
Er klingt ein bisschen verschnupft. Doch das hindert Mergim Mavraj nicht daran, klar Stellung zu beziehen. Wir sprachen mit dem 23-Jährigen über vier Punkte aus zwei Spielen, die Stärken der Mannschaft und was im Kampf um den Klassenerhalt wichtig ist.
Nach dem Sieg in Hamburg lautete der Tenor innerhalb der Mannschaft, jetzt unbedingt nachlegen zu wollen. Wie bewertest du die Situation jetzt nach dem Remis gegen den FC?
Wichtig war vor allem, dass wir zweimal in Folge zu Null gespielt haben und ein klarer Aufwärtstrend erkennbar ist. Im Abstiegskampf kommt es nicht darauf an, schön zu spielen, sondern zu punkten. Sicherlich haben viele im Vorfeld gedacht, es wäre gut, wenn wir in Hamburg einen und gegen Köln drei Punkte holen, aber unterm Strich können wir mit den vier Punkten aus den letzten beiden Partien zufrieden sein.
Wie ist es zu erklären, dass ihr nicht an die gute Leistung vom HSV-Spiel anknüpfen konntet?
Wir tun uns leichter, wenn wir gegen Mannschaften spielen, die selbst das Spiel machen und wir mit unseren Stärken dagegenhalten können. Gegen Köln waren wir gefragt das Spiel zu machen, aber so weit sind wir im Moment noch nicht. Natürlich wollen wir auch Tore schießen, aber erst mal muss das Fundament, die Defensive, stehen. Dann können wir versuchen Nadelstiche zu setzen. Auf Teufel komm raus ein Tor zu erzielen, entspricht jedoch nicht unserer Spielweise.
Die Fans waren mit dem Auftritt gegen Köln nicht wirklich zufrieden. Kannst du den Unmut nachvollziehen?
Klar, es war kein schöner Fußball. Die Leute, die ins Stadion gehen, wollen ein Spektakel mit einigen Toren sehen, das konnten wir ihnen nicht bieten. Als eingefleischter VfL-Fan kann man in meinen Augen mit dem Ergebnis dennoch zufrieden sein. Wir haben zum zweiten Mal in Folge kein Gegentor kassiert, was ein enormer Fortschritt ist. Zudem stimmt es uns positiv für die Zukunft, dass man sieht, da entwickelt sich etwas, es wird besser. Wir spielen zwar noch keinen berauschenden Fußball, aber so etwas geht nicht von heute auf morgen. Das ist ein Prozess, da darf man keine Wunder erwarten. Wir müssen mit den Mitteln, die uns zur Verfügung stehen, das Beste herausholen. Im Abstiegskampf zählt jeder Punkt. Insofern ist es immer noch besser, durch ein nicht so anschauliches Spiel zu punkten, als mit Hurra-Fußball unterzugehen.
Schauen wir auf die nächste Begegnung. Wie sind die Stuttgarter derzeit einzuschätzen?
Ich glaube, der Schein trügt ein wenig. Der VfB hat nachwievor hervorragende Einzelspieler und steht momentan auf einem Tabellenplatz, wo er eigentlich nicht hingehört. Wir dürfen nicht den Fehler machen und die Mannschaft unterschätzen. Zu glauben, dass das Spiel ein Selbstläufer wird und wir mit drei Punkten nach Hause fahren, wäre fahrlässig. Es wird ein Spiel auf des Messers Schneide, wo es, wie schon in Hamburg, zunächst gilt, hinten die Null zu halten.
Gibt Heiko Herrlich eine besondere Marschroute gegen den VfB aus?
Nein. Wir analysieren den VfB so wie wir es mit jedem Gegner auch machen.
Der VfB Stuttgart steht in der Tabelle einen Platz unter uns. Ein Vorteil oder ein Nachteil für den VfL?
Die Situation in Stuttgart ist mir ehrlich gesagt vollkommen schnuppe. Wir wissen, wenn wir unsere Leistung bringen, können wir gegen jeden gewinnen. Wir müssen den Schwung mitnehmen, selbstbewusst auftreten – ganz egal wo der VfB steht.
Ihr habt jetzt zwei Spiele in Folge, mit dir in der Innenverteidigung, kein Gegentor kassiert. Bist du mit deiner Leistung zufrieden?
Nein, wenn du auf einem Relegationsplatz stehst, kannst du nicht zufrieden sein. Der Erfolg eines Einzelnen steht und fällt mit dem Erfolg des Kollektivs, und der fehlt momentan einfach. Spielen wir bis zur Winterpause drei weitere Male zu Null, können wir uns gerne noch einmal darüber unterhalten.
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