

Über Michael Lameck ließen sich mindestens 518 Geschichten erzählen, so viele Spiele hat er nämlich für den VfL allein in der Bundesliga absolviert. Mindestens ebenso viele Storys weiß unser Rekordspieler aber über die Bundesliga und den VfL zu erzählen. Heute sagen wir: Herzlichen Glückwunsch, Ata! Und gratulieren dem Jubilar zu seinem 60. Geburtstag.
Warum Ata nur unter diesem Namen bekannt ist, weiß er selbst nicht mehr so genau. Irgendwer hat ihm als Jugendlicher den Spitznamen verpasst, als er wie immer dreckverkrustet vom Sportplatz nahe der heimischen Wohnung, im Westen von Essen gelegen, nach Hause kam.“ „Dat kricht man nur mit Ata wieder sauber“, lautete das geflügelte Wort jener Tage.
Ata war ein Spätberufener, und obwohl er schon immer Lust am Fußball hatte, spielte er zunächst im Handballverein. Mit 17 Jahren trat er dann als talentierter Fußballer dem TuS Essen-West 1881 bei, spielte eine Saison in der A-Jugend und anschließend bei den Senioren. Der damalige Regionalligist Schwarz-Weiß Essen wurde auf ihn aufmerksam und bot ihm einen Vertrag an. Und Essens Trainer Heinz Höher, ein Mann mit VfL-Vergangenheit, nahm ihn und seinen Teamkollegen Majgl später mit an die Castroper Straße.
Von 1972 bis 1988 kickte Ata beim VfL, immer in der Bundesliga. Gleich in seiner Debütsaison absolvierte er sämtliche 34 Partien. In seinen ersten sieben Bundesligajahren versäumte er lediglich vier Spiele – wegen einer Blinddarmoperation. In 11 seiner 16 Spielzeiten stand er in allen Saisonspielen auf dem Platz. Dabei gelangen ihm in 518 Bundesligaspielen (Platz 9 der deutschen Rekordspielerliste) insgesamt 37 Tore. Einen Titel gewann er jedoch nie. In seinem letzten Jahr war der VfL dicht dran, das DFB-Pokalfinale 1988 verloren wir mit 0:1 gegen Eintracht Frankfurt. Sein letztes Bundesligaspiel absolvierte Ata am 16. April 1988, beim 5:1-Heimsieg über den VfB Stuttgart wurde er in der 55. Minute eingewechselt.
„Ich war nie der Schnellste“, gibt er unumwunden zu und grinst, „ich habe immer von meinem Stellungsspiel gelebt. Ich konnte das Spiel lesen und wusste schon oft im Vorfeld, was der Gegner tat. So habe ich manche guten Spieler kaltgestellt. Der Rüdiger Abramczik von Schalke 04 hat immer schon im Vorfeld gestöhnt, wenn er gegen mich spielen musste, weil er wusste, dass an dem Tag für ihn nicht viel laufen würde.“
Nach seiner aktiven Zeit hat Ata unsere A-Jugend gecoacht, später auch die VfL-Amateure. Peter Peschel und Kai Michalke waren zwei seiner Schützlinge, die später (nicht nur) beim VfL Karriere machten. Heute ist er immer noch mit der rewirpower-Traditionsmannschaft unterwegs und begeistert als Botschafter Bochums die Fans in der Republik. Und auch eine standesgemäße Verabschiedung hat es mittlerweile gegeben: Am 8. September 2007 verließ Ata Arm in Arm mit Dariusz Wosz den Rasen im rewirpowerSTADION, anlässlich des Abschiedsspiels der „Zaubermaus“.
Atas Verdienste um den Verein sind bestens bekannt und jeder spricht mit Hochachtung von ihm. VfL-Trainer Marcel Koller gehört zu den Gratulanten: „60 Jahre wird er schon? Unglaublich. Er wirkt viel jünger… Ata besitzt eine unglaubliche Euphorie, die ansteckend ist. Wenn man sich mit ihm unterhält, hat man das Gefühl, er vibriert. Er lebt für diesen Verein und den Fußball. Manchmal glaube ich, er würde am liebsten noch selbst mitkicken. Als Trainer brauchst du solche Persönlichkeiten in deinem Team. Ata, herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag!“
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