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1 : 1

Samstag, 10. Dezember 2011, 13:00 Uhr, rewirpowerSTADION, Bochum
2. BUNDESLIGA, 18. Spieltag

VORSCHAU

Samstag, 13 Uhr: Den Herbstmeister schlagen


Mit Fortuna Düsseldorf stellt sich das derzeit schwerste Kaliber der 2. Bundesliga im rewirpowerSTADION vor. Die Rheinländer haben in dieser Saison noch nicht verloren und grüßen dank eines 2:0-Auswärtssiegs beim MSV Duisburg als Herbstmeister. Was für den VfL den Reiz erhöht, das erste Team zu sein, das Düsseldorf schlägt.

Man muss schon sehr tief in den Statistiken graben, um ähnlich erfolgreiche Fortuna-Daten zutage zu fördern, wie sie die Düsseldorfer derzeit aufweisen. Zum Beispiel in puncto „Ungeschlagener Tabellenführer in der 2. Bundesliga“: Ausgerechnet der rheinische Rivale 1. FC Köln hatte 2002/03 nach 17 Spieltagen ebenfalls keine Niederlage zu Buche stehen. Allerdings hatten die Geißböcke zwei Punkte weniger auf dem Konto als derzeit die Fortuna, die mit 41 Zählern einen neuen Zweitligarekord aufgestellt hat. Dass der FC damals aufgestiegen ist, dürfte die Düsseldorfer dennoch beruhigen. Denn trotz Rekordpunktzahl beträgt der Abstand auf den Tabellenvierten FC St. Pauli nur fünf Punkte.

Als Abel noch spielte

Die Älteren unter den Fortuna-Fans wissen zu berichten, dass so viel Euphorie zum Jahreswechsel zuletzt 1973 herrschte, als die Rot-Weißen die Bundesliga-Hinrunde auf Platz 4 abschlossen – in der 1. Bundesliga, wohlgemerkt. Jochen Abel, bester Bundesligatorschütze des VfL, ging damals noch im Fortuna-Trikot auf Torjagd. Vor zwei Jahren war man rund um den Flinger Broich ebenfalls optimistisch, lag man als Zweitliga-Aufsteiger doch zum Ende der Hinrunde noch auf Platz 4 in Lauerstellung. Am Ende der Saison 2009/10 standen jedoch immer noch drei Teams vor den Düsseldorfern, der zweite Aufstieg in Folge musste vertagt werden.

Vorgezogener Rosenmontag

In der vergangenen Saison vergeigte es die Meier-Elf jedoch gleich zu Beginn, indem sie die ersten sechs Meisterschaftsspiele verlor. Der VfL darf sich dabei rühmen, das letzte Team gewesen zu sein, das drei Punkte aus der ESPRIT arena entführen konnte. Nach der 0:1-Niederlage gegen uns setzten die Düsseldorfer zum Höhenflug an, der mittlerweile von beeindruckenden Zahlen getragen wird: Seit nunmehr 22 Heimspielen sind sie ungeschlagen, die letzten 12 Partien davon haben sie gewonnen. In der 2. Bundesliga sind sie 24 Spiele ohne Niederlage, addiert man die Pokalspiele hinzu, kommt man sogar auf 26 Begegnungen. Und manch ein Fortuna-Junkie zieht selbst die Freundschaftsspiele heran und bilanziert so 46 Spiele ohne Niederlage. Was bleibt, ist das für Rheinländer wohlige Gefühl eines vorgezogenen Rosenmontags.

Tor des Monats

Die Gründe für den Höhenflug sind vielfältig. Einer davon ist, dass in dieser Spielzeit zur schon fast traditionellen Heimstärke auch eine gewisse Qualität bei Auswärtsauftritten hinzugekommen ist. Möglich wurde dies zum Beispiel durch die Leistungsexplosion eines Maximilian Beister oder ist der Cleverness eines Sascha Rösler zu verdanken. Die beiden sind sicherlich die auffälligsten Figuren in einem höchst homogenen Kader. Beister (21 Jahre) ist eine Leihgabe und muss, so viel darf jetzt schon als gesichert gelten, am Ende der Saison zurück zum Hamburger SV – Aufstieg hin oder her. Der quirlige Offensivakteur gehört zu den spektakulärsten Spielern der 2. Bundesliga und hat bereits acht Tore und sechs Assists auf seinem Konto. Erfolgreicher im Abschluss ist nur noch sein Kollege Rösler (34), der bereits zehnmal traf. Darunter einmal – die VfL-Fans werden sich mit Grausen erinnern – beim 2:0-Hinspielsieg, dank eines Fallrückziehers. Der Treffer wurde prompt zum „Tor des Monats“ gewählt. Und noch ein Spieler wartet mit Bestwerten auf: Wenn Jens Langeneke (34) zum Elfmeter antritt, haben die Fortuna-Fans schon die Arme oben – der Abwehrchef verwandelte bis dato jeden seiner sieben Versuche. Aber der VfL hat ja mit Andi Luthe den Elfmeterkiller schlechthin in seinen Reihen…

Vertrauen ins Personal

Man darf sowieso davon ausgehen, dass unsere Jungs nicht vergessen haben, wie man die Fortuna besiegen kann. Zuletzt gelang das im Februar dieses Jahres, Marcel Maltritz und Ümit Korkmaz hießen die Torschützen beim 2:0-Erfolg. Dies und die Tatsache, dass sich der VfL nach dem höchsten Sieg seiner Zweitligageschichte, dem 6:0 über Aue am vergangenen Sonntag, sehr gut erholt zeigt, lassen darauf hoffen, dass die Zuschauer ein spannendes West-Duell mit dem hoffentlich besseren Ausgang für Bochum sehen werden. Großartige personelle Änderungen gegenüber dem Aue-Spiel sind seitens unseres Cheftrainers Andreas Bergmann nicht angedacht. Von seinem Team verlangt er Aktion statt Reaktion, selbst wenn der aktuelle Herbstmeister „ein stabiler, starker Gegner mit einer hohen Gesamtqualität“ ist.

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