Historie / VfL-Legenden

Walter Oswald: Wie eine kleine Familie

Vom FC St. Pauli kamen bislang nicht viele Profis zum VfL Bochum: Walter Oswald ist zweifelsohne der prominenteste unter ihnen. Im Januar 2005 stand uns der gelernte Verteidiger Rede und Antwort.

Hallo Herr Oswald, Sie haben in 13 Jahren 353 Bundesligaspiele für den VfL gemacht und 26 Tore geschossen. Für einen Verteidiger eine stolze Zahl, oder?

Ich habe ja nicht als Verteidiger angefangen. Anfangs war ich Mittelfeldspieler, als ich 1978 vom FC St. Pauli nach Bochum kam. Später bin ich dann in die Abwehr gegangen und nur noch selten vor dem gegnerischen Tor aufgetaucht.

Sie stammen aber nicht aus dem hohen Norden?

Ich komme ursprünglich aus Gütersloh. Dort habe ich das Fußballspielen gelernt. Ich bin dann zu Pauli in die zweite Liga gewechselt, in die Bundesliga aufgestiegen und nach einem Jahr zum VfL gegangen. In Bochum hat es mir und meiner Familie so gut gefallen, dass wir geblieben sind. Es ist ja auch wunderschön hier. Das wissen noch heute die wenigsten, wie grün es hier zum Beispiel an der Ruhr ist und wie viele Parkanlagen unsere Stadt hat. Ich habe mich in Bochum und beim VfL immer sehr wohl gefühlt. Im Verein mit Ata und den anderen waren wir wie eine kleine Familie, die auch heute noch zusammenhält.

Sie spielen auch noch in der rewirpower-Traditionself mit ihren ehemaligen Mannschaftskollegen. Kommen da manchmal Pokalfinalgefühle auf?

Das nicht gerade, obwohl das Spiel 1988 natürlich zu den Höhepunkten meines Fußballerlebens gehört – zusammen mit den Relegationsspielen in der Saison 1989/1990, als wir gegen Saarbrücken spielten und 1:0 im Saarland gewannen und zuhause ein 1:1 erkämpften.

Sie werden noch heute von den Fans als einer der verlässlichsten Profis genannt, der je beim VfL gespielt hat.

Und das freut mich auch heute noch sehr. Ich hatte eine sehr solide Art zu spielen, und ich glaube im Laufe der Zeit haben die Fans das anerkannt. Das Publikum in Bochum war immer fair zu uns und wusste unsere Spielweise zu schätzen.


Dieses Interview erschien am 23.01.2005 im Stadionmagazin "Mein VfL"