Samstag, 17. Dezember 2011, 13:00 Uhr, Frankfurter Volksbank Stadion, Frankfurt
2. BUNDESLIGA, 19. Spieltag
Ein Familienwiedersehen, eine Pflichtspieltorpremiere und das Ende eines Trainerengagements. Die Partie des FSV Frankfurt gegen den VfL Bochum 1848 hinterließ seine Spuren auf und neben dem Platz. Die Splitter zum Spiel.
„Never change a winning team“Zum dritten Mal in Folge ließ VfL-Chefcoach Andreas Bergmann die gleiche Startelf auflaufen. Nach dem 6:0 gegen Erzgebirge Aue und dem 1:1 gegen Fortuna Düsseldorf sah Bergmann auch beim FSV Frankfurt keinen Anlass, die Erfolgself zu ändern. Beim nächsten Spiel wird es aber mindestens eine Änderung geben müssen. Marcel Maltritz holte sich in der 36. Minute seine fünfte gelbe Karte der laufenden Saison ab und ist beim ersten Spiel im nächsten Jahr, beim Heimspiel gegen Hansa Rostock, gesperrt.
Nur zehn Minuten nach dem Anpfiff zur zweiten Hälfte wechselte Andreas Bergmann gleich zweimal. Freier und Vogt kamen für Toski und Kramer. Das lag weniger daran, dass die beiden Leistungsträger für den Pokalknaller gegen die Bayern geschont werden sollten, sondern an kleineren Blessuren, mit denen sich Toski und Kramer bereits in Halbzeit Eins rumschlugen. Toski klagte über Schmerzen im Adduktorenbereich, Kramer hatte Magen-Darm-Probleme. So kam aber jemand anderes noch auf seine Kosten: U21-Nationaltrainer Rainer Adrion saß auf der Tribüne und konnte seinen Schützling Kevin Vogt noch eine gute halbe Stunde beobachten. Auf Vogt angesprochen, zeigte sich Andreas Bergmann nach der Partie sehr zufrieden. Zwar agierte er in einigen Situationen noch zu ungestüm, aber generell würde man sehen, dass Vogt große Lust hat, wieder zu spielen, läuferisch überzeugt und motiviert ist. Und damit, so Bergmann, bildet der U21-Nationalspieler eine wichtige Säule für die Zukunft des VfL.
Erster PflichtspieltrefferDie Partie gegen die Bornheimer dürfte vor allem Björn Kopplin positiv in Erinnerung bleiben. Das 1:0 in der 21. Minute war nicht nur der erste Pflichtspieltreffer für unseren Rechtsverteidiger, er selbst sagte, es war sein allererster Treffer im Seniorenbereich überhaupt, auch bei seiner vorigen Station, der Regionalligamannschaft des FC Bayern München, war ihm zuvor kein Tor gelungen. Wichtige Tore hat Kopplin aber dennoch schon erzielt. Im Viertelfinale der U20-Weltmeisterschaft 2009 schoss der gebürtige Berliner die deutsche Nationalmannschaft gegen Nigeria ins Halbfinale. Beim 3:2-Sieg traf er gleich zweimal und markierte dabei sogar das entscheidende 3:2 in der Nachspielzeit.
Das erste Profitor von Björn Kopplin ließ unseren Rechtsverteidiger auch bei den Medienvertretern zu einem begehrten Interviewpartner werden. Sowohl die Sportschau, Sky oder die gesamten Bochumer Medien – sie alle rissen sich förmlich um Kopplin, der allerdings nach der Partie zusammen mit Ante Johansson erst noch für die Dopingprobe ausgelost worden war. Damit wurden die Medienvertreter auf eine Geduldsprobe gestellt, denn erst nach dem Duschen stand Kopplin für Interviewanfragen zur Verfügung.
Beim letzten Aufeinandertreffen erlebte Mohamed Azaouagh noch ein Wechselbad der Gefühle, als seine Mannschaft, der FSV Frankfurt, die Partie gegen den VfL Bochum 1848 mit 0:1 verlor, jedoch sein Sohn Mimoun der Torschütze des Abends war. Gestern blieben dem FSV-Zeugwart diese gemischten Gefühle erspart. Er dürfte zwar enttäuscht gewesen sein, dass seine Mannschaft verlor, dennoch kam es zum Wiedersehen mit dem Sohnemann. Mimoun Azaouagh stand zwar nicht im Kader, reiste aber nach Absprache mit Cheftrainer Andreas Bergmann trotzdem nach Frankfurt und verfolgte die Partie von der Tribüne aus. Nach dem Spiel schaute Mohamed Azaouagh auch in der Bochumer Kabine vorbei, traf seinen Sohn und unterhielt sich mit VfL-Zeugwart Andi Pahl, zu dem er seit Jahren eine gute Beziehung hat.
Weihnachtsfeier mit BeigeschmackNoch am Abend nach dem Spiel gegen den VfL Bochum 1848 stand beim FSV Frankfurt die Weihnachtsfeier auf dem Programm. Und die dürfte nicht nur aufgrund der 0:2-Niederlage einen bitteren Beigeschmack bekommen haben. Gut zwei Stunden nach dem Spiel entschloss sich der FSV, sich von Trainer Hans-Jürgen Boysen zu trennen. Die Entlassung von Boysen war bereits die achte Trainerentlassung der laufenden Zweitligasaison. Eine nette Hintergrundinfo zu Andreas Bergmann. Von den Mannschaften, die bereits den Cheftrainer gewechselt haben, ist der VfL Bochum 1848 mit Platz 9 am besten platziert.