22. Spieltag

So., 12.03.2000, 15 Uhr
 
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VfL Bochum RW Oberhausen 
1 0
Torschützen: 
1:0 Achim Weber (85.)
Aufstellung: 

Thomas Ernst - Thomas Stickroth - Hilko Ristau, Axel Sundermann (46. Samir Toplak) - Michael Bemben (46. Mike Rietpietsch), Matthias Lust, Sebastian Schindzielorz, Peter Peschel, Delron Buckley - Henryk Baluszynski (46. Marijo Maric), Achim Weber. 

Aufstellung: 

Oliver Adler - Sven Backhaus - Zlatko Basic, Torsten Judt - Jürgen Luginger, Peter Quallo, Carsten Pröpper (67. Frank Scharpenberg), Fabrizio Hayer - Adis Obad (83. T. Tchipev), Angelo Vier (74. Lars Toborg)

Zuschauer:
15.945 
Gelbe Karten:
Schindzielorz, Weber (5., gesperrt) - Hayer 
Schiedsrichter
Christian Schößling 
Die Internetseite unseres Gegners 
www.RWO-Online.de
Das Hinrundenspiel 
RW Oberhausen - VfL Bochum 3:0 
Der Spielbericht
VfL knackt Oberhausener Abwehrbollwerk
Von HENRY WAHLIG und DAVID NIENHAUS

Der VfL Bochum hat seine beeindruckende Heimserie ausgebaut und den siebsten Sieg im Ruhrstadion in Folge gelandet: Im Revierderby gegen Rot-Weiss Oberhausen gelang dem Team am Sonntag Nachmittag ein 1:0-Erfolg. Den späten Treffer erzielte ausgerechnet der Ex-Oberhausener Achim Weber in der 85. Minute.  

Beim VfL herrschte diesmal personeller Notstand: Neben Torhüter Rein van Duijnhoven und Kapitän Mirko Dickhaut fielen auch Regisseur Yildiray Bastürk (nach seiner Prellung noch nicht wieder fit) und Mittelfeldspieler Thomas Reis verletzungsbedingt aus. Dafür kamen Thomas Ernst, Hilko Ristau, Matthias Lust und Henryk Baluszynski neu ins Bochumer Spiel. 

Und gleich nach vier Minuten hatte der VfL die erste hundertprozentige Möglichkeit: Nach schönem Zupiel von Henryk Baluszynski tauchte Delron Buckley frei vor dem Oberhausener Gehäuse auf, doch RWO-Keeper Oliver Adler parierte glänzend und klärte zum Eckball. 

Damit war es aber auch zunächst vorbei mit den Höhepunkten im Ruhrstadion: Oberhausen wurde seinem Ruf als Abwehrbollwerk gerecht und ließ kaum Bochumer Möglichkeiten zu. Einzig Aktivposten Peter Peschel zeigte sich in dieser Spielphase in der Lage, die rot-weisse Abwehr in Verlegenheit zu bringen. Doch auch Oberhausen konnte sich kaum gegen die von Libero Thomas Stickroth glänzend organsierte VfL-Abwehr durchsetzen: Möglichkeiten wie die durch Jörg Lipinski (26.) oder Adis Obad (27.), als Peter Peschel nach einem Eckball per Kopf auf der Linie klären mußte, blieben Einzelaktionen.  

So ging es nach 45 schwachen Minuten mit einem torlosen Remis in die Halbzeit. Und hier gab es gleich die nächsten personellen Hiobsbotschaften für den VfL, der gleich dreimal zum Wechseln gezwungen war: Henryk Baluszynski mußte mit Oberschenkelproblemen für Marijo Maric ausgetauscht werden, Axel Sundermann fiel nach einem Ball ins Gesicht mit Schwindelgefühlen genauso aus wie Michael Bemben, der über Magenprobleme klagte. Für die beiden kamen Samir Toplak und Mike Rietpietsch in die Partie. 

Doch auf dem Spielfeld änderte sich auch nach diesem dreifachen Wechsel nicht viel: Bochum blieb zwar die wesentlich aktivere Mannschaft, kam aber gegen den stark organisierten Deckungsverband von RWO kaum zu Möglichkeiten. Den Torschrei schon auf den Lippen hatten die rund 14.000 Bochumer Fans, als Achim Weber in der 71. Minute einen Heber an die Unterkante der Latte setzte. Der im zweiten Spielabschnitt aktivste Bochumer, Delron Buckley, hatte hier wunderschöne Vorarbeit geleistet. 

Es schien alles auf ein torloses Remis hinauszulaufen, da war es wiederum Delron Buckley, der in der 85. Minute die Vorarbeit zum "Tor des Tages" lieferte. Seine Flanke konnte Marijo Maric per Kopf auf den Fuß von Achim Weber legen, der in altbekannter Torjäger-Manie zum Führungstreffer "einlochte". So kam der "Webster" nach 532 torlosen Minuten ausgerechnet gegen seinen alten Klub und einen Tag nach seinem 31. Geburtstag zu seinem 12. Saisontor. 
Das 1:0 als Audiofile des Livekommentars von bundesliga.de (RealPlayer) 

Nach diesem späten, aber nicht unverdienten 1:0-Sieg verteidigt der VfL seinen zweiten Tabellenplatz und hat den kleinen Negativtrend nach der Niederlage in Köln beendet. Für das kommende Spiel am nächsten Samstag in Fürth hat Coach Ralf Zumdick dann auch hoffentlich wieder mehr personelle Alternativen: Bis dahin dürfte zumindest mit einer Rückkehr von Yildiray Bastürk und Rein van Duijnhoven zu rechnen sein. Ärgerlich jedoch, dass mit Achim Weber ein Spieler nach der fünften gelben Karte gesperrt sein wird.
Der Spielbericht als Videofile von bundesliga.de (RealPlayer)

Stimmen zum Spiel: 

RWO-Coach Alex Ristic: "Wir sind sehr enttäuscht über diese knappe Niederlage. Das Tor von Bochum war für uns sehr dumm, aber ich kann meiner Mannschaft keinen Fehler vorwerfen. Wir haben heute, obwohl wir auswärts gespielt haben, unser Spiel aufziehen können und sehr selbstbewußt gespielt. Achim Weber hat uns dann schließlich alles kaputt gemacht." 

VfL-Coach Ralf Zumdick: "Wir freuen uns natürlich darüber, dass Achim Weber gegen seinen alten Verein erzielt hat. Für mich ist aber am wichtigsten, dass wir heute drei Punkte geholt haben und so unsere Serie gehalten hat. Wir müssen natürlich noch über einige Fehler heute reden, aber jetzt bin ich erstmal froh, dass wir noch gewonnen haben. Das war ein schweres Stück Arbeit heute." 

VfL-Spieler Matthias Lust: "Es war ein Arbeitssieg heute. Die kompakte Oberhausener Abwehr hat es uns nicht leicht gemacht. Wichtig war, dass wir immer die Sicherheit behalten haben und so noch zum verdienten Tor gekommen sind. Wir müssen jetzt weiter gewinnen, für uns zählen derzeit nur Siege." 

VfL-Stürmer Achim Weber: "Ich freue mich natürlich sehr. Dass mir das Tor nach dieser langen Durststrecke auch noch ausgerechnet gegen RWO geglückt ist, ist mein schönstes Geburtstagsgeschenk. Es ärgert mich nur ein wenig, dass ich heute meine fünfte gelbe Karte kassiert habe." 

VfL-Spieler Peter Peschel: "Dieser Sieg war sehr wichtig für unser Selbstvertrauen. Mit dem späten Tor sind wir für unsere konzentrierte Leistung vorher entlohnt worden, das war sehr wichtig."

>> Bilder aus dem Spiel in der VfL Net-Fotogalerie