Samstag, 18. Februar 2012, 13:00 Uhr, rewirpowerSTADION, Bochum
2. BUNDESLIGA, 22. Spieltag
Spektakel im rewirpowerSTADION: Die beiden Teams betrieben am Samstagmittag kräftig Werbung für die 2. Liga. Chefcoach Andreas Bergmann ließ sich von dem furiosen Schlagabtausch bei aller Freude über den Sieg aber nicht blenden und legte die Finger in die Schwachstellen seines Teams. Punkten konnten zwei noch ganz frische VfL-Gesichter. Unsere Splitter zum Spiel gegen den 1. FC Union Berlin.
Ein Feuerwerk und viele FehlerDie Freude war groß nach dem furiosen 4:2 gegen Union am Samstagmittag. Unser Team brannte nach den beiden Gegentreffern und dem zwischenzeitlichen 2:2 noch einmal ein Offensivfeuerwerk ab und drehte die Partie eindrucksvoll. Doch das Fazit von Andreas Bergmann fiel nicht durchweg positiv aus: Er hob zwar das große Offensivpotenzial seiner Elf hervor, das durch die beiden Neuzugänge Gelashvili und Delura noch gewachsen sei. Keineswegs wollte unser Cheftrainer jedoch die unübersehbaren Schwächen unter den Teppich kehren – wenn wundert's. Denn wer bei einem 2:0-Vorsprung in Überzahl innerhalb von sechs Minuten zwei Tore kassiert, hat was nicht richtig gemacht. „Für mich ist es immer wieder unglaublich zu sehen", so Bergmann, "welche individuellen Fehler wir machen. Daran werden wir weiter arbeiten."
Dass Nika Gelashvili von Anfang an ran durfte, war nicht unbedingt zu erwarten. Doch Andreas Bergmann ließ sich von den Trainingsleistungen des Georgiers überzeugen, zumal er Mirkan Aydin eine Pause gönnen wollte. Der Hattinger habe gegen St. Pauli wie immer extrem viel gegen den Ball gearbeitet. 12 bis 13 Kilometer lief der 24-Jährige durchschnittlich in den letzten Partien – ein Wert, den normalerweise ein guter Defensivspieler erreicht. "Ich habe zu ihm gesagt: Du kommst rein und machst dein Tor!", erzählte Bergmann. Der Plan ging voll auf: Aydin traf nach seiner Einwechslung zum 3:2 (76.), und Gelashvili war das ganze Spiel eine Gefahrenquelle für den Gegner, traf in der 19. Minute den Pfosten und holte in der 60. Minute den zweiten Elfer raus.
Für den Georgier hatte der in sportlicher Hinsicht sehr gelungene Tag auch noch ein privates Highlight parat: Seine Frau kam mit den beiden jüngeren Kindern nach Deutschland. Ein VfL-Mitarbeiter holte sie am Samstagmorgen in Düsseldorf am Flughafen ab. Nikas Sohn reist demnächst nach und freut sich sicher schon auf sein neues Zimmer im Haus der Gelashvilis in Altenbochum.
Dass Delura ein Guter ist, wusste man schon lange. Endlich nun kann er nach vielen Verletzungen wieder zeigen, was er drauf hat. Und das tat er gegen Berlin. Bergmann: "Michael ist ein wuchtiger, physisch starker Spieler, wie er uns in der Offensive bislang noch gefehlt hat." Eigentlich sollte Delura zunächst nur für 30 bis 40 Minuten ran, nach den Ausfällen von Dabrowski und Azaouagh wurden es aber mehr. Für den 26-Jährigen kein Problem, im Gegenteil: Er bereitete mit seinem Freistoß in der 76. Minute den Treffer von Aydin mustergültig vor. Übrigens das erste VfL-Kopfballtor in dieser Saison.
Der Unparteische am Samstag hieß Martin Petersen. Klingelt da was? Ja, genau, Petersen pfiff auch unser DFB-Pokalspiel in Unterhaching, bei dem er zwei höchst dubiose Elfmeter gegen uns verhängte. Auch gegen Union lag er bei einer der drei Strafstoßentscheidungen falsch: Der Berliner Ede fiel in Jonas Acquistapace rein und wurde von diesem keineswegs aktiv zu Fall gebracht. Ansonsten zeigte Petersen aber eine gute Leistung.
Elfmeter IIJede Serie geht irgendwann mal zu Ende. Dass Andi Luthe nach einer halben Ewigkeit wieder mal in einem Pflichtspiel vom Punkt aus bezwungen wurde, hat unserem Keeper sicherlich keine schlaflose Nach beschert. Kurioserweise hieß der Schütze wieder Silvio. Der hatte Luthe schon im Hinspiel einen Strafstoß ins Netz gelegt und war bis Samstag der letzte Elferakteur, dem das gelungen ist.
Vor dem Spiel meinten ein paar Gästefans, sie müssten im rewirpowerSTADION Silvester nachfeiern und zündeten Böller. Das könnte sie teuer zu stehen kommen. Von drei Personen wurden die Personalien festgestellt, zwei wurden von der Polizei auf den Überwachungsvideos mit ziemlicher Sicherheit als Übeltäter identifiziert.