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Bis
zur letzten Minute war unklar, ob Bochums Spielmacher Dariusz Wosz
würde auflaufen können oder nicht. Er hatte sich am Samstag
kurz vor Ende des Abschlusstrainings verletzt und zunächst
sah es so aus, als sei ein Einsatz völlig ausgeschlossen. Neben
dem Spielgestalter war auch das Mitwirken von Vahid Hashemian gefährdet,
nachdem bei Raymond Kalla wegen Knieproblemen schon unter der Woche
klar war, dass er nicht spielen würde. Beim Aufwärmen
signalisierte Wosz dann, dass er von Beginn an mit von der Partie
sein kann.
Dennoch war das Team von Peter Neururer erstmals in der gesamten
Saison verändert - und das deutlich. Martin Meichelbeck saß
auf der Bank, Raymond Kalla auf der Tribüne. Für die beiden
Verteidiger standen Sebastian Schindzielorz und Sergej Mandreko
in der Anfangself. Taktisch bedeutete dies eine Viererkette mit
Mandreko, Fahrenhorst, Tapalovic und Colding, zentral defensiv Schindzielorz
und Gudjonsson hinter dem Spielmacher Wosz und drei Spitzen Freier,
Buckley und Christiansen.
Das Spiel begann mit einer Chance für die Gäste, die
schnell zu einem Eckball kamen und aus dem Gewühl den Ball
aufs Tor brachten. Bereits in den ersten Minuten entwickelte sich
ein interessantes Spiel, beide Mannschaften spielten mit direktem
Zug zum gegnerischen Strafraum. Die beste Chance der Anfangsphase
hatte Thomas Christiansen nach schönem Flügellauf von
Slawo Freier, doch sein Kopfball wurde eine Beute des SVW-Keepers
Pascal Borel.
Die
ersten 15 Minuten gehörten klar den Hausherren, die wieder
mit dem gewohnten Kombinationsspiel zu gefallen wussten und die
Bremer unter Druck setzten. Völlig aus dem Nichts kam dann
die Führung der Gäste, als ein langer Ball auf Ailton
die Bochumer Abwehr aushebelte und der Brasilianer völlig frei
über die linke Seite auf das Tor zulaufen konnte. Rein van
Duijnhoven hatte keine Chance gegen den Stürmer, der sich die
Ecke aussuchen konnte und zum 1:0 einschoss.
Doch von Verunsicherung bei den Bochumer keine Spur: Einen genialen
Pass von Buckley fing zwar Krstajic noch vor Christiansen ab, doch
mit einem astreinen Tackling erkämpfte sich der "Torero"
die Kugel zurück, war frei vor Borel und legte clever auf den
noch besser positionierten, mitgelaufenen Slawo Freier ab, der zum
Ausgleich einschob. Ein großartig herausgespielter und hochverdienter
Treffer!
Fast hätte es nach einer halben Stunde schon 2:1 für
den VfL geheißen, doch Buckleys Treffer fand aufgrund einer
Abseitsposition keine Anerkennung beim Schiedsrichtergespann, das
sich mit seinen Abseitsentscheidung bei beiden Vereinen bis zu diesem
Zeitpunkt keine Freunde gemacht hatte. Die Fernsehbilder gaben dem
Unparteiischen jedoch recht.
Vom Spielverlauf ergab sich in der Folge eine Kopie dessen, was
sich vor dem 0:1 abgespielt hatte: Bochum drückte und fing
sich plötzlich einen Konter. Das tolle Zusammenspiel von Charisteas
und Ailton endete zunächst bei Rein van Duijnhoven, der mit
einer Klasseparade den Schuss des Brasilianers entschärfte.
Doch der Ball landete erneut bei Charisteas, der diesmal dem Holländer
keine Chance ließ und sein Team erneut in Führung brachte.
Zu diesem Zeipunkt unglücklich und auch unverdient aus Bochumer
Sicht, die über die erste halbe Stunde deutlich mehr vom Spiel
hatten.
Kurz
vor der Halbzeit wurde Peter Neururer dann zu einem Wechsel gezwungen:
Nach einem Luftkampf im Bremer Strafraum zwischen Verlaat und Fahrenhorst
blieb der Bochumer mit blutüberströmtem Gesicht auf dem
Rasen liegen und musste ausgewechselt werden, seinen Platz in der
Viererkette übernahm Thomas Reis. Ohne weitere Ereignisse ging
es in die Halbzeitpause - Bremen ging dank Cleverness im Abschluss
mit einem Vorsprung in die Kabine.
Die Cleverness behielten sie auch im zweiten Abschnitt bei. Noch
keine fünf Minuten waren gespielt, als Colding als letzter
Bochumer über den Ball senste und damit dem hinter ihm lauernden
Ailton auflegte, der erneut allein auf Rein van Duijnhoven zulaufen
konnte und sich auch diese Möglichkeit nicht entgehen ließ
- mit einem Schuss durch die Beine des VfL-Keepers erhöhte
er auf 1:3 aus Bochumer Sicht.
Die Spieler des VfL wirkten konsterniert durch den dritten Gegentreffer,
der viel Unsicherheit ins Bochumer Spiel brachte. Noch keine Mannschaft
hatte es in dieser Spielzeit geschafft, mehr als zwei Tore gegen
die Bochumer Abwehr zu erzielen - und kaum fielen Kalla und später
Fahrenhorst aus, verließ die VfL-Verteidiger auch das Glück.
Immer wieder schaffte es Ailton, sich in Szene zu setzen und brachte
die Abwehr der Hausherren ein ums andere Mal in Verlegenheit.
Doch dann wollte Peter Neururer alles auf eine Karte setzen, brachte
Vahid Hashemian für Dariusz Wosz und nur kurze Zeit später
Peter Graulund für Delron Buckley in die Partie.Thomas Christiansen
ließ sich etwas zurückfallen, Hashemian und Graulund
rückten ins Sturmzentrum um dem Spiel noch die entscheidende
Wende zu geben. Hashemian kam auch schnell zu einem guten Kopfball
im Fünfmeterraum nach schöner Flanke von Sören Colding,
der ansonsten aber nicht den besten Tag erwischt hatte. Die komfortable
Bremer Führung konnte diese Aktion zwar nicht gefährden,
weckte aber Hoffnungen bei den Bochumer Anhängern.
Die
Qualität der Partie nahm zusehend ab, Bremen beschränkte
sich auf gefährliche Konter und entnervte die Bochumer Angreifer
mit einer kompakten und sicheren Defensive. Die Gastgeber hatten
ein klares Übergewicht an Ballbesitz, konnten daraus aber kein
Kapital schlagen. Allein ein Kopfball - erneut von Hashemian - strahlte
Gefahr für Borel aus, der diese Aufgabe jedoch souverän
lösen konnte.
Es war einfach nicht der Tag des VfL - nach gutem Start mussten
sich die Blau-Weißen der Cleverness des Gegners geschlagen
geben, der eine mustergültige Chancenverwertung zu einem insgesamt
verdienten Sieg nutzte. Kurz vor Schluss machte Krstajic mit einem
Kopfballtor alles klar, die zweite Saisonniederlage des VfL Bochum
war besiegelt. Im Vergleich zur Partie in Hannover war beim VfL
eine klare Leistungssteigerung zu sehen, gegen eine starke Bremer
Mannschaft reichte es jedoch nicht. Der Bochumer Höhenflug
ist ersteinmal beendet - nun geht es in einer Woche zum Tabellenführer
nach München.
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