+ Saison 2002/2003 +
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7. Spieltag
So., 29.09.2002, 17.30 Uhr
Ruhrstadion Bochum
VfL Bochum SV Werder Bremen
Spiel: VfL Bochum SV Werder Bremen
Ergebnis: 1 4
Tore:
1:1 Slawo Freier (22.)
0:1 Ailton (17.)

1:2 Angelos Charisteas (37.)
1:3 Ailton (50.)
1:4 Mladen Krstajic (87.)
Aufstellung: van Duijnhoven - Mandreko, Tapalovic, Fahrenhorst (44. Reis), Colding - Schindzielorz, Gudjonsson - Wosz (65. Hashemian) - Buckley (67. Graulund), Christiansen, Freier Borel - Skripnik, Verlaat, Krstajic - Reich (67. Daun), Ernst, Borowski, Stalteri - Lisztes - Ailton (88. Magnin), Charisteas (85. Klasnic)
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Schiedsrichter: Dr. Helmut Fleischer - Markus Schmidt, Georg Greipl
Gelbe Karten: Fahrenhorst, Freier - Krstajic, Skripnik
Zuschauer: 26.171

Website des Gegners: www.Werder-online.de
Liveticker: Das Spiel im Liveticker zum Nachlesen
Vorbericht: Der Vorbericht zum Spiel

Spielbericht: VfL nach 1:4 zurück auf dem Boden der Tatsachen
von Benjamin Heckmann 1:4 gegen Werder Bremen - eine bittere, deutliche und - wenn auch vielleicht nicht in dieser Höhe - verdiente Niederlage. Bochum begann stark und konnte die Bremer Führung schnell ausgleichen, das 2:1 brach der Heimmannschaft dann das Genick, nach dem 3:1 war die Partie gelaufen. Ailton zeigte wieder einmal, dass er gegen den VfL besonders gerne trifft und steuerte zwei abgezockt herausgespielte Treffer zum Erfolg seiner Mannschaft bei.

Bis zur letzten Minute war unklar, ob Bochums Spielmacher Dariusz Wosz würde auflaufen können oder nicht. Er hatte sich am Samstag kurz vor Ende des Abschlusstrainings verletzt und zunächst sah es so aus, als sei ein Einsatz völlig ausgeschlossen. Neben dem Spielgestalter war auch das Mitwirken von Vahid Hashemian gefährdet, nachdem bei Raymond Kalla wegen Knieproblemen schon unter der Woche klar war, dass er nicht spielen würde. Beim Aufwärmen signalisierte Wosz dann, dass er von Beginn an mit von der Partie sein kann.

Dennoch war das Team von Peter Neururer erstmals in der gesamten Saison verändert - und das deutlich. Martin Meichelbeck saß auf der Bank, Raymond Kalla auf der Tribüne. Für die beiden Verteidiger standen Sebastian Schindzielorz und Sergej Mandreko in der Anfangself. Taktisch bedeutete dies eine Viererkette mit Mandreko, Fahrenhorst, Tapalovic und Colding, zentral defensiv Schindzielorz und Gudjonsson hinter dem Spielmacher Wosz und drei Spitzen Freier, Buckley und Christiansen.

Das Spiel begann mit einer Chance für die Gäste, die schnell zu einem Eckball kamen und aus dem Gewühl den Ball aufs Tor brachten. Bereits in den ersten Minuten entwickelte sich ein interessantes Spiel, beide Mannschaften spielten mit direktem Zug zum gegnerischen Strafraum. Die beste Chance der Anfangsphase hatte Thomas Christiansen nach schönem Flügellauf von Slawo Freier, doch sein Kopfball wurde eine Beute des SVW-Keepers Pascal Borel.

Die ersten 15 Minuten gehörten klar den Hausherren, die wieder mit dem gewohnten Kombinationsspiel zu gefallen wussten und die Bremer unter Druck setzten. Völlig aus dem Nichts kam dann die Führung der Gäste, als ein langer Ball auf Ailton die Bochumer Abwehr aushebelte und der Brasilianer völlig frei über die linke Seite auf das Tor zulaufen konnte. Rein van Duijnhoven hatte keine Chance gegen den Stürmer, der sich die Ecke aussuchen konnte und zum 1:0 einschoss.

Doch von Verunsicherung bei den Bochumer keine Spur: Einen genialen Pass von Buckley fing zwar Krstajic noch vor Christiansen ab, doch mit einem astreinen Tackling erkämpfte sich der "Torero" die Kugel zurück, war frei vor Borel und legte clever auf den noch besser positionierten, mitgelaufenen Slawo Freier ab, der zum Ausgleich einschob. Ein großartig herausgespielter und hochverdienter Treffer!

Fast hätte es nach einer halben Stunde schon 2:1 für den VfL geheißen, doch Buckleys Treffer fand aufgrund einer Abseitsposition keine Anerkennung beim Schiedsrichtergespann, das sich mit seinen Abseitsentscheidung bei beiden Vereinen bis zu diesem Zeitpunkt keine Freunde gemacht hatte. Die Fernsehbilder gaben dem Unparteiischen jedoch recht.

Vom Spielverlauf ergab sich in der Folge eine Kopie dessen, was sich vor dem 0:1 abgespielt hatte: Bochum drückte und fing sich plötzlich einen Konter. Das tolle Zusammenspiel von Charisteas und Ailton endete zunächst bei Rein van Duijnhoven, der mit einer Klasseparade den Schuss des Brasilianers entschärfte. Doch der Ball landete erneut bei Charisteas, der diesmal dem Holländer keine Chance ließ und sein Team erneut in Führung brachte. Zu diesem Zeipunkt unglücklich und auch unverdient aus Bochumer Sicht, die über die erste halbe Stunde deutlich mehr vom Spiel hatten.

Kurz vor der Halbzeit wurde Peter Neururer dann zu einem Wechsel gezwungen: Nach einem Luftkampf im Bremer Strafraum zwischen Verlaat und Fahrenhorst blieb der Bochumer mit blutüberströmtem Gesicht auf dem Rasen liegen und musste ausgewechselt werden, seinen Platz in der Viererkette übernahm Thomas Reis. Ohne weitere Ereignisse ging es in die Halbzeitpause - Bremen ging dank Cleverness im Abschluss mit einem Vorsprung in die Kabine.

Die Cleverness behielten sie auch im zweiten Abschnitt bei. Noch keine fünf Minuten waren gespielt, als Colding als letzter Bochumer über den Ball senste und damit dem hinter ihm lauernden Ailton auflegte, der erneut allein auf Rein van Duijnhoven zulaufen konnte und sich auch diese Möglichkeit nicht entgehen ließ - mit einem Schuss durch die Beine des VfL-Keepers erhöhte er auf 1:3 aus Bochumer Sicht.

Die Spieler des VfL wirkten konsterniert durch den dritten Gegentreffer, der viel Unsicherheit ins Bochumer Spiel brachte. Noch keine Mannschaft hatte es in dieser Spielzeit geschafft, mehr als zwei Tore gegen die Bochumer Abwehr zu erzielen - und kaum fielen Kalla und später Fahrenhorst aus, verließ die VfL-Verteidiger auch das Glück. Immer wieder schaffte es Ailton, sich in Szene zu setzen und brachte die Abwehr der Hausherren ein ums andere Mal in Verlegenheit.

Doch dann wollte Peter Neururer alles auf eine Karte setzen, brachte Vahid Hashemian für Dariusz Wosz und nur kurze Zeit später Peter Graulund für Delron Buckley in die Partie.Thomas Christiansen ließ sich etwas zurückfallen, Hashemian und Graulund rückten ins Sturmzentrum um dem Spiel noch die entscheidende Wende zu geben. Hashemian kam auch schnell zu einem guten Kopfball im Fünfmeterraum nach schöner Flanke von Sören Colding, der ansonsten aber nicht den besten Tag erwischt hatte. Die komfortable Bremer Führung konnte diese Aktion zwar nicht gefährden, weckte aber Hoffnungen bei den Bochumer Anhängern.

Die Qualität der Partie nahm zusehend ab, Bremen beschränkte sich auf gefährliche Konter und entnervte die Bochumer Angreifer mit einer kompakten und sicheren Defensive. Die Gastgeber hatten ein klares Übergewicht an Ballbesitz, konnten daraus aber kein Kapital schlagen. Allein ein Kopfball - erneut von Hashemian - strahlte Gefahr für Borel aus, der diese Aufgabe jedoch souverän lösen konnte.

Es war einfach nicht der Tag des VfL - nach gutem Start mussten sich die Blau-Weißen der Cleverness des Gegners geschlagen geben, der eine mustergültige Chancenverwertung zu einem insgesamt verdienten Sieg nutzte. Kurz vor Schluss machte Krstajic mit einem Kopfballtor alles klar, die zweite Saisonniederlage des VfL Bochum war besiegelt. Im Vergleich zur Partie in Hannover war beim VfL eine klare Leistungssteigerung zu sehen, gegen eine starke Bremer Mannschaft reichte es jedoch nicht. Der Bochumer Höhenflug ist ersteinmal beendet - nun geht es in einer Woche zum Tabellenführer nach München.


IMP-Daten:
18
Torschüsse
14
10
Ecken
6
24
Flanken
7
58 %
Ballkontakte
42 %
50 %
gew. Zweikämpfe
50 %
16
Fouls
20
3
Abseits
10
Mandreko, Hashemian (je 3)
meiste Torschüsse
Ailton (4)
Colding, Gudjonsson (je 5)
meiste Torschussvorlagen
Ailton (4)
Mandreko (99)
meiste Ballkontakte
Verlaat (52)
Schindzielorz (75 %)
Zweikampfstärkste Spieler
Verlaat, Reich (je 75 %)

Stimmen:

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Thomas Schaaf (Trainer SV Werder Bremen):
"Ich bin sehr zufrieden mit dem Spiel heute. Die Mannschaft hat sehr kompakt gestanden, weite Wege gemacht und gut kombiniert. Es war also von allem etwas zu sehen. Ich denke, dass das Spiel insgesamt sehr flott war, es war ein hohes Tempo von beiden Seiten drin. Beide Teams haben versucht nach vorne zu spielen, was dem Spiel auch gut getan hat. Wir haben gesehen, was wir für gute Leute im Angriff haben, aber auch alle anderen Spieler haben ihre Aufgabe erfüllt. Die Mannschaft kann durch ihre Geschlossenheit auch Spieler wie Micoud und Baumann ersetzen. Ich freue mich über den Sieg und darüber, dass wir mit einem positiven Ergebnis aus dem Spiel gehen."

Peter Neururer (Trainer VfL Bochum):
"In der Anfangsphase war zu sehen, dass wir das Spiel gewinnen wollten, um eine bessere Perspektive für unsere Zielsetzung zu schaffen. Nach einem hervorragenden Spiel, in dem wir mehr Fehler gemacht haben, sind uns natürlich die Augen geöffnet worden. Wir haben unter anderem gegen Dortmund und Leverkusen gespielt und eine unglaubliche Spielfreude gezeigt, die uns heute durch eine hervorragende Leistung von Bremen von Anfang an genommen wurde. Den Leuten, die uns in Tabellenregionen gesehen haben, wo wir einfach noch nicht hingehören, sind heute die Augen geöffnet worden. Der Unterschied zu Bremen bestand nicht nur in der Kompaktheit, sonder vor allem in Ailton und Charisteas. Wir hatten keine Möglichkeiten, ohne das auf irgendwelche Ausfälle zu schieben, die beiden zu kontrollieren. Deshalb geht der Sieg für Bremen vollkommen in Ordnung. Einzelkritik muss ich äußern, denn es kann nicht sein, das drei bis vier Spieler weit weg von ihren Möglichkeiten gespielt haben, obwohl sie wollten - dieses wird aber wie immer intern gemacht. Die Niederlage hat uns und unser Umfeld wieder zurück auf den Boden der Tatsachen geholt. Wir sind aber die letzten, die den Kopf hängen lassen. Wir werden jetzt nicht unbedingt gestärkt, aber mit vielen Möglichkeiten, nach München fahren und versuchen, dort Bonuspunkte einzufahren. Die Niederlage wirft uns mit Sicherheit nicht um, denn sie hat uns gezeigt wozu wir im Stande sind bzw. nicht sind."

Frank Verlaat (Kapitän SV Werder Bremen):
"Wir waren von Anfang an im Spiel und sind auch nicht mehr heraus gekommen. Wir haben ständig Druck gemacht und unsere Chancen gehabt, wobei dann so ein Sieg in dieser Höhe heraus kommt."
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Rein van Duijnhoven (Torwart VfL Bochum):
"In den letzten beiden Spielen hat es nicht so geklappt, aber da können wir dran arbeiten. Ich hatte gedacht, dass das Unentschieden letzte Woche uns weitergebracht hat, aber heute war Bremen einfach zu stark."
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Dariusz Wosz (Kapitän VfL Bochum):
"Positiver Druck ist immer besser, als wenn man gegen den Abstieg spielen müsste, deshalb müsste der eigentlich von jedem abfallen. Wenn man sich die ersten drei Gegentore anschaut, dann waren alle gleich. Wir wussten, dass wir gegen die großen Bremer nicht viel anrichten konnte. Dann kamen die Nachteile bei der Schnelligkeit noch dazu, was man nicht kompensieren konnte."
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Thordur Gudjonsson (Spieler VfL Bochum):
"Die Bremer haben cleverer gespielt als wir. Wir haben vielleicht zu weit vorne gestanden und auf Abseits gespielt und so Gegentore kassiert. Man hat gesehen, dass Kalla gefehlt hat, denn bei den langen Bällen haben wir viele Kopfballduelle verloren. Dadurch sind die Bremer auch gefährlich geworden."
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Das nächste Spiel des VfL: FC Bayern München - VfL Bochum am Sa., 05.10.2002, 15.30 Uhr