Historie / VfL-Legenden

Michael Hubner: "Air-Hubi" ist VfL-Glücksbringer
(mspw) Schon drei Mal hat er in dieser Saison das Bochumer Ruhrstadion besucht. Michael Hubner ist ein wahrer Glücksbringer für das Team von Peter Neururer: Er war bei den Siegen gegen Cottbus (5:0) und Leverkusen (2:1) dabei wie auch beim Unentschieden gegen Dortmund (0:0). „Nicht eine Niederlage habe ich gesehen.“ Michael Hubner will auch heute wieder hautnah dabei sein und dem VfL die Daumen drücken, dass seine Serie auch im vierten Saisonspiel hält.

Ausgerechnet gegen den 1. FC Kaiserslautern – er erinnert sich: 13 Jahre ist es her, als sich auf dem Betzenberg in Kaiserslautern scheinbar alles gegen die Bochumer verschworen hatte. Dabei hatte das Spiel vom 17. März 1990 doch so verheißungsvoll für den VfL begonnen. Michael Rzehaczek sorgte per Freistoß für die frühe Führung (13.) – und die Abwehr hielt lange hinten dicht. Zwei Platzverweise von Schiedsrichter Manfred Amerell – einen für Andreas Ridder und einen Rob Reekers, der beim Ballwegschlagen unglücklich den Linienrichter traf – brachten dann aber die Bochumer auf die Verliererstraße.

Und Stefan Kuntz traf für den FCK fünf Minuten vor Schluss zum enttäuschenden 1:2. Für den gelernten Stürmer Michael Hubner war es die dritte von insgesamt von fünf Bundesliga-Spielzeiten beim VfL. Als „Air-Hubi“ (in Anlehnung an Air-Bäron vom HSV) wurde das kopfballstarke Eigengewächs immer wieder von seinem Fanclub gefeiert. Viele Höhepunkt erlebte er aber schon vorher: In seiner ersten Profi-Saison durfte er 1988 als 17-Jähriger mit zum Pokalfinale nach Berlin (0:1 gegen Frankfurt). Auch wenn ihn der damalige Coach Hermann Gerland nicht einsetzte, „war es ein tolles Erlebnis“ für den Jungprofi.

„Viel erlebt und viel gesehen“ hat er auch bei diversen DFB-Nationalmannschaften. Von der U 15 bis zur U 21 absolvierte er über 50 Länderspiele, wurde trainiert von Berti Vogts und Holger Osieck, spielte mit Oliver Kahn („Er war damals schon so ehrgeizig. Man konnte erahnen, was aus ihm wird“), Gerhard Poschner, Christian Ziege und Mehmet Scholl. „Es war eine schöne, aber auch harte Zeit.“

Er erinnert sich auch an manche Wochenenden, an denen „ich samstags mit den Profis unterwegs war, am Sonntag morgen bei der A-Jugend gespielt und nachmittags noch bei den Amateuren ausgeholfen habe“. Ein vorbildlicher Einsatz, den der 33-Jährige jetzt von seinen „Amateuren“ als Trainer des AKreisligisten ESV Herne einfordert. „Es ist mein Hobby. So bleibe ich dem Fußball verbunden.“ Selbst kann er aufgrund diverser Knieschäden nicht mehr spielen. So musste er bei Rot-Weiß Essen seine Karriere schon mit 30 Jahren beenden - nach Stationen in Homburg, wo er einmal in der Zweiten Liga Torschützenkönig (20 Tore) wurde, SpVgg. Erkenschwick und LR Ahlen sowie ein zweites Mal in Bochum (1994/95).

Gerade das Ende hat ihm den Weg in die Zukunft gewiesen. Aufgrund seiner Knieprobleme musste er viele Ärzte, aber auch Physiotherapeuten besuchen – um schließlich selber einer zu werden. „Es ist ein interessanter Job, schließlich habe ich durch meine Vergangenheit ein sehr gutes Gefühl, wie man behandelt werden muss.“ Im evangelischen Krankenhaus in Lütgendortmund absolviert er gerade ein Praktikum, im September steht das Staatsexamen zum Physiotherapeuten in 35 Fächern an. „Da habe ich im Sommer eine Menge zu lernen.“ Das „Fußballspielen“ mit seinen Jungs, Jan (4) und Nick (3), im heimischen Garten in Herne muss Michael Hubner dann wohl ein bisschen einschränken.


Dieser Text erschien erstmals im Stadionmagazin "Mein VfL", Ausgabe 5.4.2003