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Der
VfL Bochum begann konzentriert und selbstbewußt auf dem Gladbacher
Bökelberg. Nachdem die Bochumer im Revierderby gegen Schalke
keine Bonuspunkte einfahren konnten, sollten gegen den VfL vom Niederrhein
die drei Punkte geholte werden. Die Gäste mit dem besten Auswärstangriff
der Liga traf auf die beste Heimabwehr mit einem Punkt für
beide Teams.
Christian Vander wollte in seinem fünften Bundesligaspiel
endlich den ersten Sieg auf seinem Konto verbuchen, holte mit klasse
Paraden immerhin ein Unentschieden. Der verletzungsbedingte Torwartwechsel
war für den VfL-Coach nicht die einzige Umstellung in der Mannschaft
im Vergleich zum Schalke-Spiel. Filip Tapalovic war - nach auskurierter
Schulterverletzung - wieder erste Wahl. Für ihn musste erst
mal Thoddi Gudjonsson auf der Bank Platz nehmen. Stefan Korell rückte
nach abgesessener Gelbsperre wieder in das Team der Fohlen.
Die ersten zehn Minuten gehörten klar dem Team von Trainer
Neururer. Zwei strittige Situationen sorgten in der Anfangsphase
für Aufsehen. Schon in der dritten Minute erzielte Frank Fahrenhorst
seinen vierten Saisontreffer, den Schiedsrichter Dr. Fleischer auf
Grund eines Fouls von Raymond Kalla aber nicht anerkannte. Auch
ein Handspiel von Steffen Korell 19 Meter vor dem Tor, sahen weder
der Schiedsrichter, noch sein Assistent an der Seitenauslinie. Abgesehen
von diesen Situationen hatte Thomas Christiansen die Möglichkeit
das 1:0 für den VfL zu erzielen. Nach schöner Flanke von
Slawo Freier setzte der "Torero" den Ball nur knapp um
den Kasten von Jörg Stiel.
Diese
drei Chancen waren wohl die Initialzündung für die Gladbacher
einen Gang höher zu schalten. Von der elften Minute an setzten
sie die Gäste stetig unter Druck. Hochklassige Tormöglichkeiten
gaben Vander die Chance, sich immer wieder auszuzeichnen. Vor allem
die Schüsse aus der zweiten Reihe bereiteten der Bochumer Abwehr
Probleme. Vier Ecken hintereinander drängten den VfL in die
Defensive und Sebastian Schindzielorz konnte den Ball zwei mal gerade
noch von der Torlinie kratzen (22. und 25.).
Der VfL Bochum, der heute erstmals in den roten Ausweichtrikots
auflief, beschränkte sich auf Kontermöglichkeiten - die
aber viel zu selten zustande kamen. Daniel Felgenhauer über
links und Lawrence Aidoo auf der rechten Seite waren die Aktivposten
der Gastgeber. Doch ihre Flanken landeten bis dato immer bei den
Bochumer Abwehrrecken Fahrenhorst und Meichelbeck.
Zwingend waren die Chancen der Borussia nicht, auch wenn die Bochumer
Defensive häufig im Blickpunkt des Geschehens war. Nach 30
Minuten schwächte der Druck der Gladbacher ab, das Bollwerk
aus Bochum stand sicher und abgeklärt. Tatsächlich verzeichnete
der VfL aus Bochum noch die beste Chance der ersten Halbzeit. Nach
einer Ecke von Dariusz Wosz tanzte Salwo Freier, der wieder einmal
auffälligster Akteur der Bochumer war, die gegnerische Abwehr
aus und kam frei zum Schuß - knapp über das Tor.
Mit
einem leistungsgerechten 0:0-Unentschieden verabschiedeten sich
beide Mannschaften in die Halbzeitpause. Mit Sicherheit war das
keine überragende Partie in den ersten 45 Minuten, aber beide
Mannschaften wollten das Spiel machen und schließlich mit
drei Punkten vom Rasen gehen.
Ohne Veränderungen kamen beide Teams aus der Kabine. Doch
anscheinend blieb die Bochumer Konzentration noch länger in
der Kabine. Nur drei Minuten ab der 56. reichten Gladbach aus, um
die Niederlage des VfL einzuleiten. In der 56. Spielminute befreite
sich Aidoo aus der Umklammerung von Martin Meichelbeck, sah in der
Mitte Joris van Hout, der klasse auf Igor Demo ablegte. Aus 11 Metern
ließ er Vander keine Chance und traf zum 1:0. Nur drei Minuten
später erzielte der Vorbereiter zum 1:0, von Hout das 2:0 selber.
Diesmal bereitete der Aktivposten auf der linken Seite, Felgenhauer,
den Treffer vor.
Nach diesen beiden Toren gelang es dem VfL zuerst nicht, in das
Spiel zurückzufinden. Auch die Einwechslung zwei weiterer Stürmer
verhalf den Bochumern nicht, das Oberwasser wieder zu erlangen.
Die Gladbacher nahmen das Tempo raus, beschränkten sich aus
Konter und waren trotzdem dem 3:0 näher, als Bochum dem Anschlusstreffer.
Doch die letzten Minuten auf dem Bökelberg versprachen noch
einmal spannend zu werden. Der VfL bewies eine super Moral, wurde
stärker und stärker und die Gladbacher beschränkten
sich auf Befreiungsschläge, die immer wieder bei den Gästen
landeten. In der 85. Minute setzte sich Peter Graulund, der für
den ausgepowerten Delron Buckley ins Spiel kam. über die linke
Seite durch und flankte in die Mitte, wo Vahid Hashemian den Ball
ins Tor "knipste". Der Anschlusstreffer und der Startschuß
zur allerletzten VfL-Offensive. Fast alle "Roten" waren
nun in der Hälfte der Gladbacher, nur Schindzielorz sicherte
hinten ab.
Freier
leitete dann tatsächlich noch das 2:2-Unentschieden ein. Konfus
versuchten die Fohlen den Ball aus dem eigenen Sechszehner zu bringen,
doch Freier eroberte den Ball, setzte Peter Graulund ein, der mit
seinem ersten Saisontreffer für das glückliche 2:2 in
der 90. Minute erzielte.
Der Jubel unter den 2000 Bochumer Fans fand nach dem Abfiff kein
Ende mehr. Zufrieden mit dem Punkt machen sich Fans und Mannschaft
auf den Weg zurück in heimische Bochum. Rein van Duijnhovens
Ersatzmann Vander traf bei beiden Gegentreffern keine Schuld und
der Youngster im VfL-Tor zeigte eine gute Leistung. Die Gastgeber
spielten clever und nutzten die drei Bochumer Schwächeminuten
aus. Eine unglaubliche Schlussoffensive brachte dann doch noch den
Auswärtwspunkt bei Gladbach. Vor zwei Wochen verloren die Jungs
von Peter Neururer drei Punkte sehr unglücklich in Stuttgart
- diesmal punktete das Team glücklich in letzter Sekunde.
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