Spieler beim Bayern München, hat sich für eine Karriere in der englischen Nationalmannschaft, gegen die in der Kanadischen entschieden. Ist das ein großer Verlust für den kanadischen Fußball?

Das ist natürlich seine Entscheidung. Jetzt hat er die Möglichkeit, in einer ganz großen Mannschaft zu spielen, die quasi sicher bei der WM dabei ist. Er hätte uns, dem kanadischen Fußball, mit Sicherheit helfen können. So gesehen ist es logischerweise Schade und ein Verlust für uns.

Zum Spiel gegen Bochum. Der VfL hat bislang keine guten Erfahrungen an der Weser gemacht und Werder hat seit sechs Spielen nicht mehr gewonnen. Warum reißt die Serie der Bremer im Spiel gegen den VfL?

Für uns kann es egal sein gegen wen wir spielen. Ob Bochum oder Bayern, wir müssen gewinnen. Ausreden zählen nicht und wir sehen nach 90 Minuten gegen wen wir gespielt haben und dann auch hoffentlich gewonnen haben. Wir müssen unsere alte Form wieder zurückerlangen und mit Begeisterung spielen.

Vielen Dank für das Gespräch und alles Gute für deine Zukunft.

Danke und schöne Grüße nach Bochum.

Fieberkurven: Fieberkurve
Statistiken:
  VfL Bochum SV Werder Bremen
Chancen gegeneinander 48,61 % 51,39 %
Punkte pro Spiel 1,30 1,48
Tore pro Spiel 1,70:1,70 1,61:1,61
Siege 8 (34,78 %) 10 (43,48 %)
Niederlagen 9 (39,13 %) 9 (39,13 %)
Höchster Sieg 5:0 gegen Cottbus (H) 4:1 gegen Nürnberg (H), Bochum (A)
Höchste Niederlage 1:4 gegen Bremen (H), Bayern (A), Dortmund (A) 1:4 gegen Dortmund (H)
Aktuelle Serie seit 3 Spielen nicht gewonnen 5 Niederlagen, seit 6 Spielen nicht gewonnen
Historie:
 
in Bremen
in Bochum
Gesamt
Spiele
26
27
53
VfL-Siege
0
9
9
Unentschieden
7
5
12
Niederlagen
19
13
32
Torverhältnis
18:59
40:42
58:101