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Der zuletzt gelbgesperrte Wosz sowie Christiansen rückten
für Bemben und Fischer in die Startelf im Aufsteigerduell,
das bei besten Bedingungen stattfand: Trockenes Wetter, etwa 15
Grad Celsius und strahlender Sonnenschein im Ruhrstadion vor rund
20.000 Zuschauern, davon auch über Tausend aus der niedersächsischen
Landeshauptstadt. Beim letzten Aufeinandertreffen dieser beiden
Mannschaften zu Beginn des Jahres 2002 hatte es im Ruhrstadion ein
hochklassiges und mitreißendes Spiel gegeben, das mit einem
4:2-Sieg für den VfL endete. Qualitativ stand diese Bundesliga-Begegnung
dem Zweitliga-Match in vielerlei Hinsicht nach.
In
den ersten Minuten war die Bochumer Mannschaft noch gar nicht recht
auf dem Platz, ließ sich von den Gästen in die eigene
Hälfte drücken und wurde kalt erwischt, als Vinicius Bergantin
per Kopf nach fünf Minuten zum 0:1 traf - unter tatenloser
Beobachtung der Bochumer Abwehr. Der Treffer führte zu einem
kurzen Aufbäumen der Blau-Weißen, die ihre Chancen jedoch
nicht verarbeiten konnten, Hashemian, Christiansen und Gudjonsson
vergaben hochkarätige Möglichkeiten zum Ausgleich.
Doch nach einem kurzen Angriffswirbel verflachte die Partie, zu
viele Fehler im Aufbauspiel der Bochumer ermöglichten den 96ern
Ballgewinne und Konter, die jedoch zunächst von den VfL-Innenverteidigern
sowie einem gut aufgelegten Rein van Duijnhoven abgefangen werden
konnten. Die Hannoveraner konnten mit der Führung im Rücken
das Spiel auf sie zukommen lassen und sahen sich nicht genötigt,
die defensive Grundordnung aufzugeben.
Eine halbe Stunde nach dem ersten Gegentreffer leistete sich die
Bochumer Abwehr ihren zweiten Blackout des Tages, den Nationalspieler
Bobic per Kopf zum 0:2 nutzte. Durchaus verdient, die Gastgeber
wussten mehr aus ihren Möglichkeiten zu machen als die wenig
überzeugenden Neururer-Schützlinge, für die der Trainer
in der Halbzeit gewiss deutliche Worte parat hatte.
Nach nur fünf Minuten in der Kabine kehrten die Bochumer auf
den Rasen zurück, wo sie von ihrem Trainer ein weiteres Mal
zusammengerufen wurden und neue Anweisungen bekamen. Taktisch sah
die Änderung so aus, dass Tapalovic und Fahrenhorst die Positionen
tauschten, Reis ins Mittelfeld rückte.
So kamen die Bochumer zumindest zurück ins Spiel und konnten
im zweiten Abschnitt mehr Druck ausüben. Und tatsächlich
wurden die Bemühungen belohnt, als Thomas Christiansen nach
über einer Stunde zum Anschlusstreffer einschob und mit seinem
13. Saisontreffer einen Hoffnungsschimmer weckte.
Nach
über einer Dreiviertelstunde, in der der VfL nicht viel auf
die Reihe bekam, lief es nun wieder besser. Die Gäste kamen
nur noch zu vereinzelten Kontern, die Hausherren hatten Chance um
Chance und übten viel Druck aus, ein weiterer Treffer lag in
der Luft. Mit der Hereinnahme von Fischer stärkte Neururer
die zuvor verwaiste rechte Seite.
Beim Stand von 1:2 kurz vor Schluss wurden Erinnerungen an das
Hisnpiel wach, als es ebenfalls 2:1 für Hannover stand, bevor
Filip Tapalovic fast mit dem Abpfiff zum Ausgleich traf. Mit der
Auswechslung des Kroaten gegen Michael Bemben war eine Wiederholung
der Geschichte mit ihrem Hauptdarsteller jedoch ausgeschlossen.
Und auch keiner seiner elf Teamkollegen, die in der Schlussphase
auf dem Rasen standen, konnte in seine Rolle schlüpfen. Der
Ball verließ in der kaum noch den 96er Strafraum, die Begegnung
entwickelte sich zum Ende noch zu einem spannenden Match, doch der
Ball wollte einfach nicht ins Tor.
Am Ende stand ein verdienter Sieg der Gäste, die zwei Aussetzer
der Bochumer Abwehr zu Toren nutzen konnten und ansonsten nicht
zu viel tun mussten, während der VfL erst im zweiten Abschnitt
richtig ins Spiel kam und den Anschlusstreffer erzwang. Für
den Ausgleich reichte es schließlich nicht mehr, was sich
jedoch noch nicht negativ auf den Tabellenstand des Aufsteigers
auswirkt. Die kommenden schweren Spiele in Bremen und gegen Bayern
machen die Lage jedoch nicht entspannter, noch fehlen dem VfL einige
Punkte zum Erreichen des Saisonziels.
>> In der Niederlage stimmt
die Moral
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