Historie / VfL-Legenden

Einmal Münster und zurück

Im Sommer 1986 kam Uwe Leifeld von Preußen Münster zum VfL Bochum. Bei unserem Team erzielte er in den kommenden sechs Jahren 46 Bundesliga-Tore - und einen Treffer im DFB-Pokal-Finale, dem aber die Anerkennung versagt wurde. Darüber ist "Epi", wie er im Interview verrät, bis heute nicht ganz weg...

Hallo Uwe, Du lebst wieder in Deiner Heimatstadt Münster, oder?

Ja, ich bin aber nie so richtig aus Münster weggegangen. Zwei Jahre habe ich in Bochum gewohnt, dann aber meine Frau kennen gelernt und bin wieder zurück gezogen. Aber seit ich den VfL 1991 verlassen habe, komme ich immer gerne nach Bochum zurück.

Du gehörst zur legendären 1988er- Pokalfinalmannschaft und hast sogar unser vermeintliches Siegtor erzielt.

Und es war ein reguläres Tor, das habe ich Uli Stein neulich noch mal gesagt. Er meinte aber nur, der Schiedsrichter hätte das Tor nicht gegeben, also wäre es auch keines gewesen. Egal, es war eine verdammt schöne Zeit damals. Frau Jewers und Frau Ternow sind ja noch immer beim VfL. Das freut mich riesig, denn die beiden waren für uns junge Spieler früher so was wie Ersatzmütter. Sie sind das Herz des VfL, früher wie heute.

Hast Du denn die Entwicklung aus Münster verfolgt?

Ich bin noch hin und wieder im Ruhrstadion, muss aber auch sehr oft am Samstag arbeiten. Die Entwicklung der letzten Jahre erscheint von außen aber sehr positiv. Wenn man nicht nah genug dran ist, sollte man sich keine feste Meinung bilden. Derzeit sieht es so aus, als wäre das unglückliche Ausscheiden aus dem UEFA-Cup der Grund für den Knacks in der Liga. Aber als Profi musst du das überwinden und wieder zu deiner Leistung finden. Ich bin sicher, dass der Mannschaft dies bald gelingt.

Hast Du in der letzten Saison Spiele der Mannschaft sehen können?

Ich war z.B. gegen Gladbach im Stadion und habe das Eigentor von Asanin zum 1:0 gesehen. Da ist es mir wieder kalt den Rücken runtergelaufen, denn immer wenn ich im Ruhrstadion bin, fühle ich mich wie Boris Becker in Wimbledon, wie in meinem Wohnzimmer. Ich habe mich nie richtig von den Fans verabschiedet. Beim UEFA-Cup 1997 zum Beispiel, da habe ich nach dem Sieg mit den Spielern gejubelt und die Fans haben mich erkannt und meinen Namen gerufen. Das war gigantisch – nach so vielen Jahren.


Dieses Interview erschien am 06.11.2004 im Stadionmagazin "Mein VfL