Sonntag, 4. Dezember 2011, 13:30 Uhr, rewirpowerSTADION, Bochum
2. BUNDESLIGA, 17. Spieltag
Wundertüte VfL: Nach der bitteren Pleite in Braunschweig folgte der Rausch gegen Aue. Mann des Spiels war ohne Zweifel Faton Toski. Der 24-Jährige besiegte die Gäste fast im Alleingang und schoss seine ersten beiden Saisontore, die gleichzeitig auch die ersten Pflichtspieltreffer in Blau-Weiß waren. Doch das war nicht das einzige Debüt, wie unsere Splitter des Spiels zeigen.
Das erste Mal I
Es war die „berühmte Reaktion“, wie es unser Chefcoach Andreas Bergmann mit einem leicht ironischen Unterton ausdrückte. Nach der großen Pleite in der Vorwoche folgte die große Party am Sonntag: 6:0! Man muss sich das Ergebnis auf der Zunge zergehen lassen. Noch nie hat der VfL in seiner Zweitligageschichte zu Hause einen höheren Sieg eingefahren. Der bisherige Rekord datiert vom 28. April 2000. Damals zerlegten wir Kickers Offenbach humorlos mit 6:1. Damaliger Kickers-Coach war übrigens kein Unbekannter an der Castroper Straße: Peter Neururer.
Andreas Bergmann wollte sich von dem Ergebnis „nicht blenden“ lassen und drückte gleich etwas auf die Euphoriebremse. Ungeachtet dessen freute er sich wie alle anderen über den bärenstarken Auftritt von Faton Toski, der bisher bekanntlich nicht nur Sonnentage beim VfL erlebt hat. Dem Ex-Frankfurter gelangen seine ersten beiden Treffer, an drei weiteren war er als direkter oder indirekter Vorbereiter beteiligt. Dafür bekam er vom „Kicker“ völlig zu Recht die Traumnote 1 und die Auszeichnung „Spieler des Spieltages“ verliehen.
Doch Fatons Tordebüt war nicht die einzige Premiere in dieser denkwürdigen Begegnung: Unser isländischer Youngster Hólmar Örn Eyjólfsson kam acht Minuten vor Schluss zu seinem ersten Einsatz – und Marcel Maltritz' mehr oder weniger beabsichtigtes Führungstor war der erste Saisontreffer des VfL mit dem Kopf.
Große Verwirrung herrschte um eine vermeintlich Gelbe Karte für Giovanni Federico. Auf der Anzeigentafel im Stadion tauchte sie auf und zunächst auch in der Statistik des „Kicker“. Bloß: Weder Giovanni noch Schiedsrichter Thorsten Schriever wussten davon.
Immerhin herrscht Klarheit bei den beiden Toren von Mirkan Aydin. Nachdem vergangenes Wochenende in Braunschweig sein Treffer zum 1:3 wegen einer vermeintlichen Abseitsstellung zu Unrecht keine Anerkennung fand, gab es diesmal keinerlei Diskussionen.
FeierstimmungBesser kann man sich auf ein gemütliches Beisammensein nicht einstimmen. Das 6:0 war die ideale emotionale Vorlage für das Weihnachtsessen am Sonntagabend, an dem die Lizenzspieler-Abteilung samt Aufsichtsrat, Vorstand und den jeweiligen Partnerinnen teilnahmen. Nur einen Wermutstropfen hatte die Partie gegen Aue parat: Mit 9.661 Zuschauern verzeichnete der VfL die schlechteste Besucherzahl der Saison. Das nächste Heimspiel gegen Fortuna Düsseldorf verspricht da glücklicherweise Besserung: Im Vorverkauf wurden bisher schon rund 13.000 Tickets für die Partie am kommenden Samstag, 10. Dezember, abgesetzt.