Samstag, 10. Dezember 2011, 13:00 Uhr, rewirpowerSTADION, Bochum
2. BUNDESLIGA, 18. Spieltag
Der VfL scheint wieder in eine stabilere Verfassung zurückzufinden und brachte die seit nunmehr 27 Pflichtspielen ungeschlagenen Düsseldorfer an den Rand einer Niederlage. Auch wenn sich die Bochumer unmittelbar nach Spielschluss ärgerten – stellte sich später Zufriedenheit in der Kabine wie auf den Rängen ein. Die Splitter des Spiels.
Der Weg stimmtEin Remis gegen den Tabellenführer – das klingt auf den ersten Blick nach einer ordentlichen Ausbeute. Doch in die Stimmungslage nach dem 1:1 gegen Düsseldorf mischte sich auch Enttäuschung. "Schade, dass wir uns nicht mit einem Sieg belohnt haben", sagte unser Chefcoach Andreas Bergmann. Und Christoph Kramer: "Vor dem Spiel hätte ich gesagt, ein Unentschieden wäre okay. Aber jetzt ist es schon eher unglücklich."
Trotzdem gibt es keinen Grund, Trübsal zu blasen und den Punkt schlecht zu reden. Der VfL hat gegen den noch ungeschlagenen Spitzenreiter eine richtig gute Leistung gezeigt, phantastisch gegen den Ball gearbeitet und auch im Spiel nach vorne viele gute Momente gezeigt. Andreas Luthe brachte es auf den Punkt: "Wir sind auf dem richtigen Weg."
Die Düsseldorfer haben einen phänomenalen Lauf in dieser Saison – und könnten sich angesichts ihrer Erfolgsbilanz von spielzeitübergreifend 27 nicht verlorenen Pflichtspielen auch die eine oder andere dicke Lippe erlauben. Nach dem Samstagsspiel überwog aber der Respekt vor unserer Leistung und die Erleichterung darüber, dass man noch einen Punkt mitnehmen konnte. "Wir können mit diesem Punkt gut leben", sagte Fortuna-Trainer Norbert Meier , "zumal wir heute gegen eine sehr gute Bochumer Mannschaft gespielt haben, die von der ersten bis zur letzten Minuten heiß darauf war, uns zu besiegen." Ausgleichstorschütze Sascha Rösler sprach von einem "dreckigen Punkt".
Tote Hose im Block DAndreas Frege war im Stadion. Wer? Der Mann ist besser bekannt als Campino und Sänger der Düsseldorfer Band "Die Toten Hosen". Der 49-Jährige, bekanntlich leidenschaftlicher Fortuna-Supporter, hatte sich im Vorfeld eine ganz reguläre Karte für die Gegengerade im Block D bestellt. Als unser Ticketing spitz bekam, um wen es sich handelte, rückte sie ein Umsonst-Ticket heraus. Wann hat man schon mal eine echte Tote Hose im Stadion?
Rund 5000 Fortuna-Fans waren nach Bochum gekommen, und es war der lautstarken Unterstützung unserer Anhänger zu verdanken, dass die Partie nicht zu einem Auswärtsspiel geworden ist. Riesige Schlangen hatten sich vor dem Anpfiff vor den Toren zum Gästeblock gebildet, viele Düsseldorfer beklagten sich über das aus ihrer Sicht mangelhafte Einlassmanagement. Doch unseren Sicherheitsdienst traf keine Schuld, der Grund für das Gedränge war ein anderer: Einige Fortunen hatten gefälschte Tickets dabei und scheiterten damit an unserem elektronischen Zugangssystem. So musste wieder einmal die Mehrheit für die Dummheit von einigen wenigen büßen.
Obwohl die Partie von der Tabellenkonstellation her den Titel Spitzenspiel gar nicht verdiente – der Andrang auf der Pressetribüne war so immens, als spielte der Zweite gegen den Ersten. Doch nicht nur Medienvertreter hatten großes Interesse an dem Match, auch überdurchschnittlich viele Scouts aus u.a. England, Belgien, den Niederlanden, auch von deutschen Erstligavereinen, saßen im rewirpowerSTADION. Und sie waren bestimmt nicht nur alle wegen Maximilian Beister gekommen.
Ein Youngster trumpft auf, ein Routinier kehrt zurückJonas Acquistapace war am Samstag Klassenbester und was für einer! Der 21-Jährige gewann sage und schreibe 85 Prozent seiner Zweikämpfe, so viele wie kein anderer auf dem Feld. Dieser Wert ist selbst für einen Innenverteidiger überragend. Dass Jonas – wie allerdings alle Bochumer Defensivakteure – beim Ausgleich der Düsseldorfer nicht ganz glücklich agierte, sei ihm somit doppelt nachgesehen.
Während ein Nachwuchsspieler also fast durchweg brillierte, feierte der zehn Jahre ältere Slawo Freier sein Comeback nach seiner langen Verletzung. Und fast hätte er kurz vor Schluss seine Rückkehr noch gekrönt mit einer Torvorlage, als er Daniel Ginczek in der Mitte mit einer mustergültigen Flanke bediente. Doch der konnte sie leider nicht ebenso mustergültig verwerten.